03:42 Uhr  //  KW 50  //  Freitag, 15. Dezember 2017  //  1 Kollegen online

Die Sandler Ortstafel lässt Besucher schmunzeln. (Bild: ZVG)

Die 1.500-Einwohner Gemeinde liegt im Mühlviertler Freiwald. (Bild: ZVG)

Die Rosenhoferteiche in Sandl - beliebter Badeort aber auch wichtiger Lebensraum. (Bild: ZVG)

Alles andere als versandelt: Das neue Gemeindeamt Sandl. (Bild: ZVG)

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Die Sandler aus dem Mühlviertel

Wenn in Oberösterreich von den "Sandlern" die Rede ist, sind nicht zwangsläufig Landstreicher damit gemeint. Im nördlichen Mühlviertel, nahe an der Tschechischen Grenze liegt eine Gemeinde mit dem interessanten Namen "Sandl". Klingt nicht gerade einladend - woher hat die Gemeinde bloß ihren Namen?

Die Sandler, die hier leben, blicken auf eine lange Geschichte zurück. Die Sage über die Entstehung des Ortsnamens besagt, dass der Gemeindename in Verbindung mit der Errichtung der Kirche steht. Diese soll direkt über einer Quelle erbaut worden sein, welche viel "Sandl" ausgeworfen haben soll.

Sändl, Xändl, Sendel – Erika?

Tatsächlich hat die Namensgebung nichts mit besagter Quelle und der darüberstehenden Kirche zu tun. Der Ort "Sändl" wurde nämlich bereits erstmals 1615, noch vor dem Bau der Kirche erwähnt. Auch wurde die Gemeinde wohl nicht nach ortsansässigen "Sandlern" – also Landstreicher benannt. Die hohe Lage und die damit einhergehenden langen und schneereichen Winter liefern reichlich schwierige Bedingungen zur Übernachtung im Freien.    

Sändl, Xändel oder Sendel sind alte Bezeichnungen für Heidekraut, auch Erika genannt, welches im nördlichen Mühlviertel vorkommt. Dem Kraut verdankt die Gemeinde daher ihren Namen.

Kunst, Wald und Wintersport

In der Geschichte der Gemeinde spielt die Hinterglasmalerei eine wichtige Rolle. Sandl war einst ein Zentrum dieser Kunst, bei der Glasplatten von der Rückseite bemalt werden. Die Sandbildrose im Gemeindewappen ist ein Hinweis auf diese Tradition, auch ein eigenes Hinterglasmuseuem gibt es in Sandl. Außerdem befindet sich auch das Bild einer Säge sowie das Bild einer Schneeflocke im Gemeindewappen. Diese sollen die wichtige Rolle der Forstwirtschaft sowie die, in jüngerer Zeit zugenommene Bedeutung der Gemeinde als Wintersportort mit dem Schigebiet Viehberg verdeutlichen.

Sandelnde Sandler

Das hübsche Dorf Sandl kann man wohl nicht als "versandelt" – also heruntergekommen – bezeichnen. Ganz im Gegenteil, heute präsentiert sich Sandl als fortschrittliche Gemeinde mit Zukunftsprofil. Die schöne Lage an den Rosenhoferteichen lädt zum "sandln" – also sich gehen lassen – ein. Und die Bewohner dieser Gemeinde sind weit und breit als "Sandler" bekannt.

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