20:14 Uhr  //  KW 47  //  Montag, 20. November 2017  //  57 Kollegen online

Sechs steirische Gemeinden versuchen den Klimawandel gemeinsam besser zu bewältigen. ©worawut2524 - Fotolia.com

Die Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung ist einer der vier Schwerpunktbereiche im Ennstal und soll schon in Kindergärten einsetzen. ©SPES Familienakademie

Erst im August war die Gemeinde Irdning-Donnersbachtal dem Starkregen und Hochwasser ausgesetzt. ©Thaut Images/Fotolia.com

Ein Unwetter im August 2017 hinterließ Murenabgänge im Sölktal oberhalb von St. Nikolai. ©Stefan Falkensteiner

Das Logo für den Klimawandelanpassungstag im Ennstal wurde vom Kindergarten der Gemeinde Stainach-Prügg gestaltet. ©Sabine Tschürtz

Die Marktgemeinde Öblarn ist eine der sechs Ennstaler Gemeinden, die sich für die Klima-Modellregion entschieden hat. ©Klaus Bliem

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KLAR-Modell

Klima-Modellregion im Ennstal

Sechs Gemeinden im Ennstal haben sich zu einer Klima-Modellregion zusammengeschlossen. Das Ziel ist es die Herausforderungen des Klimawandels gemeinsam besser zu bewältigen.

Immer wieder verursachen extreme Wetterereignisse Naturkatastrophen, wie beispielsweise Vermurungen oder Hochwasser. Vor allem das Ennstal in der Steiermark ist als Alpenregion durch den Klimawandel stärker betroffen als der europäische Durchschnitt.

Deshalb haben sich sechs Ennstaler Gemeinden dazu entschieden, sich zu einer Klima-Modellregion zusammenzuschließen. Das Projekt startete am 6. Juli 2017 und umfasst insgesamt 14.480 Einwohner und 765 Quadratkilometer.

Förderprogramm "Klimawandel-Anpassungsmodellregionen KLAR"

Die sechs Gemeinden Aigen, Irdning-Donnersbachtal, Michaelerberg-Pruggern, Öblarn, Sölk und Stainach-Pürgg haben es sich zum Ziel gesetzt die Herausforderungen des Klimawandels mit den jetzigen Generationen und den Nächsten zu meistern. Sie möchten sich bestmöglich auf die klimatischen Veränderungen in der Zukunft einstellen. 

Das Förderprogramm "Klimawandel-Anpassungsmodellregionen (KLAR)" möchte Regionen bei deren Anpassung an den Klimawandel unterstützen. So versucht es auch die Partnergemeinden im Ennstal bei der Erhaltung der sehr hohen Lebensqualität in der Bevölkerung zu stärken.

"Das Ziel ist es die durch den Klimawandel hervorgerufenen wirtschaftlichen Schäden und Kosten zu vermindern, aber auch Chancen rechtzeitig zu erkennen und zu nützen", so Natalie Prüggler, Koordinatorin der Klimawandel-Anpassungs-Modellregion.

Bewusstseinsbildung in Kindergärten

Die vier Schwerpunktbereiche der Region im Ennstal sind der Katastrophenschutz und die Infrastruktur, Land- und Forstwirtschaft, Tourismus und Naherholung, als auch die Bewusstseinsbildung bei der Bevölkerung, vor allem in Kindergärten und Schulen.

Der Kindergarten der Gemeinde Stainach-Prügg hat bereits das Logo für den Klimawandelanpassungstag im Ennstal gestaltet. Außerdem bastelten die Kinder an Collagen, die Klimaereignisse wie Unwetter oder Murenabgänge zeigen. Anschließend wurden die Werke in der Gemeinde Stainach-Prügg ausgestellt. 

Feedbackprozess mit den Bürgern

Mit dem Projekt wird vor allem versucht Lösungen für die Landwirtschaft, Infrastruktur, den Katastrophenschutz und den Tourismus zu finden. Außerdem sollen Konzepte ausgearbeitet werden, um möglichen Gefahren wie den Änderungen der Baumbestände entgegen treten zu können.

Es gibt bereits erste positive Entwicklungen seit dem Start des Projekts. "Bei Bürgerveranstaltungen haben bereits 80 Bürger teilgenommen", erzählt Prüggler. Die Einwohner können im Anschluss an Expertenworkshops in einem Feedbackprozess mitdiskutieren.

Weitere Ideen wie beispielsweise eine mögliche App, die die Freiwilligenunterstützung bei Naturkatastrophen koordinieren soll, stehen bereits in den Startlöchern. "Themenwanderwege sollen dazu dienen, dass auch im Tourismus ein Augenmerk auf den Klimawandel gelegt wird", erläutert die Koordinatorin.

Gemeinsame Strategien der Gemeinden

Der Amtsleiter der Gemeinde Aigen im Ennstal, Gerhard Schönthaler, erzählt, dass die Gemeinde dabei sei gezielte Maßnahmen zu setzen. "Das Ziel des Zusammenschlusses ist es gemeinsam etwas zu bewirken, denn sechs Gemeinden können mehr erreichen als eine alleine", so Schönthaler.

Auch die Gemeinde Irdning-Donnersbachtal versucht in Zeiten des Klimawandels gemeinsam Strategien zu entwerfen. "Die sechs Gemeinden haben sich zusammengeschlossen, weil sie eine wirtschaftliche und meteorologische Einheit bilden", erzählt Herbert Gugganig, Bürgermeister in Irdning-Donnersbachtal. 

Vor allem die Baulichkeiten sollen in Zukunft an den Klimawandel angepasst werden. "Erst im August erlebten wir Starkregen und Hochwasser in der Region", so Gugganig. Deshalb wird nach Lösungen für die Zukunft gesucht.

Ziele der nächsten Zeit

Das Projekt im Ennstal ist nun in der Anfangsphase. Bis Ende des Jahres soll ein Konzept, das 2018 und 2019 umgesetzt wird, entwickelt werden. Die geplanten Ergebnisse für die erste Etappe sind die Informations- und Bewusstseinsbildung der Bürger über die Chancen und Herausforderungen des Klimawandels und Beispiele möglicher Anpassungsmaßnahmen.

Außerdem soll ein Konzept für mindestens zehn maßgeschneiderte Klimawandelanpassungsmaßnahmen in Zusammenarbeit mit Bürgern, Gemeindevertretern, Interessensvertretern und Experten ausgewählter Schwerpunktbereiche erstellt werden.

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