Peter Elsner-Mackay

Panorama

21.06.2021

Arabische Kulturhauptstadt sucht Partnergemeinde

Die spektakuläre Stadt Constantine in Algerien hat vieles zu bieten. Nun sucht die Stadt nach einer europäischen Partnerstadt. Das Kulturleben Algeriens hat nach einem Jahrzehnt Bürgerkrieg in den 90er Jahren sehr gelitten. Das Land ist relativ isoliert und die Bevölkerung wünscht sich mehr Öffnung und Außenkontakte. Eine österreichische Gemeinde, welche über französischsprachige Gemeindevertreter verfügt – Französisch ist in Algerien die erste Fremdsprache-, darf sich vielleicht bald über eine algerische Partnerschaft freuen.

Stadt der Brücken beeindruckt

Constantine liegt im Osten des Landes in einer hügeligen Landschaft, etwa 60 km südlich des Mittelmeers. Constantine, dessen arabischer Name Quacentina lautet, ist die drittgrößte Stadt Algeriens und Hauptstadt des gleichnamigen Bezirks. Die Stadt sieht sich als Zentrum der andalusischen Musik und arabischen Kultur und war im Jahr 2015 arabische Kulturhauptstadt.

Die Altstadt von Constantine befindet sich auf einem mächtigen, 650 m über dem Meeresspiegel gelegenen Plateau, das nur über einen schmalen Rücken von Südwesten her zugänglich ist, aber nach Nordwesten steil abfällt und nach Norden und Westen durch die mehr als 100 m tiefe Schlucht des Flusses Rhumel von dem gegenüberliegenden Plateau Sidi M’Cid abgeschnitten wird. Die heutige Stadt erstreckt sich mit zahlreichen neueren Stadtvierteln und Vororten weit über die umliegenden Hügel. Constantine verfügt also über viele Brücken, die diese verbindet, und wird daher auch als „Stadt der Brücken“ bezeichnet.

Die seit der Antike bestehende Stadt weist in den letzten Jahren ein exorbitantes Wachstum auf, und hat mittlerweile rund eine Million Einwohner. Sie ist neben Algier und Oran eine Hochburg der Bildung in Algerien. Zu Seiten einer islamischen Hochschule und einer Universität sind Bibliotheken und mehrere Fachschulen in der Stadt ansässig. In dieser Stadt gibt es besonders viele kulturelle, mittelalterliche und auch religiöse Bauwerke. Zu diesen zählen zum Beispiel die Moschee Ben Badis, die historische Altstadt, das Soumma Mausoleum, eine Statue des Kaisers Konstantin oder auch der Palast Ahmed Bey.

Austausch zu Verkehr, Abfall und Kultur gefragt

Von Interesse wäre für die Stadtvertreter vor allem auch ein Austausch von Erfahrungen im Bereich öffentlicher Verkehr – Constantine hat eine Straßenbahn und Seilbahn. Auch  Kläranlagen für dezentrale Gemeinden sowie Mülltrennung und –entsorgung und Kulturfragen sind für die Stadt wichtige Themen.

Wer Interesse daran hat, seine Gemeinde mit Constantine zu verpartnern, kann dem österreichischen Botschafter in Algier eine Mail unter Peter.ELSNER-MACKAY@bmeia.gv.at schreiben.

-E.AYAZ

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