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Niederösterreich

14.05.2021

Melk hat die intelligenteste Straße Österreichs

Selbstfahrende Autos, flächendeckendes WLAN und intelligente Verkehrsinfrastruktur – was sich nach einem Science-Fiction-Szenario anhört, wird zunehmend Realität – und es kommt aus Österreich, genauer gesagt aus Melk.

Smart Street: Das kann die intelligente Straße

Die Stadt in Niederösterreich ist Vorreiter bei Digitalisierung im Verkehr. Hier befindet sich auch die erste „intelligente“ Pilotstraße. Vor neuen Entwicklungen wird nicht gescheut: Die Melker Firma Fonatsch ist Hersteller der digitalen Lichtmasten und Co. und eröffnete im Sommer 2018 den Pilotstraßen-Abschnitt direkt neben dem Firmengelände.

Doch was bedeutet „Smart Street“ eigentlich? Die „intelligente“ Straße verbindet moderne Technologien im Verkehrsbereich, wie etwa die mit Sensoren ausgestatteten Lichtmasten von der Firma Fonatsch, mit anderen vielversprechenden Tools von Unternehmen aus ganz Österreich.

Mittels Lichtmasten Strom sparen oder E-Auto laden

An den Masten lassen sich Ladestationen montieren, etwa für E-Bikes oder E-Autos. ©Petair – Fotolia.com

Während die genannten Lichtmasten einerseits auf die jeweilige Verkehrsbelastung mit einer bedarfsgerechten Beleuchtung und dementsprechendem Energieverbrauch reagieren, sind sie andererseits mit Funk, WLAN oder Ladestationen ausgestattet. Sie können also auf einen Schlag Strom sparen (wenn sie nicht gebraucht werden) und das E-Auto oder E-Bike laden. Spezielle Masten für Fußgängerzonen bieten sogar Kühlung an heißen Sommertagen.

App vervollständigt das intelligente Verkehrserlebnis

Dazu kommt eine spezielle App, die den nächsten freien Parkplatz anzeigt, vor Staus warnt oder Umfahrungsmöglichkeiten bei Baustellen anzeigt. Sie kann mit dem Handy oder gleich mit dem Navigationssystem im Auto verbunden werden. Selbst die Mistkübel und Werbe-Banner in dieser Straße haben intelligente Funktionen. Für den Notfall ist gesorgt: Die Lichtmasten bieten eine Notbeleuchtung mit Sammelpunkt sowie eine stromunabhängige Radiofunktion im Falle eines Blackouts.

Ein weiterer Bestandteil der intelligenten Straße ist das energieautarke Bushäuschen mit modernster Ausstattung, die gegen Vandalismus gefeit ist. Im Bild: Fonatsch-Geschäftsführer Alexander Meissner. ©Kommunalnet

Zusätzlich können die Sensoren mit Ampeln gekoppelt werden, um den Verkehrsfluss besser zu regulieren. Auch eine energieautarke Bushaltestelle gehört dazu, die im Zuge eines Bürgerbeteiligungsprojekts entworfen wurde. Sie steuert mithilfe eines Bewegungsmelders die intelligente Beleuchtung und bietet jede Menge technische Ausstattung vom USB-Stecker fürs Handy-Aufladen über Gratis-WLAN bis zum Notfallknopf. Das Ganze wird umweltschonend mit Sonnenstrom betrieben. Das smarte Bushäuschen ist bereits an verschiedenen Standorten im Melker Ortsgebiet im Einsatz.

Befahrene Musterstraße in Planung

Die Smart Street wird ständig weiterentwickelt: In Zukunft sollen selbstfahrende Autos mit den Sensoren an den Lichtmasten kommunizieren können und so noch besser kontrolliert werden. Was derzeit noch eine Pilotstraße am Firmengelände ist, soll schon bald als echt befahrene Smart Street unweit des Stifts in Melk umgesetzt werden. Die Musterstraße in Melk wird die erste sein, bevor ganz Österreich „intelligent“ – und dadurch umweltbewusst und energieeffizient – unterwegs ist.

Kommunalnet hat sich die Pilotstraße in Melk in einem Videobeitrag genauer angesehen – Sie finden ihn unter der Rubrik “Tatort Gemeinde” auf Kommunalnet.at sowie auf YouTube.

-E. SCHUBERT

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