11:20 Uhr  //  KW 38  //  Mittwoch, 20. September 2017  //  2163 Kollegen online

Ist in diesem Dorf alles anders? (Bild: ZVG)

Die Filialkirche in Andersdorf erinnert an die Zeit der Keltenbesiedlung. (Bild: ZVG)

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Andersdorf: Ist hier alles anders?

Der Name musste geändert werden - nur wie? Na eben anders. Dachte man sich wohl 1485, als man den Ortsteil in Andersdorf umbenannt hat. Eingebettet in die fruchtbare Gegend im südlichen Lavanttal befindet sich der beschauliche Ort Andersdorf, der zur Gemeinde St. Georgen im Lavanttal gehört.

Wie schon Karl Dinklage, Kärntner Sachbuchautor und Historiker, im Jahre 1966 sagte: "Unter allen Gebieten Kärntens hat die günstigsten Voraussetzungen für eine frühe Besiedlung das breite, gegen Süden offene Lavanttal geboten." Hier liegt der 132-Einwohner-Ort Andersdorf, der schon immer zur Gemeinde St. Georgen im Lavanttal gehörte. Doch wie kam er zu diesem Namen?

Früher war alles "anders"

Schon bei der Besiedlung Kärntens durch die Kelten 300 v. Chr. erhielt es den Namen Entrichsdorf. Als Noricum um 45 n. Chr. von den Römern zur Provinz erhoben wurde, durchzogen gut ausgebaute Straßen und Wege das Tal. Durch Entrichsdorf verlief damals die römische Reichsstraße, die bis nach Slowenien führte.

Im Jahre 1485, zur Zeit der Regentschaft der Habsburger im Bundesland Kärnten kehrte eine neue Sprache ins Land, womit auch der Ort seine heutige Bezeichnung erhielt. Im Keltischen bedeutete "entrich" so etwas, wie Enterich bzw. Ente oder "anders", wobei wir uns hier an letzeres halten. Auch der Bürgermeister der Gemeinde kennt den genauen Namensursprung nicht und denkt, dass dieser Name durch die Übersetzung zustande gekommen ist. Und so kam der Ortsteil zu seinem neuen Namen: Andersdorf.

Auf den Spuren der Kelten

Auch heute erinnern noch unzählige Funde aus dieser Zeit an die keltische Besiedlung in Andersdorf. In der Gemeinde St. Georgen im Lavanttal kann man den Steinbruch besichtigen, der noch aus der Zeit der Römer stammt, denn der Spitzelofen-Marmor, der dort zu finden war, fand überwiegend regional begrenzte Anwendung im römischen Noricum. Historisch bedeutend ist auch ein Schriftzug für römische Gottheiten in einer Steinbruchwand.

Auch das Benediktiner-Stift in St. Paul im Lavanttal, etwa fünf Kilometer von Andersdorf entfernt, erinnert an die damalige Zeit, da es 1095, allerdings unter der Herrschaft der Spanheimer, errichtet wurde. Die heutige Fillialkirche in Andersdorf, die erstmals 1479 urkundlich erwähnt wurde, besteht als Nebengebäude der Stiftskirche. Ursprünglich gehörte sie zur Pfarre Lavamünd und kam erst 1786 zur Pfarre St. Georgen im Lavanttal.

Das Dorf lebt von der Landwirtschaft

Nicht nur Kirchen, sondern auch die Landwirtschaft stellte früher schon einen wichtigen Teil dieses Dorfes dar. Damals waren die Grundstücke und Wälder noch Gemeinschaftseigentum, erst im Jahre 1858 wurden die Bauern Eigentümer ihrer Höfe. Im Jahre 1931 brach ein katastrophales Feuer aus, bei dem viele Wohnhäuser und auch landwirtschaftliche Gebäude den Flammen zum Opfer fielen. Trotzdem sind noch viele Bauernhöfe bis heute im Familienbesitz und werden auch noch bewirtschaftet. Derzeit umfasst die vorwiegend ländlich geprägte Ortschaft Andersdorf 42 Objekte und 132 Einwohner.

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