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Soziales

26.05.2020

Ferienbetreuung im Corona-Sommer

Viele Eltern haben während der Coronakrise wegen der Kinderbetreuung zu Hause ihren Urlaub verbrauchen müssen – nun stehen die Sommerferien an und viele wissen nicht, wohin mit den Kindern während der Sommermonate. Normalerweise schaffen Betreuungsmöglichkeiten wie Ferienlager oder Sommercamps Abhilfe, doch viele der Angebote sind heuer noch unsicher.

Veranstalter in der Schwebe

Noch hoffen Erziehungsberechtigte darauf, dass Camps und Ferienlager zumindest wochenweise und unter Maßnahmen stattfinden werden. Immerhin hat Familienministerin Christine Aschbacher zugesichert, dass es im Sommer Betreuungsangebote geben würde. So richtig aufatmen können Eltern aber noch nicht, denn die Ministerin bat im selben Atemzug um Geduld bei konkreten Richtlinien: Man müsse erst die Entwicklung der Corona-Fallzahlen beobachten.

Unsicherheit herrscht auch bei den Veranstaltern der Feriencamps: Sowohl Private als auch Vereine wissen nicht, unter welchen Auflagen sie aufsperren dürfen. Obwohl der Bedarf diesen Sommer sehr hoch sein dürfte, könnten die Angebote womöglich reduziert ausfallen.

Frage nach Planbarkeit und Haftung

In vielen Gemeinden wurden bisher auch eintägige Ausflüge oder Kurse als Kinderbetreuung angeboten, die von der Gemeinde selbst oder von Vereinen veranstaltet werden. Solche Betreuungsmöglichkeiten waren in der Vergangenheit häufig kostenlos. Ob sich Eltern im Corona-Sommer auf sie verlassen können, ist fraglich. Für Vereine – die aufgrund vieler abgesagter Veranstaltungen wie etwa Dorffesten bereits finanziell angeschlagen sind – könnten diese Angebote zu unsicher sein. Einerseits wegen der fehlenden Planungssicherheit, andererseits könnten die Betreiber der Angebote im Falle eines COVID-19-Falls unter den teilnehmenden Kindern rechtlich haftbar sein.

Während viele Ferienlager und -campanbieter sich diesbezüglich absichern wollen, müssen sie sich bei Leitlinien für den Betrieb noch gedulden. Ob Gemeinden, private Anbieter, Jugendorganisationen oder Vereine – derzeit tut man gut daran, sich für verschiedene Szenarien vorzubereiten. Eng beieinander am Lagerfeuer sitzen wird es nach derzeitigem Stand der Dinge nicht geben – genauso wenig, wie mehrere Kinder im Übernachtungscamp in einem Zelt schlafen können.

Warten auf Covid-Verordnung und Sommerschule

Auf der Homepage des Familienministeriums wird man bei der Frage nach Sommerlagern und Übernachtungscamps auf die Regelungen bei Beherbergungsbetrieben verwiesen, genaue Maßnahmen seien aber noch nicht bekannt. Aktivitäten ohne Übernachtung dürfen jedoch stattfinden. Während im Bereich Sportcamps und -lagern noch Unklarheit herrscht, arbeitet das Bildungsministerium an einem Sommerschul-Angebot für Kinder, die während der vergangenen Monate zu Hause nicht lernen konnten.

Im Familienministerium sucht man weiter nach einer Lösung für private Feriencamps, die im Rahmen einer COVID-Verordnung kommen soll.

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