Natur im Garten

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07.10.2020

Lassen Sie es sickern! Pflanzgruben und Baumscheiben zur Regenwasserableitung

Die jüngsten Starkregenereignisse im August 2020 haben wieder gezeigt, dass wir zukünftig einfach mit mehr Wasser in kürzerer Regenzeit rechnen müssen. Um teure Kanalausbauten zu verhindern gibt es auch die Möglichkeit bei Straßenrenovierungen mit Pflanzungen die Pflanzgrube als Wasserspeicher zu nutzen. Das hilft vor allem auch den Bäumen!

Von einer Spur der Verwüstung in Spitz an der Donau nach schweren Unwettern  mit sintflutartigen Regenfällen und Hagel  berichtete die NÖN am 25. August dieses Jahres. Neben massiven Schäden in Weingärten, waren auch überflutete Keller, Straßen und Garagen zu beklagen. Wohin also mit den Wassermassen, wenn der Kanal nicht ausreicht? Mehrere Möglichkeiten das Wasser in Baumscheiben zu leiten um Regenspitzen abfangen zu können gibt es.

Das Modell „Schwammstadt“.

Schwammstadt oder „Sponge City“ ist eine Methode Wasser nicht in den Kanal zu leiten, sondern es bewusst zurück zu halten. Es dient dann nicht nur der Regenrückhaltung sondern auch der Wasserspeicherung für die Bepflanzung und der Kühlung der Umgebung. Neben Dachbegrünungen, Fassadenbegrünungen und versickerungsfähigen Verkehrsflächen wird auch (nach dem gleich besprochenen „Stockholmer Modell“) der Raum unter der Straße und dem Gehweg als Wurzelraum und Regenspeicher genutzt. Das Wasser wird über Einlaufschächte, Absenkungen der Bordsteine oder Drainagen eingeleitet und steht Bäumen so zur Verfügung. Unter Straßen und Gehwegen wird vor dem Bau eine grobkörnige, verdichtete Schotterschicht aufgebracht. Auf dieser kann dann ein normgerechter Straßenaufbau erfolgen.

Das „Stockholmer Modell“.

Beim etwas älteren „Stockholmer Modell“ wird das Regenwasser, wie erwähnt, in die Baumscheibe geleitet. Das Wasser kann vom Baum über längere Zeiträume genutzt werden, er ertrinkt aber durch eine eingebaute Drainage nicht in der Grube. Das Wasser wird so stark verzögert an den Kanal abgegeben, oder verdunstet und kühlt die Umgebung. Ein Merkmal des „Stockholmer Modells“ ist ein Unteraufbau mit großformatigen Steinen bis 150mm Größe.

Das „System Melbourne“

In der australischen Stadt Melbourne wurde nach dem Vorbild des „Raingardens“ ein dem Stockholmer Modell ähnliches Konzept verwendet. Der Unterschied ist der, dass keine Drainageleitung im unteren Bereich der Pflanzgrube enthalten ist, sondern eine versickerungsfähige Drainageschicht aus grobem Schotter zwischen 19 bis 38mm. So soll das Regenwasser, das durch mehrere Schichten gefiltert am Grund der Grube ankommt, größtenteils versickern. Um aber ein „Ertrinken“ von Bäumen zu verhindern wird auch hier überschüssiges Wasser verzögert in den Kanal abgegeben.

Weitere Systeme

Rigolensysteme sind quasi unterirdische Wasserauffangbecken, die unter der Wurzel des Baums oder der Staude Wasser sammeln. Werden sie zu voll, laufen sie über und geben das Wasser an die Umgebung ab. Und zuletzt noch das von der deutschen FLL entwickelte Pflanzgruben-System, das darauf basiert durch eine geschickte Mischung grobkörniger und feinteiliger Bestandteile eine gute Versickerung von Regenwasser zu gewährleisten und das Baumwachstum enorm zu fördern. So sollen sogar mehrere Baumgruben unbedingt verbunden werden um den Bäumen die Möglichkeit zu geben sich miteinander zu vernetzen. Denn niemand ist gerne allein.

Mehr Informationen  zum Umgang mit Regenwasser finden Sie in unserem Infoblatt  „Regenwassermanagement“ https://www.naturimgarten.at/infoblatt-Regenwassermanagement  und natürlich beim Grünraumservice am “Natur im Garten” Telefon unter 02742-74 333 sowie gartentelefon@naturimgarten.at

– I.WEIPPL (Quelle: Natur im Garten, entgeltliche Einschaltung des Landes Niederösterreich)

 

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