17:21 Uhr  //  KW 03  //  Sonntag, 20. Januar 2019  //  6 Kollegen online

Hans Rädler ist seit dem Jahr 2000 Bürgermeister der Marktgemeinde Bad Erlach und seit 2002 Abgeordneter zum Nationalrat. Seit 2011 ist Hans Rädler Präsident des Österreichischen Zivilschutzverbandes – Bundesverband. (Bild: ZVG)

Das Kochbuch des Zivilschutzverbandes zeigt im Notfall, wie man auch im Falle eines Blackouts kochen kann. Das Buch ist beim Zivilschutzverband erhältlich.

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Gastkommentar

Blackout: Es kann jeden und jederzeit treffen

Auch der Zivilschutzverband beschäftigt sich mit den Vorbereitungen auf einen Blackout. Präsident und Bürgermeister Hans Rädler ruft seine Kollegen zum Handeln auf.

Rund um die Uhr sind wir von der Stromversorgung abhängig. Es ist selbstverständlich, dass wir das Licht aufdrehen, der Kühlschrank funktioniert, die Ampeln funktionieren, Bankomaten rund um die Uhr in Betrieb sind, die Heizung funktioniert, die Wasserver- und Entsorgung ist gewährleistet usw. Was ist aber, wenn dies plötzlich nicht mehr so ist?

Selbstschutz ist der beste Schutz

Dies kann unter ein paar Sekunden passieren. Das Gefahrenpotential wird sicherlich nicht geringer werden. Bei einem Blackout muss man dann damit rechnen, dass nichts mehr funktioniert. Es bricht der Verkehr zusammen (Ausfall der Ampeln), Lifte bleiben stecken, Wasser und Abwasser funktionieren nicht mehr. Geschäfte, Banken bleiben geschlossen, usw. Ein sehr großes Problem ist dann auch die medizinische Versorgung. Der Einsatz von Rettungskräften ist sehr schwierig. Gerade in solchen Situationen ist Selbstschutz der beste Schutz!

Leider sind die Österreicherinnen und Österreicher auf ein solches Ereignis nicht wirklich gut vorbereitet. Wir wissen, dass ein Drittel der Haushalte einen sehr kleinen bis gar keinen Vorrat hat. Es ist uns nicht bewusst, dass z.B. ein Stromausfall in einem anderen europäischen Land auch für uns in Österreich sehr schlimme Folgen haben kann.

Spätestens nach zwei Stunden funktioniert auch der letzte Handymast nicht mehr, in Ballungszentren nach nur wenigen Minuten. Auch die Festnetzversorgung wird nur mehr sehr eingeschränkt funktionieren, haben doch viele Haushalte nur mehr einen stromabgängigen digitalen Anschluss. Nach nur 24 Stunden kippt das Kanalsystem. Aber auch Lebensmittel in Kühl- und Gefriertruhen sind schnell verdorben.

Wenn die Kühe nicht mehr gemolken werden können

Ehemals leuchtende Dörfer und Städte sind nunmehr viel dunkler und es wird sehr schnell kühl und außerhalb von Gebäuden mit Kamin- und Kachelöfen, wird es auch ganz schnell kalt. Nur wenige Einrichtungen, darunter einige Krankenhäuser und Blaulichtorganisationen können ohne weitere Versorgung mit Benzin oder Diesel ein paar Tage weiterbetrieben werden. Aber auch in ländlichen Regionen treten schnell ganz massive Probleme auf.

Ohne Strom können rund eine halbe Million Milchkühe in Österreich nicht mehr gemolken werden und unzählige andere Tiere nicht mehr gefüttert. Nicht entsorgter Müll, Exkremente und Tierkadaver bilden bereits nach wenigen Tagen ideale Brutherde für Insekten und Krankheiten – insbesondere im Sommer, wenn es heiß ist. Dieser Umstand ist besonders dramatisch, da es auch um die Hygiene der Menschen nach einem Blackout schlecht bestellt ist.

Jeder sollte vorsorgen

Daher sollte grundsätzlich jeder in Österreich vorsorgen. Dies beginnt damit, dass ausreichend Wasser und Nahrungsmittel im Haushalt vorhanden sind. Es kann keine generellen Vorgaben geben. Jeder Haushalt ist anders und danach hat man sich bei der Vorsorge zu orientieren. Denn so ein großflächiger Stromausfall führt zu schwerwiegenden und weitreichenden Dominoeffekten in allen Lebensbereichen. Jeder muss sich im Klaren darüber sein, dass mehr als vier Millionen Haushalte in Österreich nicht gleichzeitig geholfen werden kann.

Sorgen Sie dafür, dass Sie auch ohne Strom kochen können. Haben Sie die Möglichkeit für ein Notstromaggregat? Taschenlampen, Batterien, Kerzen, Kurbelradio usw. gehören einfach zum Vorrat in jedem Haushalt.

Treffpunkte mit der Familie im Vorhinein vereinbaren

Nachdem ein Blackout für uns unvorstellbar ist, ist es auch schwer vorhersehbar, wie wir auf den Moment, wenn auf einmal fast nichts mehr funktioniert, reagieren werden. Vor allem die persönliche Ungewissheit, was mit den anderen Familienmitgliedern ist bzw. wo sie sich befinden, wenn kein Handy mehr geht, kann eine hohe Stressbelastung auslösen. Vereinbaren Sie daher Treffpunkte wo man sich in solchen Situationen wie bei einem Blackout trifft.

Achten Sie daher besonderes darauf WER bei Ihnen im Haushalt lebt. Dies beginnt bei Babys und geht bis zu Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Viele Menschen benötigen Dauermedikamente. Wie steht es um die Notfallapotheke? Sind alle wichtigen Dokumente griffbereit in einer Dokumentenmappe gesammelt?

Prävention und keine Angst-Mache

Unsere Aufgabe ist die Prävention und nicht die Angst-Mache. Die Mitarbeiter in den Landesverbänden sind täglich unterwegs, um die Menschen zu beraten. Der Österreichische Zivilschutzverband und seine neun Landesverbände sind im Öffentlichen Auftrag (Bund und Länder) für die Menschen tätig.
Es gibt bei uns eine Vielzahl an Broschüren eben zu Blackout, Bevorratung, Strahlenschutz, usw...

Wir haben auch ein Kochbuch mit dem Titel "Kochen im Katastrophenfall" veröffentlicht. Darin finden Sie Rezepte wie man ohne Strom kochen kann. Dieses Kochbuch sowie alle unsere Ratgeber zu den verschiedensten Themen können kostenlos beim Österreichischen Zivilschutzverband bestellt werden.

Wichtige Tipps und die Broschüre zur Bevorratung finden Sie unter nebenstehendem Link.

Österreichischer Zivilschutzverband - Bundesverband (ÖZSV)
Spiegelgasse 6/13
1010 Wien
Österreich
Tel:   01 / 533 93 23
Internet: www.zivilschutzverband.at
E-Mail: office@zivilschutzverband.at

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