22:11 Uhr  //  KW 12  //  Donnerstag, 21. März 2019  //  6 Kollegen online

© Bernhard Haidler / Natur im Garten

© Bernhard Haidler / Natur im Garten

VIDEO

DOWNLOADS

Mehr zum Thema

Drucken   EMail

"Natur im Garten" Tipp

Die Blattlaus. Saugen, Vermehren und Kleben.

Hintergrundwissen auf kommunalnet.at tanken! Alles aus dem Dschungel des Grünraums. Denn Konrad Lorenz sagte „Man liebt nur was man kennt“. Heute werden Sie die Blattlaus lieben lernen.

Schnabelkerfe! Klingt wie eine Beleidigung, ist aber die deutsche Bezeichnung einer Insektenordnung, zu denen Wanzen, Zikaden und auch Pflanzenläuse gezählt werden. Und die letztgenannten kleinen Sauger, die parkenden Autos zu glitzerndem Lack verhelfen, sind eine genauere Betrachtung wert, denn Blattläuse haben faszinierende Eigenschaften. Alleine ihre enorme Vermehrungsgeschwindigkeit! Rein theoretisch hat eine einzige Laus in einer Saison 2,700 000 000 000 000 000 000 000 000 Nachkommen. 2,7 Quadrillarden! Gepresst in eine Kugel hätte diese Kugel einen Durchmesser von 150 Millionen km, würde also bis zur Sonne reichen.

Mal mit, mal ohne Männer. Blattläuse können fast alles.

Diese enorme Vermehrung ist einer ungeschlechtlichen Vermehrung geschuldet. Denn pro Tag kann eine Laus 5 identische Kopien gebären ohne je einen Blattlausmann gesehen zu haben. Diese jungfräulich geborenen Jungläuse können nach wenigen Tagen ebenfalls wieder bis zu 5 Kinder täglich kriegen. Dieses exponentielle Wachstum erklärt die Massenvermehrungen der Läuse auf unseren Pflanzen. Und dann beginnt der klebendige Albtraum.

Denn Blattläuse benötigen für ihre Entwicklung Eiweiß, der jedoch nur in geringen Mengen im Pflanzensaft vorhanden ist. So müssen die Läuse nach dem Anstechen der Leitungsbahnen Unmengen saufen um sich ernähren zu können. Alles nicht Benötigte kommt dann hinten wieder raus und das ist in erster Linie (nicht benötigter) Zuckersaft. Dieser wird als kleines Tröpfchen durch ein gabelartiges Schwänzchen oder durch die Hinterbeine weit weggeschleudert. Man will ja nicht im eigenen Saft sitzen.

Freunde und Feinde

Zuckersaft, der in großen Mengen versprüht wird lockt natürlich andere Tiere an. Fliegen, Bienen, Wespen und vor allem Ameisen finden sich ein. Letztere halten den Blattlauskot für so wertvoll, dass sie die Blattläuse sogar gegen Feinde verteidigen. Andere Pflanzenschädiger, wie Raupen, werden aber vertilgt, deshalb sind Ameisen trotz ihrer Liebe zu Läusen gute Nützlinge. Marienkäfer, Flor- und Schwebfliegen sind wiederum gute Blattlausfresser. Mehrere hundert Läuse pro Nützling werden vertilgt, deshalb sind in der Natur Blattläuse nur selten ein Problem.

Mehr Information und Anmeldung bei “Natur im Garten” unter der Telefonnummer 02742-74333 oder per email unter gartentelefon(at)naturimgarten.at.

LOGIN / NEUANMELDUNG >

 

Benutzername:

Passwort:

 

Neuanmeldung als:

Einzelperson

Gemeinde/Verband