20:16 Uhr  //  KW 47  //  Montag, 20. November 2017  //  57 Kollegen online

Karl-Heinz Lambertz löst Markku Markkula als Präsident des Europäischen Ausschusses der Regionen ab. ©European Union/Fred Guerdin

Der neue Präsident strebt einen engen Schulterschluss zwischen dem AdR und allen Städten und Regionen in Europa an und will die Beziehungen zwischen den Institutionen der EU vertiefen. ©European Union/Fred Guerdin

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Europa

Belgier wird neuer Präsident des AdR

Karl-Heinz Lambertz, Senator der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens (DG), wurde am 12. Juli 2017 von den Mitgliedern des Europäischen Ausschusses der Regionen (AdR) zu ihrem neuen Präsidenten für die kommenden zweieinhalb Jahre gewählt. Der langjährige Vizepräsident löst damit Markku Markkula ab.

Politische Laufbahn begann bereits mit 23

Von 1975 bis 1980 war er Präsident des Rates der Deutschsprachigen Jugend, zeitgleich war er Mitglied des Ausschusses für die offizielle deutsche Übersetzung von Gesetzen und Erlassen. Im selben Jahr wurde er für die "Parti Socialiste" zum Abgeordneten im damaligen Rat der deutschen Kulturgemeinschaft gewählt. Er gehörte seither dem Gremium, das von 1984 bis 2004 Rat der Deutschsprachigen Gemeinschaft hieß und seit 2004 die Bezeichnung Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft führt, an. Von 1981 bis 1990 war er Vorsitzender der sozialistischen Fraktion. Innerhalb dieser  Partei war er von 1984 bis 1990 Präsident des deutschsprachigen Gebietsverbands. Seit 1981 ist er außerdem Mitglied des Parteivorstandes. 1990 wurde er Gemeinschaftsminister für Medien, Erwachsenenbildung, Behindertenpolitik, Sozialhilfe und Berufsumschulung. Ab 1995 umfasste seine Zuständigkeit das Ressort Jugend, Ausbildung, Medien und Soziales. Zusätzlich war er von 1995 bis 1997 Stadtratsmitglied in Eupen, Regierungssitz der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien. 1999 übernahm er das Amt des Ministerpräsidenten der DG, zugleich war er als Minister für Beschäftigung, Behindertenpolitik, Medien und Sport zuständig.

Wechsel zum Europäischen Ausschuss der Regionen

Im selben Jahr wurde er auch Mitglied des AdR, wo er für den Ausschuss für Kultur, Bildung und Forschung und im Fachausschuss für Wirtschafts- und Sozialpolitik tätig war. Seit 2000 ist er Mitglied im Kongress der Gemeinden und Regionen Europas (KGRE), bei dem er seit 2006 Generalberichterstatter ist. Seit 2010 ist er auch Leiter der belgischen Delegation beim KGRE und Vorsitzender des Ausschusses für Governance. 2010 wurde er Präsident der Arbeitsgemeinschaft Europäischer Grenzregionen (AGEG), ein Jahr später war er Vorsitzender beim Ausschuss der Regionen und zur gleichen Zeit war er auch Vorsitzender bei der Euregio Maas-Rhein (EMR). 2014 wurde Lambertz Parlamentspräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, drei Jahre später wurde er Vize-Präsident des Ausschusses der Regionen. Dieses Amt führte er bis 2017 bis zur Wahl als Präsident des AdR aus.

Schon bei der Ausbildung stand die berufliche Richtung fest

Lambertz schloss sein Studium der Rechtswissenschaft mit dem belgischen Lizentiat ab, daneben hatte er auch deutsches Recht in Heidelberg studiert. Von 1976 bis 1980 wirkte er als Assistent an der juristischen Fakultät der Université catholique de Louvain, von 1980 bis 1981 als Berater im Kabinett des belgischen Ministers für institutionelle Reformen sowie als stellvertretender Direktor der AG Aerotech mit. 1981 wurde er Berater der regionalen Investitionsgesellschaft Société Régionale d’Investissement de Wallonie, diese Funktion übte er bis 1990 aus. Von 1988 bis 2010 war er Dozent für deutsche Rechtsterminologie an der Université catholique de Louvain.

Viele Pläne trotz kurzer Amtszeit

Bei der Vorstellung seiner Prioritäten als Präsident kündigte er an, dass der AdR auch weiterhin einen Beitrag zu den Überlegungen über die Zukunft der EU leisten und sich für die Kohäsionspolitik einsetzen werde. Der neue Präsident strebt einen engen Schulterschluss zwischen dem AdR und allen Städten und Regionen in Europa an und will die Beziehungen zwischen den Institutionen der EU vertiefen. Zu seinen weiteren Prioritäten als Präsident erklärte Karl-Heinz Lambertz außerdem die Pflege der Beziehungen zu den anderen EU-Institutionen, damit die Stimme der AdR-Mitglieder in Brüssel gehört wird, und einen intensiveren Austausch mit allen regionalen Verbänden und Partnern.

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