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2015 wurde das Projekt ins Leben gerufen, dass bis heute große Erfolge feiert. © Brigitte Gerger

Eine der Wiesen, die später in eine Blumenweiese verwandelt wurde. (Bild: ZVG)

Dank der besonderen Saatmischung gibt es nun viele verschiedene Blumenarten auf den Wiesen. (Bild: ZVG)

Die Projektbeteiligten auf einer der Wiesen, auf der schon ein Bienenschaukasten gebaut worden ist. © Brigitte Gerger

Ein Maisfeld im Hintergrund, wie es von den Bauern zur Verfügung gestellt wurde. (Bild: ZVG)

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Umwelt

Blumenwiesen für das Raabtal

Im burgenländischen Raabtal wurden im Jahr 2016 rund 300 Hektar Blumenwiesen neu angelegt, um wieder mehr Bienen ins Dorf zu locken. Den Anfang machte die Gemeinde St. Martin an der Raab.

Wildblumenwiesen sind nicht nur bei Insekten, sondern auch bei Naturliebhabern sehr beliebt. Da es früher im Raabtal fast ausschließlich Wiesen gab, die dann durch Ackerland ersetzt wurden, kam der Ortsstelle St. Martin an der Raab des Burgenländischen Vokswerkes die Idee, das Projekt "Blumenwiesen" ins Leben zu rufen.

Von der Idee zur Umsetzung

2015 wurden die Imker gemeinsam mit naturinteressierten Lehrern, Jägern und Landwirten aktiv und gründeten den Verein "Blumenwiesen Raabtal". Daraufhin legten sie drei Hektar, die Gemeinde selbst zwei Hektar Blumenwiesen an. 2016 wurde das Projekt vom Österreichischen Programm für umweltgerechte Landwirtschaft (ÖPUL) übernommen und so gelang es, die blütenreichen Flächen im Raabtal innerhalb eines Jahres zu verdreifachen. Nicht nur Landwirte, sondern auch Privatgrundbesitzer stellten ihre Gründe zur Verfügung, um dieses Projekt zu unterstützen. "Es hat einige Zeit gebraucht, um die Grundbesitzer von dem Projekt zu überzeugen", erzählt Ernst Mayer, Initiator des Projekts "Blumenwiese". Inzwischen haben etwa 100 Privathaushalte eine eigene Blumenwiese zu Hause, die ihnen laut Meyer wirklich große Freude bereitet.

Durch diese Bemühungen konnten im Jahr 2016 insgesamt sieben Hektar Blumenwiesen und Bienenweiden im Raabtal zu schaffen. Im Herbst 2016 wurde die Burgenländische Einrichtung zur Realisierung Technischer Agrarprojekte (BERTA) gebeten, das Projekt zu unterstützen. Es wurde dann gemeinsam mit ÖPUL an der weiteren Umsetzung gearbeitet, um mehr Landwirte für das Projekt zu begeistern. Nach und nach stellten auch die Bauern aus den Bezirken Jennersdorf und Güssing ihre Flächen zur Verfügung. Auch der Landwirt Matthias Meitz bot ein großes Maisfeld an. "Ich wollte eine Fläche für Bienen und für das Wild schaffen", betont der Schweinezüchter.

Bauern und Gemeinden erhalten Förderungen

"Die Bauern müssen die Fläche mindestens einmal pro Jahr mähen und das Mähgut entfernen. Für die Blumenwiesen müssen sie eine gewisse Saatmischung verwenden", sagt Projektbetreuerin Brigitte Gerger. Es wurde versucht, eine besonders blütenreiche, für die verschiedensten Insekten zuträgliche Mischung zu verwenden. Dieser Aufwand wird mit 700 Euro pro Hektar und Jahr aus ÖPUL-Naturschutzfördermitteln honoriert, da die Flächen ökologisch sehr wertvoll sind. Für die Gemeindeflächen werden im Jahr 500 Euro an Förderung ausgegeben, damit die Pflege der Wiesen gesichert ist. Das Projekt wird auch von Verena Dunst, Landesrätin für Agrarangelegenheiten, unterstützt. Deshalb erhält die Gemeinde vom Land noch zusätzlich 1.500 Euro Förderung pro Jahr.

Erfolg für die ganze Gemeinde

Die Ideen des Projekts haben mittlerweile Gestalt angenommen. Insekten, insbesondere Bienen und Schmetterlinge wurden wieder in den Ort gelockt und die Bewohner erfreuen sich an ihren wunderschönen Blumenwiesen. "Für die Touristen ist es natürlich was Schönes und für die Bienen und Schmetterlinge ist es ein wahres Paradies", schwärmt Franz Kern, Bürgermeister der Gemeinde St. Martin an der Raab. Ebenso betont er: "Die vielen Bienen im Ort haben auch die Imker dazu angeregt Schaukästen aufzustellen, die gemeinsam mit Schülern aus dem Ort betreut werden."

Derzeit findet ein Fotowettbewerb zum Thema "Schmetterlinge in der Blumenwiese" statt, der vom Volksbildungswerk St. Martin an der Raab ins Leben gerufen wurde. Laut Brigitte Gerger, Betreuerin des Projektes, wollen auch die Lehrer der Hauptschulen mit den Schülern Wildkräutersamen sammeln und ihre eigene bunte Blumenwiese ansäen. "Eine sehr begrüßenswerte Aktion, die vielleicht den einen oder anderen Nachahmer findet", meint Gerger.

"Die Brennnessel": Naturschutzpreis mit 100.000 Euro dotiert

Gemeinden, die sich für Artenvielfalt und Naturschutz engagieren, haben ab sofort die Möglichkeit, ihre Projekte für den Naturschutzpreis "Die Brennnessel - Naturschutz is ka gmahde Wies'n" von der REWE-Privatstiftung einzureichen. Einreichschluss ist der 31. Oktober 2017.

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