12:42 Uhr  //  KW 09  //  Dienstag, 25. Februar 2020  //  1174 Kollegen online

Biberwier hat rund 620 Einwohner und grenzt am Rande des Wettersteingebirges an Deutschland. (Bild: ZVG)

Zu den Nachbargemeinden von Biberwier gehören Berwang, Ehrwald, Lermoos, Mieming, Nassereith und Obsteig. (© Google Maps)

Im Jahre 1556 wurde Biberwier zur Gemeinde erhoben. (Bild: ZVG)

Die Pfarrkirche zum Heiligen Josef wurde 1830 erbaut. (Bild: ZVG)

Das Wappen hat die Gemeinde am 22. März 1983 erhalten. (Bild: ZVG)

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Panorama

Biberwier: Woher kommt der Gemeindename?

Unsere wöchentliche Panorama-Serie ist wieder einmal einem tierisch guten Gemeindenamen auf der Spur. Wir sind aber nicht auf den Hund gekommen und brauchen auch keinen Rattenfänger. Warum diesmal ein Biber an unserer Neugier nagt, erfahren Sie hier.

In Österreich gibt es viele tierische Gemeindenamen. Hundsheim und Ratten haben wir Ihnen schon vorgestellt. Diese Woche ist die Tiroler Gemeinde Biberwier an der Reihe. Biberwier liegt im Bezirk Reutte und hat etwa 620 Einwohner. Ganz genau befindet sich Biberwier am Südrand des Lermooser Moos, zwischen einem Gebirgshang und der Bergsturzlandschaft des Fernpasses in den Tiroler Alpen. Die Gemeinde wird von der Loisach, die westlich des Ortes entspringt, durchflossen.

Erste urkundliche Erwähnung im Jahre 1287

Biberwier erstreckt sich auf einer Gesamtfläche von 29 km2 und grenzt am Rande des Wettersteingebirges an Deutschland. Bereits in der Römerzeit war die Ortschaft an der "Via Claudia Augusta", einer Römerstraße, von großer Bedeutung. Biberwier wurde im 13. Jahrhundert gegründet. Erstmals wird der Ort im Jahre 1287 genannt, damals aber noch als "Piberwure" bezeichnet. Der Gemeindename ist tatsächlich auf Biber rückführbar. Die putzigen Nager siedelten sich zuhauf bis 1800 nachweislich auf dem Gemeindegebiet an. 1556 wurde Biberwier zur Gemeinde erhoben.

Im 15. Jahrhundert fällten nicht mehr die Biber die Bäume, sondern im Gebiet um Biberwier begann ein intensiver Bergbau. Der größte Bergbaubetrieb war am Außerfern. Ab dem Mittelalter war der Bergwerksverein Silberleithe an der Silberleithe ansäßig. Galmai-, Blei- und Zinkerz wurden abgebaut, das lockte viele Bergbauleute in das Gebiet. Bis ins Jahr 1921 wurde der Bergbaubetrieb weitergeführt.

Pfarrkirche zum Heiligen Josef, Schmittenkapelle und "Via Claudia Augusta"

Die Kirche zum Heiligen Josef und die Schmittenkapelle gehören neben der Römerstraße "Via Claudia Augusta" zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Biberwier. Im Jahre 1830 erhielt die Gemeinde die Pfarrkirche zum Heiligen Josef. Bereits 1682 wurde für Biberwier eine Kapelle vom Wirt Josef Sterzinger gebaut, jedoch war sie durch die stetig steigende Bevölkerungszahl in kurzer Zeit zu klein und wurde durch die Pfarrkirche ersetzt. Auf dem Weg von Biberwier nach Ehrwald steht die Schmittenkapelle. Die Schmiedekunst im Raum Biberwier und Ehrwald war namensgebend für die Kapelle. Die Schmittenkapelle ist unter Wallfahrern sehr beliebt und wird oft aufgesucht.

Vor rund 2.000 Jahren erbauten die Römer in sechs Jahrzehnten Bauzeit die erste richtige Straße zwischen der Adria und Augsburg, die "Via Claudia Augusta". Sie wurde nach dem damaligen Kaiser Claudius benannt. Mit dieser Straße konnte der militärische Nachschub für die Truppen des Kaisers ermöglicht und der Warenverkehr erleichtert werden. Die 130 Kilometer lange Römerstraße ist umgeben von einer prächtigen Berglandschaft und beinhaltet einige Museen und Wirtshäuser.

Bedeutung des Gemeindewappens

Die zwei denkmalgeschützten Gotteshäuser und die Römerstraße erzählen viel Geschichtliches über Biberwier und das Gemeindewappen hält die wichtigsten Eckpunkte der Gemeindegeschichte fest. Biberwier hat am 22. März 1983 das Gemeindewappen von der Tiroler Landesregierung erhalten. Das gold-blaue Wappen ist im Schlangenschnitt geteilt und trägt ein Rad, das in seiner Nabe die Bergwerkszeichen Schlägel und Eisen in gold trägt. Natürlich findet sich auf dem Gemeindewappen auch ein Biber. Alle Symbole sollen an die Gemeindegeschichte erinnern. Das Rad vermittelt das für Biberwier so bedeutsame Verkehrs- und Transportwesen. Die Bergwerkszeichen symbolisieren den einst betriebenen Bergbau. Der Biber versinnbildlicht noch einmal den Gemeindenamen.

Biberwier mit seinen Berg- und Badeseen und den Quellen der Loisach ist heute noch Heimat des Bibers. In der Ortschaft gibt es die längste Sommerrodelbahn Tirols und im Winter lockt Biberwier mit dem Skigebiet Marienberg und dem Langlaufparadies Zugspitz Arena. In der Nähe der Zuspitze ist es sogar möglich ganzjährig zu wandern.

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