Noch befinden wir uns – zumindest kalendarisch – im Hochwinter. Trotzdem ist jetzt Zeit, sich Gedanken zu machen, wo das Saatgut für Blumenwiesen gekauft werden kann. Denn der Vorfrühling ist die ideale Zeit für die Aussaat.

Wenn wir von Blumenwiesen reden, möchten wir gleich zu Beginn darauf hinweisen, dass wir in diesem Artikel damit Naturblumenwiesen meinen. Wiesen also, die ursprünglich durch die Gewinnung von Heu, einer althergebrachten bäuerlichen Tätigkeit entstanden sind. Diese Wiesen zeichnen sich dadurch aus, dass sie mit einer Vielfalt an heimischen Pflanzen wie Margeriten, Glockenblumen, Wiesensalbei oder Wiesenwitwenblumen bewachsen sind.

Diese Wildblumen haben den Vorteil, dass sie für heimische Insekten die beste Nahrungsquelle darstellen. Viele heimische Wildbienenarten haben sich hinsichtlich der Versorgung mit Nektar und Blütenstaub auf ganz konkrete Pflanzengattungen oder -familien spezialisiert. Glockenblumen (Gattung Campanula) oder Natternkopf (Gattung Echium) liefern die Nahrungsgrundlage für besonders viele Spezialisten unter den Wildbienen, die sich ausschließlich von Blütenstaub von Arten dieser Gattungen ernähren.

Auch Schmetterlinge profitieren vom heimischen Blütenangebot. Nicht nur als ausgewachsener Falter. Auch die Raupen brauchen oft heimische Kräuter und Gräser, um dort zu fressen und heranzuwachsen.

Wenn Ihnen diese Aspekte einer Blumenwiese hinsichtlich der Artenvielfalt wichtig sind, achten Sie beim Einkauf darauf, nur heimisches, standortgerechtes Naturwiesensaatgut zu kaufen. Das Saatgut sollte maximal 25% Gräsersamen enthalten. Ideal sind Mischungen die mindestens 50% mehrjährige Kräuter (z.B. Schafgarbe, Flockenblume oder Wiesenknopf, …) enthalten. Verpackungen mit der Aufschrift „Bienenweide“, „Nützlingsweide“ oder anderen blumigen Bezeichnungen entpuppen sich leider oft als Blühmischungen aus einjährigen Kulturpflanzen, wie Schmuckkörbchen, Tagetes oder Malven, die bald wieder von der Fläche verschwinden. Das hat den Nachteil, dass bei bei Verwendung dieser einjährigen Mischungen  die Flächen nach 1-2 Jahren wieder neu angelegt werden müssen, obwohl natürlich Allrounder wie die Honigbiene davon durchaus profitieren, solange die Fläche blüht.

Welche Anbieter heimisches Wildblumensaatgut vertreiben und viele andere gute Tipps zur Anlage von Blumenwiesen können Sie in unserem Infoblatt www.naturimgarten.at/infoblatt-blumenwiese  nachlesen

Sie können es gratis von unserer Homepage herunterladen!

Zur Überbrückung im ersten Jahr mischen manche Anbieter einjährige Arten wie z.B. Kornblumen, Kornrade, oder Klatschmohn dazu. Diese Arten verleihen der Fläche schon im ersten Jahr einen schönen Blühaspekt, bis sich dann die mehrjährigen Kräuter im zweiten Jahr durchzusetzen beginnen.

 

Beratung zur Anlage und Pflege von Blumenwiesen erhalten Sie am „Natur im Garten“-Telefon (0274/74 333) Hier bekommen Sie auch Infos zu unseren kostenlosen Wiesenberatungen, die vor Ort stattfinden. Informationen zum Nachlesen und ein Verzeichnis von Saatgutanbietern finden Sie auch unter www.naturimgarten.at/infoblatt-blumenwiese

Weitere Infos bekommen Sie beim Grünraumservice von „Natur im Garten“ 02742-74333 oder unter www.naturimgarten.at

Text: Bernhard Haidler, Natur im Garten

 

– I.WEIPPL (Quelle: Natur im Garten, entgeltliche Einschaltung des Landes Niederösterreich)

 

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