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Neben C3- und C4- gibt es noch CAM-Pflanzen, wie die Sukkulenten, die mit Säuren der Hitze trotzen © Andreas Steinert, Gartenleben

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"Natur im Garten" Tipp

C3 auf C4: Strategien der Pflanzen gegen Hitzeschachmatt

Es gab eine Zeit, da sank der Gehalt an CO2 in der Atmosphäre. Nun, das ist einige Millionen Jahre her und dauerte auch Jahrmillionen. In dieser Zeit aber stellten einige Pflanzen, vor allem die in tropischen Gebieten, ihren Stoffwechsel um. Was das mit heute zu tun hat?

Die meisten Pflanzen in unseren Breitengraden schließen bei Hitze ihre Spaltöffnungen um Wasserverluste zu minimieren. Das ist aber ein Nachteil, denn die Aufnahme von CO2 ist dann erschwert und die Photosynthese kann nicht richtig durchgeführt werden. C3-Pflanzen werden sie genannt, aufgrund des ersten Stoffwechselprodukts, das 3 Kohlenstoffatome enthält. Besser bei Hitze reagieren C4-Pflanzen, die einfach gesagt das CO2 festhalten und so effektiver sind. Für den heißen bepflanzten Kreisverkehr also besser C4-Pflanzen verwenden? Leider sind fast nur hartnäckige Unkräuter, wie Hühnerhirse C4-Pflanzen, aber Chinaschilf, Wolfsmilchgewächse, sowie manche Chrysanthemen- und Amaranth-Arten sind durchaus attraktive C4-Pflanzen.

Mit Freunden der Hitze trotzen

Recht neu in der Forschung ist die Untersuchung des Wurzel- und Bodenbioms, also der Bakterien und Pilzen, die in und an der Wurzel, sowie im Boden vorkommen. Untersuchungen der Uni Graz haben gezeigt, dass bestimmte Arten von Bakterien für Hitze- und sogar Frostresistenz verantwortlich sind. Nicht nur die Genetik der Pflanze, sondern auch die an der Wurzel vorkommenden Bakterien sind dafür verantwortlich, dass Pflanzen in heißen und trockenen Gegenden, wie auch in kühlen und feuchten gleichermaßen vorkommen können. Also ist ein gut belebter Boden wichtig für hitzegeplagte Gemeindepflanzen. Natürliche Dünger und Kompost helfen beim Aufbau und Erhalt der Mikroorganismen.

Weitere Strategien

Eine elegante Möglichkeit der Pflanze mit plötzlicher und starker Sonneneinstrahlung fertig zu werden ist die Fähigkeit mit Karotinoiden die Sonnenenergie abzupuffern. Innerhalb von Femtosekunden (das sind Billionstel von Millionstel Sekunden) kann die Pflanze auf quantenmechanische Weise von Chlorophyll auf Karotinoid umschalten; die Details ersparen wir Ihnen nur, weil auch die Wissenschaft noch nicht alles verstanden hat. Und wenn Ihre Silberlinden in der Hitze die Blätter seltsam hängen lassen, dann ist das eine weitere Art der Pflanzen sich vor zu viel Energie der Sonne zu schützen. Sie drehen die Blattflächen einfach von der Sonne weg um weniger Wasser zu verdunsten.

Mehr Information bei “Natur im Garten” unter der Telefonnummer 02742-74333 oder www.naturimgarten.at/gemeinden

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