08:53 Uhr  //  KW 33  //  Freitag, 18. August 2017  //  2584 Kollegen online

Claudia Böhm hat in Bruckneudorf noch keine Klimaanlage. Da hilft nur der Tischventilator und viel Wasser zu trinken. (Bild: ZVG)

Brigitte Schmidinger, Margareta Pramer und Nadja Lang bewahren im Stadtgemeindeamt in Haag kühlen Kopf. ©Stadtgemeinde Haag

Seit drei Jahren gibt es auch in Podersdorf eine Klimaanlage, die das Arbeiten im Gemeindeamt erleichtert. (Bild: ZVG)

Siegfried Rutter hat zwar eine Klimaanlage, aber dennoch 28 Grad im Büro. " Ich fühle mich auch bei 26 bis 27 Grad noch wohl im Büro." (Bild: ZVG)

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Affenhitze und Kühlschranktemperaturen im Büro

37,5 Grad in Haag, aber die Gemeindebediensteten schwitzen nicht. Eine Klimaanlage sorgt für angenehme 22 Grad. Doch nicht überall bleibt der Gemeindealltag Anfang August "schweißfrei". Wir haben nachgefragt!

Der Höhepunkt der Hitzewelle ist noch nicht erreicht. Doch anstatt wie die Spanier mittags "fiesta" zu machen, sitzen wir im Büro und schwitzen vor uns hin. Wie überstehen die Bediensteten in den Gemeinden die erste Hitzwelle im August?

Angehme 22 Grad im Hitzepol Haag

Die niederösterreichische Gemeinde Haag war laut Wetterdienstleister UBIMET am 1. August 2017 mit 37,8 Grad österreichweiter Hitzehotspot. Doch im Gemeindeamt bewahrte man kühlen Kopf. "Bei uns im Büro hat es 22 Grad", weiß Nadja Lang, die im zweiten Lehrjahr im Bürgerservice in der Stadtverwaltung arbeitet. Dass es so kühl ist, verdankt sie der Klimaanlage. Das war aber bis vor drei Jahren keine Selbstverständlichkeit, wie Lang berichtet: "Wir sind vor drei Jahren in ein neues Gebäude umgezogen, seitdem haben alle Büros eine Klimaanlage. Im alten Gebäude war es früher wirklich unangenehm heiß, wie ich von meinen Kollegen weiß."

Gramais: "Brauche keine Klimaanlage"

Noch kühler ist es in der kleinsten Gemeinde Österreichs in Gramais in Tirol. Amtsleiterin Heike Larcher berichtet von nur 20 Grad. "Aber wir haben keine Klimaanlage, weils einfach nicht so heiß wird in dem Gebäude. Wenn ich die Fenster öffne, komme es eher kühl herein", berichtet sie. Aber am 2. August kletterte auch trotz der Berge die Temperatur auf 30 Grad.

Podersdorf: Nach Beschwerde beim Bürgermeister gibt es nun Klimaanlagen

Keine Klimaanlage hatte auch Podersdorf bis vor drei Jahren. "Die Angestellten sind an den Bürgermeister herangetreten und haben sich über die Hitze im Büro beschwert. Er hat das dann eingesehen und die Investition in eine Klimaanlage getätigt", weiß Johann Lentsch, der für das Bau- und Meldeamt zuständig ist. Angenehme 25 Grad hat das Büro seither. Dennoch versucht Lentsch bei Hitze viel Wasser zu trinken und sich beim Mittagessen auf Kleinigkeiten zu beschränken. Die Glaubensfrage kurze Hose im Büro sieht er entspannt: Bei uns gibt es keine Bekleidungsvorschriften.

Amstetten: Uniform ist immer Pflicht

Ganz anders ist das bei der Stadtpolizei in Amstetten. Trotz auf der eigenen Wettermessstation gemessenen 41 Grad Celsius bleibt man der Uniform treu. "Kurze Hosen sind aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt", betont Julia Liendl. Wie man es dann trotzdem aushält? "Heiß ist es, aber man gewöhnt sich dran. Wir haben teilweise im Büro eine Klimaanlage, in der Früh wird gelüftet und ich trinke schon drei Liter am Tag", erzählt die Stadtpolizistin. Mit dem Argument "wir wollen ja nicht blad werden" ist der Eiskonsum trotz rekordverdächtiger Hitze nicht gestiegen. Gut für die Polizistin, dass durch die Hitze zumindest die Einsätze nicht ansteigen.

Bad Radkersburg: 35 Grad und lange Hosen

Der Eiskonsum steigt in Bad Radkersburg nur leicht an, wie Sabrina Haas aus der Abteilung Rechnungswesen/Steuern-Abgaben berichtet: "Die Männer holen sich einmal in der Woche eine Kugel Eis." Bei der Benützung der Klimaanlage müssen sich die vier Kollegen/innen im Büro abstimmen. "Die Klimaanlage ist leider so montiert, dass ich genau drunter sitze. Daher drehen wir sie nur über Nacht und in der Mittagspause auf. Die Herren im Büro könnten aber noch einen extra Ventilator gebrauchen." Im Büro der Bad Radkersburger Gemeindebediensteten hat es 26 Grad, obwohl es draußen am 1. August über 35 Grad hatte. Die Herren sind deshalb auch etwas "hitziger" als die Damen, weil die Kleidervorschrift für sie nur lange Hosen vorsieht, während für die Damen auch Kleider und Röcke erlaubt sind.

Ferlach: Klimaanlage und trotzdem 28 Grad

Siegfried Rutter, Leiter der Finanzabteilung, hat im Ferlacher Gemeindeamt zwar eine Klimaanlage, aber dennoch 28 Grad. "Ich mag keine Klimaanlage. Ich fühle mich auch bei 26 bis 27 Grad noch wohl im Büro", so Rutter. Dennoch trinkt er mehr Wasser und versucht den Kaffeegenuss eher einzuschränken, denn Ferlach hält laut Zentralanstalt für Meteorologie im Juli mit 33,4 Grad den Temperaturrekord im Bundesland Kärnten. Auch die kurze Hose wäre im Büro in Ordnung, "wird aber selten gemacht", weiß Rutter.

Der gute alte Tischventilator in Bruckneudorf

In Bruckneudorf, der Gemeinde mit den meisten Sonnenstunden im Jahr, gibt es keine Klimaanlage. Wie heiß ist es bei Ihnen im Büro Claudia Böhm? "Schon sehr heiß, da wir nur den Tischventilator haben." Eis wird nur am Dienstag gegessen, wenn alle beisammen sitzen. "Aber gebacken wird nicht mehr. Die Hitze würde man ja nicht mehr aushalten", meint sie schmunzelnd. Damit es dennoch halbwegs erträglich bleibt, beginnt schon die Reinigungskraft in der Früh das Gemeindeamt durchzulüften. Die Fenster werden auf der Straßenseite erst Vormittags geschlossen, wenn die Sonne von dieser Seite her aufheizt. "Dann werden auch die Rollos heruntergelassen."

Trotz einiger Ausnahmen wie in Bruckneudorf erhärtet sich der Eindruck, dass immer mehr Gemeinden ihre Büros mit Klimaanlagen ausstatten. Ganz im Gegenteil zu unserem Ergebnis der Frage der Woche aus dem Jahr 2013, wo fast 91 Prozent noch angegeben haben, dass sie keine Klimaanlage im Büro haben (n= 807).

 

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Die Kollegen sind im Urlaub und wir sitzen hier in der Hitze! Wie überstehen Sie die Rekordtemperaturen? Wieviel Grad hat es bei Ihnen im Büro? Posten Sie Ihre Hitze- /Kältefotos, Fotos von Thermometern, Klimageräten, Schweißausbrüchen ins Netzwerk!
Das beste, kreativste, lustigste Foto mit den meisten "Gefällt mir" gewinnt eine Ladung Eis für alle Mitarbeiter im Gemeindeamt bei Ihrem lokalen Eisladen/Supermarkt!

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