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Der Amtsleiter musste aufgrund der Schnittverletzung im Krankenhaus behandelt werden. © Mayr Peter

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Oberösterreich

Bürgermeister im Gemeindeamt attackiert

Der Amtsleiter der oberösterreichischen Gemeinde Dimbach rettete seinem Bürgermeister vermutlich das Leben: Nachdem ein Mann das Gemeindeamt stürmte und den Bürgermeister mehrmals angriff, ging er dazwischen und wurde am Ende sogar selbst verletzt.

Diese Szenen kennt man sonst nur aus Krimis: Am Mittwochvormittag gegen 10:15 Uhr betritt ein etwa 40-jähriger Mann das Dimbacher Gemeindeamt und geht zu Bürgermeister Josef Wiesinger. "Du bist schuld! Du hast mich ruiniert", schrie der Mann den Bürgermeister an. Anschließend hat der Mann den Bürgermeister mit einem Gas - vermutlich ein Pfefferspray - in Augen und Mund gesprüht. "Ich konnte kaum mehr sehen und ich musste um Luft ringen", erzählt der Ortschef später im ORF-Interview.

Mutiger Amtsleiter half seinem Chef

Von dem Gerangel auf die Situation aufmerksam geworden, eilte der Amtsleiter seinem Chef zu Hilfe. Dieser konnte die beiden trennen, woraufhin der Bürgermeister sich benommen in einen Kopierraum flüchtete. Doch der Täter konnte sich wieder frei machen und folgte Wiesinger in das Kammerl. Dort hielt der Angreifer dem Bürgermeister eine Pistole an die Brust, versuchte abzudrücken, die Pistole ging aber nicht los. "Ich habe schon geglaubt, es ist jetzt vorbei. Es wird ein Schuss kommen und ich werde umfallen", so der Bürgermeister gegenüber dem ORF, der im Interview immer noch wie im Schockzustand scheint.

Nach Messerattacke flüchtete der Täter

Doch der Amtsleiter versuchte ein weiteres Mal, seinen Bürgermeister zu retten. Er packte den Angreifer von hinten und zerrte ihn vom Bürgermeister weg. "Er hat mir dadurch wahrscheinlich das Leben gerettet", so Wiesinger. Doch damit ließ der Angreifer noch lange nicht ab. Er rang mit dem Amtsleiter, packte sich ein Messer und stach dem Amtsleiter in den Arm. Der Täter flüchtete nach der Messerattacke auf den Amtsleiter zu Fuß.

Der Amtsleiter verlor eine Menge Blut und wurde stationär ins Krankenhaus aufgenommen. Der Bürgermeister benötigte laut Polizei nach dem Vorfall psychologische Betreuung. Er und eine weitere Mitarbeiterin der Gemeinde wurden zudem durch Reizgas in Mitleidenschaft gezogen.

Täter stellte sich in Persenbeug der Polizei

Der Täter stellte sich eine knappe Stunde später im etwa 30 Kilometer entfernten Persenbeug (NÖ) der Polizei. Er wurde festgenommen und am Nachmittag vom Landeskriminalamt Oberösterreich einvernommen. Zum Motiv war vorerst nichts bekannt. Mit den Amtsgeschäften dürfte die Tat nichts zu tun haben, denn der Täter lebt in Niederösterreich und nicht im oberösterreichischen Dimbach.

Hintergründe noch ungeklärt

Im ORF-Interview erklärte der Bürgermeister, dass er den Mann zuerst nicht erkannt habe. "Ich habe den Herrn seit 22 Jahren nicht mehr gesehen und nie ein Gespräch gehabt. Was ich falsch gemacht habe, kann ich nicht sagen", erzählt der Bürgermeister gegenüber dem ORF weiter. Gegenüber dem ORF Oberösterreich sagte der Bürgermeiste auch, dass mit dem Mann vor 22 Jahren ein junges Mädchen aus dem Ort liiert gewesen sei. Der wahre Grund des Angriffs wird sich wohl im Rahmen der Ermittlungen erst herausstellen.

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