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09.10.2023

Laubbläser im Herbst?

Wenn der Herbst kommt und die Blätter Parks, Gehwege und Straßen bedecken, ist ihre Zeit gekommen: Laubsauger, im Grünraum sicher öfter jedoch Laubbläser, haben Hochkonjunktur. Doch die Geräte haben auch Schattenseiten, die wir hier beleuchten wollen.

Hauptargument gegen die Laubbläser ist der Lärm, den 2-Takt-betriebene Geräte produzieren. Aber auch die leiseren Geräte mit Akku sind umstritten, weil sie wie benzingetriebene Modelle auch eine hohe Feinstaubbelastung verursachen können. Das gilt besonders für den Einsatz auf Straßen und Gehwegen, wo Reifenabrieb, Dieselruß und andere Rückstände eine feine Staubschicht bilden, die durch das Blasen in die Luft gelangt und die Atemwege belastet. Feinstaub ist lungengängig und kann schwere Krankheiten verursachen. Auch und gerade bei den Anwenderinnen und Anwendern der Geräte!

In Parks ist die Feinstaubgefahr beim Laubblasen zwar geringer, jedoch entstehen hier bei über 200 km/h Windgeschwindigkeit Wolken aus Schimmelpilzen und getrocknetem Hundekot. Auch nicht so appetitlich und ebenfalls eine Gesundheitsgefahr für empfindliche Personen. AnwenderInnen nehmen große Mengen Darmbakterien von Hunden in ihre Lungen auf, wie Tests zeigen.

In einem anderen Test wurde Laubblasen mit dem herkömmlichen Laubrechen verglichen und siehe da: auf Rasenflächen, in Parks und unter Bäumen ist das Rechen nicht nur schneller, sondern auch sauberer. Das Laub ist übrigens wertvoller Lebensraum vieler Tiere und Schutz sowie Nährstoff für Pflanzen. Wenn es die Möglichkeit gibt, sollte Laub unter Hecken gekehrt und dadurch vor Ort belassen werden. Rasen leidet übrigens gar nicht so stark unter Laub. Selbst dickere Schichten lassen das Gras zwar vergilben, aber in der Regel treibt es hochgesund durch das Mehr an Humus, den die Blätter liefern, im Frühling wieder aus.

Im Straßenbereich ist jedoch der Laubbläser unschlagbar schneller, gerade um Laub aus unwegsamem Gelände (unter Fahrzeugen oder Parkbänken) zu sammeln. Die Feinstaubproblematik sollte aber nicht unterschätzt werden und deshalb könnten ja Laubbläser lediglich an unerreichbaren Stellen kurzfristig eingesetzt werden; und den Rest macht der gute alte Besen oder Rechen.

Nähere Infos zu Grünraumthemen erhalten Sie beim Grünraumservice am „Natur im Garten“ Telefon (02742/74333, gartentelefon@naturimgarten.at )

– I.WEIPPL (Quelle: Natur im Garten, entgeltliche Einschaltung des Landes Niederösterreich)

 

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