20:02 Uhr  //  KW 29  //  Mittwoch, 18. Juli 2018  //  32 Kollegen online

Nachhaltigkietsministerin Elisabeth Köstinger präsentierte gemeinsam mit Infrastrukturminister Norbert Hofer die Klima- und Energiestrategie. ©BMLFUW/Paul Gruber

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Klimastrategie

Das Ende des fossilen Zeitalters

Die Klima- und Energiestrategie "#mission2030" ist der Grundstein für das Erreichen der europäischen Klimaziele und soll den Weg für eine saubere und sichere Energiewende ebnen. Als wichtigstes Ziel wurde die Dekarbonisierung der Gesellschaft genannt.

Die Klima- und Energiestrategie mit dem ambitionierten Namen "#mission2030" soll vor allem Klimaschutz und Wirtschaftswachstum zusammenführen. Dazu wurden sogenannte "Leuchttürme" von der Regierung entwickelt. Diese stellten Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger und Infrastrukturminister Norbert Hofer vor.

Offensive für E-Mobilität

Ein umfassender Punkt der Klimastrategie ist die E-Mobilität, insbesondere deren Ausbau. Vor allem die Alltagstauglichkeit soll erhöht werden. Dazu zählt die Anpassung des Wohnrechts, um Ladestationen in Mehrparteienhäusern leichter realisieren zu können. Außerdem sollen E-Busse vermehrt eingesetzt werden und in dem Zug auch die Ladeinfrastruktur verbessert werden. Durch den Ausbau der E-Mobilität sollen in Österreich bis 2030 34.000 neue Jobs geschaffen werden.

Die E-Mobilität betrifft allerdings nicht nur den Straßen- sondern auch den Schienenverkehr. So ist ein neuer Forschungsschwerpunkt für die Dekarbonisierung der Bahn geplant.

Radverkehr soll verdoppelt werden

Neben der E-Mobilität ist die generelle Verkehrsvermeidung ein wichtiger Punkt zur Reduktion von Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen. In dem Zug soll der Radfahrer/innen-Anteil in Österreich von sieben auf 13 Prozent bis zum Jahr 2025 erhöht werden, das ist aber unmittelbar von der Qualität der Rad- und Verkehrswege abhängig. Deshalb sind auch Maßnahmen der Raumordnung und der Raumplanung stark klimarelevant. Geplante Maßnahmen sind unter anderem die Reform der Stellplatzverordnung sowie die Errichtung von Radabstellanlagen.

Keine Ölheizungen mehr

Der Umstieg von Ölheizungen auf erneuerbare Energieträger ist ein weiterer zentraler Punkt, der bereits in naher Zukunft geschehen soll. Ab 2020 sollen im Neubau keine neuen Ölheizungs-Anlagen mehr installiert werden. Ab 2025 beginnt der schrittweise Ausstieg aus den bestehenden 700.000 Anlagen.

Die öffentliche Hand soll dabei eine Vorbildfunktion einnehmen und Heizungssysteme in öffentlichen Gebäuden sollen ebenfalls auf erneuerbare Heizungssysteme umgestellt werden.

100.000-Dächer-Programm

Photovoltaik-Anlagen leisten einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Stromerzeugung und das ungenutzte Potenzial Österreichs für die Gewinnung von Strom aus Sonnenenergie soll in Zukunft der Vergangenheit angehören. Derzeit gibt es rund 125.000 PV-Anlagen im Land, in den kommenden Jahren soll diese Zahl deutlich höher werden. "Jedes Haus soll ein kleines Kraftwerk werden. Es muss möglich sein, dass jeder Häuslbauer den Strom, den er braucht, selbst herstellen kann", sagt Ministerin Köstinger.

In Österreich gibt es einige Gemeinden, die das Thema Sonnenstrom sehr engagiert umsetzen. In der Vorarlberger Gemeinde Zwischenwasser zum Beispiel, wo bereits im Jahr 2015 innerhalb von 100 Tagen 100 PV-Anlagen montiert wurden.

Um den Fortschritt in diesem Bereich voranzutreiben, soll eine Investitionsförderung zur Verfügung gestellt werden und die Eigenstromsteuer gestrichen werden.

"Klimaschutz muss Anliegen aller sein"

Der nächste Schritt ist nun die Konkretisierung dieser Klimaziele, die mit der Einbindung der Stakeholder aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft beginnt. Köstinger kündigte eine fünfwöchige Begutachtung an, bei denen diese Stakeholder in mehreren Veranstaltungen miteingebunden werden sollen. Eine finale Strategie soll Anfang Juni vorliegen.

Die Klimaschutz-Strategie soll zum Mitmachen anregen und nicht als abgeschlossener Maßnahmen-Katalog verstanden werden. Unter www.mission2030.bmnt.gv.at kann die Klima- und Energiestrategie heruntergeladen werden. "Auf ihr bauen wir die notwendigen Maßnahmen auf, die wir ab nun gemeinsam erarbeiten und diskutieren. Wir laden alle ein, daran mitzuarbeiten und Ideen einzubringen. Es muss ein Anliegen aller Menschen sein", so Köstinger abschließend.

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