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Mit 413 Verunglückten kamen 2017 so wenige Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben wie seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1950 nicht mehr. © vladwel - Fotolia.com

In Niederösterreich und Tirol gab es 2017 die bisher geringste Zahl an Verkehrstoten seit 50 Jahren. (Bilder: Karte: Georg Ihm; Fußgänger: © PrettyVectors - Fotolia.com)

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Statistik

2017: So wenige Verkehrstote wie noch nie

2017 forderte 413 Verkehrstote auf Österreichs Straßen. Das sind um 4,4 Prozent und 19 Menschenleben weniger als im Jahr 2016. Auch für Gemeinden zeigt das Rekordergebnis eine positive Bilanz.

Im Jahr 2017 kamen so wenige Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben wie seit Beginn der Aufzeichnungen des Innenministeriums im Jahr 1950 nicht mehr. Die Zahl von 413 Verkehrstoten ist weniger als ein Siebentel der Todesopfer vom Jahr 1972, dem mit 2.948 Toten "schwärzesten Jahr" der Unfallstatistik. Dabei hat sich gleichzeitig die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge seit 1972 von 2,5 Millionen auf 6,8 Millionen gesteigert.

Bundesländervergleich zeigt gemischte Bilanz

Obwohl österreichweit ein Rückgang an Verkehrstoten zu verzeichnen ist, zeigt der Bundesländervergleich fünfmal eine Zunahme an Verunglückten. Im Burgenland gab es 25 Verkehrstote (2016: 19, +6), in Kärnten 30 (33, -3), in Niederösterreich 93 (112, -19), in Oberösterreich 81 (90, -9), in Salzburg 44 (31, +13), in der Steiermark 76 (72, +4), in Tirol 29 (45, -16), in Vorarlberg 15 (11, +4) und in Wien 20 (19, +1). In Niederösterreich und Tirol kam es 2017 zu der bisher geringsten Zahl an Verkehrstoten seit 50 Jahren.

Positives Ergebnis für Gemeinden

Mit 86 tödlichen Unfällen auf "sonstigen Straßen", womit Gemeindestraßen und Güterwege gemeint sind, blieb die Zahl verglichen mit 2016 (88) beinahe konstant. Autobahnen und Schnellstraßen forderten 56 Verkehrstote, was einen Anstieg von 21,7 Prozent gegenüber 2016 bedeutet. Auf Gemeindestraßen, ehemaligen Bundesstraßen (150 Getötete) und Landesstraßen (121 Getötete) ereignete sich aber der Großteil der tödlichen Unfälle.

147 aller tödlichen Unfälle waren Alleinunfälle, das heißt, es war nur ein Fahrzeug am Unfall beteiligt. 72 der tödlich verletzten Fahrzeuginsassen waren nicht angegurtet. 32 Radfahrer, davon sieben mit Elektro-Fahrrad, mussten 2017 ihr Leben auf Österreichs Straßen lassen. Zum Vergleich: 2016 waren es 47 Radfahrer, davon 15 mit Elektro-Fahrrad. Auf Österreichs Schutzwegen kamen 2017 acht Fußgänger ums Leben, 2016 waren es 23. Bei den Eisenbahnkreuzungen reduzierten sich die tödlichen Unfälle verglichen mit 2016 von 16 auf zehn.

Hauptursache: Unachtsamkeit/Ablenkung vor Schnelligkeit

Unachtsamkeit und die Ablenkung gelten mit 32,3 Prozent weiterhin als die Hauptursache für tödliche Verkehrsunfälle. Darunter versteht man vor allem Unaufmerksamkeiten, Unkonzentriertheit, die Außerachtlassung der nötigen Sorgfalt und das bloße "Übersehen" von anderen Verkehrsteilnehmern und nur in einem sehr geringen Ausmaß ablenkende und fahrfremde Tätigkeiten wie beispielsweise das Aufheben oder Suchen von (hinuntergefallenen) Gegenständen, Ablenkung durch Kinder oder Tiere im Auto, Interaktionen mit Beifahrern, Rauchen, Sprechen, Lesen, Essen, Trinken, Körperpflege, Schminken, Frisieren, visuelle Ablenkungen von außen (Werbung, Straßenumfeld) sowie die Bedienung von Geräten wie Radio/CD, Navigations-Tätigkeiten, Bordcomputer, Klimaanlage, Telefonieren/SMS/Internet oder Fernsehen.

Platz zwei der Hauptunfallursachen ist die nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit (26,3 %). Mit etwas Abstand folgen Vorrangverletzungen (10,9 %), Fehlverhalten von Fußgängern (8,1 %), Überholen (7 %), Missachtung von Geboten und Verboten (3,4 %), Übermüdung (3,4 %), Herz- beziehungsweise Kreislaufversagen oder akute Erkrankungen am Steuer (1,8 %), mangelnder Sicherheitsabstand (1 %), Hindernisse auf der Fahrbahn (0,5 %) sowie technische Defekte mit 0,5 Prozent. Alkohol war bei 19 (4,8 %) der 393 tödlichen Unfälle mit im Spiel.

Zielerreichung für 2020 bei 33,5 Prozent

Der Zielwert des Österreichischen Verkehrssicherheitsprogrammes 2011 bis 2020 an Verkehrstoten beträgt 311 Opfer im Jahr 2020. Mit 413 Getöteten im Jahr 2017 liegt der Rückgang im Hinblick auf die Zielerreichung derzeit bei 33,5 Prozent. Langfristig gesehen ist die Entwicklung positiv, denn seit 2013 liegt die Zahl unter 500 - davor lag sie immer darüber.

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