Der Dichter Theodor Fontane nannte Alleen „Grüne Haine des Reisens“. Bäume begleiteten die Menschen demnach in der Vergangenheit auf ihren Wegen, boten Schutz, Schatten und waren wichtig für Ästhetik und Kultur, v.a. in der Renaissance und im Barock.

Dem Wort „Allee“ liegt das französische „aller“ zugrunde welches sich wiederum auf das lateinische „ambulare“ bezieht. Das heißt so viel wie gehen, oder spazieren. Diese Wortherkunft deutet ebenfalls darauf hin, dass Bäume dem Menschen immer schon wichtig waren.

Nicht nur der Mensch hat eine enge Beziehung zu Alleen, sondern auch Tiere! Alleen sind auch ein gewisser Ersatz für verlorene Waldflächen und bilden Vernetzungselemente zwischen verschiedenen Lebensräumen. Alte, oft schon hundert Jahre alte Alleebäume bieten vielen Tieren Nahrung und Unterschlupf.

Insektenschwärme, z.B. von verschiedenen Mückenarten, können v.a. in der Nähe von Bäumen beobachtet werden. Soziale Insekten wie Wespen oder Ameisen finden hier Brutmöglichkeiten. Käferlarven oder Raupen ernähren sich von den Blättern. Blattläuse, Wanzen oder Zikaden saugen Pflanzensäfte ebenso wie gallbildende Insekten. All dieses Getier wiederum ist Nahrung für höhere Tiere. Schwalben und Mauersegler fangen Insekten im Flug. Meisen, Finken oder Pirol sammeln Raupen u.a. Larven von Blättern und Zweigen ab. Ca. 90 Vogelarten brüten auf Alleebäumen oder nutzen Hohlräume zum Nisten. Raubvögel nutzen Alleebäume als Sitzwarten wie etwa der Mäusebussard. Sperber machen Jagd auf kleinere Vogelarten.

Die in Linien verlaufenden Alleen dienen Vögeln und Fledermäusen als Orientierungshilfe. Aufgrund des hohen Insektenvorkommens jagen hier auch mehr Zwergfledermäuse als in der freien Landschaft. Diese kleinen Säugetiere nutzen Baumhöhlen ebenso als Sommerquartier zum Verstecken wie zur Jungenaufzucht. Baumfrüchte sind für Eichhörnchen und Siebenschläfer und Mäuse attraktiv, diese wiederum für Marder oder Wiesel.

Diese vielschichtigen Nahrungsnetze setzen sich bis ins Kleinste fort – zu den Aufwuchspflanzen auf Stämmen und Zweigen. Selbst zwischen Moosen und Flechten lebt eine Reihe von Tierarten! Auf Moospolstern von 100 cm² kann man im Laufe eines Jahres ca. 20 Arten von Gliedertieren (Spinnen, Fliegenlarven, Springschwänze…) und Schnecken entdecken.

Straßenbäume und Baumalleen bereichern nicht nur das Landschaftsbild und die Lebensqualität.  Sie sind auch als Investition in die Artenvielfalt inmitten der Lebenswelt der Menschen zu sehen.

Umfassende Infos und Hilfestellungen zur Baumpflanzung finden Sie auf unserer Homepage https://www.naturimgarten.at/files/content/files/gehoelze.pdf

Zur Auswahl von Bäumen empfehlen wir den Baumnavigator www.willbaumhaben.at

Weitere Infos beim Grünraumservice am “Natur im Garten” (02742/74 333)

Text: Bernhard Haidler, Natur im Garten

– I.WEIPPL (Quelle: Natur im Garten, entgeltliche Einschaltung des Landes Niederösterreich)

 

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