Wenn die Schneedecke abschmilzt, können zuweilen am Gras die Gänge von Wühlmäusen erkannt werden. Sie sind im Gegensatz zu Maulwürfen auch direkt unter der Schneedecke aktiv. Schäden an Pflanzen treten auf Grund der Nahrungsknappheit vor allem im Winter auf.

Der bedeutendste Vertreter der Familie der Wühlmäuse ist die Schermaus, weil sie durch ihr enormes Vermehrungspotenzial die meisten Schäden verursacht. Ein Weibchen wirft pro Jahr drei bis vier Mal im Jahr bis zu 6 Junge, welche selbst nach ca. acht Wochen geschlechtsreif werden. Wühlmäuse gehören zu den Nagetieren. Sie beschränken sich daher im Gegensatz zum Maulwurf, der als Insektenfresser v.a. Würmer und Engerlinge frisst, auf pflanzliche Kost. Sie nagen an Wurzelgemüse, im öffentlichen Grünraum an Blumenzwiebeln, Wurzeln von Sträuchern und Bäumen oder an der Rinde am Wurzelhals von Gehölzen.

Im Gegensatz zum Maulwurf sind Wühlmausgänge im Querschnitt hoch oval und glattwandig, weil die Mäuse in den Gang ragende Wurzeln abfressen. Die Erdhaufen sind flach, unregelmäßig und befinden sich seitlich der Gangöffnung. Geöffnete Gänge werden innerhalb weniger Stunden von den Mäusen wieder verschlossen („Verwühlprobe“). Maulwurfshügel sind regelmäßig halbkugelig geformt, die Gangöffnung befindet sich mittig im Zentrum des Haufens.

Um zu verhindern, dass die Mäuse Wurzeln von Gehölzen oder Zwiebel von Frühlingsblumen fressen, empfiehlt es sich bei der Pflanzung den Wurzelballen mit einem Wühlmausgitter (Maschenweite: mindestens 13 mm) zu umgeben und dieses bis zum Wurzelhals einzuschlagen. Die Bäume können so die empfindliche Anwuchsphase überstehen. Zwiebel und Knollen von Frühjahrsblühern werden in engmaschigen Drahtkörben gepflanzt.

Wühlmauszäune zum Schutz empfindlicher Pflanzen in Beeten werden  50 cm tief eingegraben und ragen ca. 50c m über die Erde heraus. Wichtig ist, dass oben der Zaun nach außen umgebogen wird, damit die Wühlmäuse ihn nicht überspringen können

Zur Vertreibung können Vergrämungsmittel aus dem Fachhandel in die Gänge gestopft werden. Weiters gibt es Wühlmausgaspatronen mit pflanzlichen Inhaltssoffen wie Lavandin- oder Rhizinusöl. Sie verbrennen unter starker Rauchentwicklung und räuchern die Tiere aus den Gängen oder vergällen den Geschmack der Wurzeln im Gang.

Natürliche Feinde wie Greifvögel oder Mauswiesel fördert man mittels T – förmiger Ansitzstangen bzw. Trockensteinmauern oder Steinhaufen.

Bei zahlreichem Auftreten empfiehlt sich das Platzieren von speziellen Wühlmausfallen in den Gängen. Das Tragen von Handschuhen verhindert die Übertragung menschlichen Geruchs auf die Falle, aber auch umgekehrt das Überspringen von Krankheitserregern auf den Menschen beim Entleeren der Fallen.

Weitere Infos beim Grünraumservice unter www.naturimgarten.at/infoblatt-maulwurf-wuehlmaus

oder am „Natur im Garten“ Telefon (02742/74 333)

Text: Bernhard Haidler, Natur im Garten

– I.WEIPPL (Quelle: Natur im Garten, entgeltliche Einschaltung des Landes Niederösterreich)

 

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