Die Raupen des Eichenprozessionsspinners (Thaumetopoea processionea) sind ab Mai in auffälligen Gruppenformationen („Prozessionen“) auf Eichen zu finden, wo sie nicht selten für Kahlfraß sorgen.

 

Eine unmittelbare Gefahr für die Baumgesundheit besteht jedoch nicht, denn die Eichen treiben auch nach einem starken Befall wieder aus („Johannistriebe“). Sie werden nur durch mehrjährigen Kahlfraß nachhaltig geschädigt.

Problematisch sind allerdings allergische Reaktionen, die auftreten können, wenn SpaziergängerInnen oder PassantInnen mit den Haaren der Raupen in Kontakt kommen. Diese sehr feinen Haare werden durch den Wind verblasen, oder fallen zu Boden. Die Folge können Hautausschläge, Augenentzündungen oder Entzündungen im Rachen- und Nasenraum sein. Empfindliche Personen können auch mit Asthma oder Fieber reagieren.

Die Verbreitung des Eichenprozessionsspinners beschränkt sich glücklicherweise auf den Osten Niederösterreichs: den Wienerwald, die Umgebung Wiens, das Weinviertel und das Wiener Becken.

Die Raupen wandern, fressen hauptsächlich nachts und bilden die typischen Prozessionen entlang von Ästen und Stämmen. Tagsüber ziehen sie sich in ihre Nester aus feinem Gespinst zurück. Der Blattfraß erfolgt von Mai bis Ende Juni. Typischerweise bleiben die Blattmittelrippen als trauriger Rest der Blätter zurück.

Bei Auftreten sollten aus Sicherheitsgründen betroffene Wald- oder Parkbereiche abgesperrt und mit Warntafeln versehen werden. Besondere Maßnahmen müssen dort getroffen werden, wo Menschen durch die Haare gefährdet sind, und eine längere Absperrung nicht möglich ist. Die Larven können Anfang Mai (bis Larvenstadium 2) mit Bacillus thuringiensis – Präparaten bekämpft werden. Später funktioniert diese Art der Bekämpfung nicht mehr. Ab Larvenstadium 3 ist es empfehlenswert die Nester zu entfernen. Dazu können sie vor der Entfernung mit Bindemittel besprüht, mit Spezialsaugern abgesaugt oder auch abgeflämmt werden. Wichtig dabei ist, dass die handelnden Personen Ganzkörper- und Atemschutz tragen! Die Entfernung der Nester ist in jedem Fall zu empfehlen, weil die Haare mit den Häutungsresten in diesen Gebilden verbleiben, auch wenn die Raupen schon längst verpuppt sind, oder als Schmetterling wegfliegen.

Information zu diesem Thema finden Sie auf unserer Homepage:

https://www.naturimgarten.at/files/content/files/eichenprozessionsspinner.pdf

oder unter www.gartentelefon24.at

Weitere Infos beim Grünraumservice unter www.naturimgarten.at oder am „Natur im Garten“ Telefon (02742/74 333)

– I.WEIPPL (Quelle: Natur im Garten, entgeltliche Einschaltung des Landes Niederösterreich)

 

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