17:14 Uhr  //  KW 33  //  Sonntag, 20. August 2017  //  8 Kollegen online

Die Bürgermeister des "Zukunftsraum Lienzer Talboden". Das Logo symbolisiert die Ideen der Planungsgemeinschaft. © Profer & Partner

Zur Einbindung und Information sämtlicher Gemeindemandatare und Bürger gibt es jährlich ein bis zwei Regionskonferenzen, wo sich die Bürgermeister der öffentlichen Diskussion stellen. © Brunner Images

Der Steuerungsprozess basiert auf einem mehrgliedrigen Regional-Governance Ansatz, Transparenz und Information stehen im Vordergrund. © Planungsverband 36

"RegioNet" ist ein konkretes Beispiel dafür, wie eine Region Eigenverantwortung für ihren Infrastrukturausbau übernimmt. © Planungsverband 36

Gemeindereferent Johannes Tratter und Ernst Schöpf, Präsident des Tiroler Gemeindeverbandes, überreichten dem Dölsacher Bgm. Josef Mair den GEKO für das gemeindeübergreifende Projekt „Zukunftsraum Lienzer Talboden". © Land Tirol/Ibele

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Lienzer Talboden

15 Gemeinden - eine Kooperation

Gemeinsam entwickeln - gemeinsam profitieren: Was 15 Gemeinden durch eine organisierte Zusammenarbeit alles erreichen können, zeigt das Vorzeigeprojekt "Zukunftsraum Lienzer Talboden".

Die Kooperation "Zukunftsraum Lienzer Talboden" wurde 2013 von 15 Osttiroler Gemeinden initiiert, mit dem Ziel einer guten Entwicklung des gemeinsamen Wirtschafts- und Lebensraumes in ihrer Region. Der Lienzer Talboden will sich als "der EINE Zukunftsraum südlich der Alpen" positionieren. In den Bereichen Wirtschaftsentwicklung, Energie, Mobilität, Bildung, Tourismus und Verwaltungskooperation wollen sich die Gemeinden zusammen weiterentwickeln.

Heute ist der "Zukunftsraum Lienzer Talboden" eine Dachmarke für alle Aktivitäten, Maßnahmen und Produkte in und aus den 15 Gemeinden. Mit der Marke wird die überregionale und standortwirtschaftliche Bedeutung der Region sichtbar gemacht. Das Logo beschreibt zum einen die sonnenreiche Lage der Region und versinnbildlicht mit dem offenen Rahmen zum anderen die Kooperationsorientierung und die Offenheit zu Veränderung und Entwicklung (siehe Bild links).

Wie kam's dazu?

Die Basis der Kooperation "Zukunftsraum Lienzer Talboden" bildet der Planungsverband 36 - Lienz und Umgebung. Dieser wurde vom Land Tirol initiiert, hauptsächlich um die überörtliche Raumplanung in den Gemeinden umzusetzen. "Wir dachten, wir wollen mehr machen", sagt Josef Mair, der Obmann des Planungsverbandes 36 und Bürgermeister von Dölsach zur Gründung des "Zukunftsraum Lienzer Talboden", "und das Land war einverstanden". Der Grundstein für die Gestaltung und Entwicklung für einen gemeinsamen Lebens- und Wirtschaftsstandort war gelegt.  

Gemeinsam Zukunft gestalten

Der mehrstufige Prozess für ein gemeinsames Entwicklungskonzept startete 2013 mit einer umfassenden Bestandsaufnahme der Stärken und Potentiale der Region. Danach wurde entschieden, in welchen Bereichen zusammengearbeitet werden soll und zu den jeweiligen Bereichen konkrete Maßnahmen formuliert. Das Ergebnis ist das 2015 beschlossene "Integrierte Standort- und Wirtschaftsentwicklungskonzept", welches nun als Grundlage für die Umsetzung von Maßnahmen dient.

"Alle Gemeinden sind gleichberechtigt", erläutert Oskar Januschke von der Stadt Lienz (Fachbereich Standortentwicklung, Wirtschaft und Marketing). Für die Entscheidungsfindung im Planungsverband wird ein "Regional Governance" Modell eingesetzt: Eine Kombination aus einer formellen und informellen Ebene schafft eine möglichst breite Beteiligung (siehe Bild links).

Organisatorisch kommt für die teilhabenden Gemeinden natürlich einiges dazu. Es gibt regelmäßige Netzwerktreffen,Workshops, Arbeitsgruppen und auch Bürgermeister- sowie Regionalkonferenzen mit allen Gemeinderäten werden abgehalten. "Es ist ein organisatorischer Mehraufwand, aber der zahlt sich aus", für den Bürgermeister von Dölsach ist die Aufteilung der Arbeiten untereinander ein wesentlicher positiver Effekt der Zusammenarbeit.

Kräfte bündeln und gemeinsam mehr erreichen als jeder für sich allein

"Das Engagement ist bei allen Gemeinden sehr groß", sagt Jasmina Steiner vom Planungsverband 36 über das Interesse an der Mitarbeit im Verband, "auch die Bemühungen und der Einsatz der einzelnen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister."

Die interkommunale Zusammenarbeit eröffnet für die Gemeinden in vielen Bereichen Chancen und neue Handlungsspielräume. Der Talboden ist ein Vorzeigebeispiel, wie Gemeindekooperationen die Umsetzung von ambitionierten Vorhaben trotz begrenzter Ressourcen ermöglichen können. 

15 Gemeinden - ein Lebens- und Wirtschaftsraum

Als eine der ersten umgesetzten Maßnahmen zählt z.B. die Bereitstellung von ultraschnellem Internet im Talboden, wie es sonst nur in Großstädten verfügbar ist. Für das Projekt "RegioNet" wurde in ein eigenes Glasfasernetz als selbstverwaltende interkommunale Kommunikationsinfrastruktur der Zukunft investiert. "Mit der Verlegung von 67 km Hauptversorgungsleitungen ist "RegioNet" ein Großprojekt, das nur gemeinsam und nur mit Hilfe von öffentlicher Unterstützung von 75 Prozent realisiert werden kann", sagt Mair über die gemeinsame Finanzierung. Mit der Umsetzung bis 2021 besteht dann für alle Gemeinden im Talboden Chancengleichheit im Standortfaktor digitale Erreichbarkeit.

Es sind auch in Zukunft viele ambitionierte Projekte geplant, gemeinsam wollen die 15 Gemeinden Ressourcen für die Zukunft sichern: Ein sinnvoller und nachhaltiger Umgang mit Wasser und Energie in der Region ist Gesprächsthema. Zudem strebt die Region interkommunale Gewerbegebiete an.  "Um sich die Betriebe nicht gegenseitig wegzuschnappen", erklärt Mair.

Talboden macht ersten Platz beim neuen Gemeindekooperationspreis

Der "Zukunftsraum Lienzer Talboden" hat sein innovatives Modell für den neuen "GEKO - Gemeindekooperationspreis" des Landes Tirol eingereicht und ist als Sieger daraus hervorgegangen. Mit 5.000 Euro wurde das Vorzeigeprojekt honoriert, was mit dem Gewinn geschehen soll, wird bei der nächsten Regionalkonferenz gemeinsam entschieden. 

Der GEKO-Gemeindekooperationspreis prämiert 2017 das erste Mal die besten gemeindeübergreifenden Projekte in Tirol. Von insgesamt 19 eingereichten Gemeindekooperationsprojekten wurden die besten drei Projekte von einer Fachjury ausgewählt. Anschließend hatten die Bürger die Möglichkeit, für ihr Lieblingsprojekt zu voten und haben 14.000 Stimmen abgegeben.

Ebenfalls zum Online-Voting haben es das Projekt "Haus der Gemeinden"- eine Idee zur Verwaltungskooperation anstatt Gemeindezusammenlegung - aus Hippach - Schwendau sowie das Projekt "Case Management - Beratung für Pflege und Gesundheitsprävention" aus dem Planungsverband Brixental - Wildschönau geschafft. 

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