13:15 Uhr  //  KW 42  //  Dienstag, 17. Oktober 2017  //  1286 Kollegen online

Bürgermeister Mag. Rainer Porics (re.) und Ing. Michael Csmarits (li.) sehen eine Erleichterung in der Digitalisierung von Bauplänen. (Bild: ZVG)

Baupläne in Papierform gehören in Siegendorf der Vergangenheit an. Die Gemeinde setzt auf "digitale Bauakte". ©berlin-pics/pixelio.de

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Digitale Baupläne in Siegendorf

Siegendorf im nördlichen Burgenland hat 2017 ein Projekt zur Digitalisierung von Bauplänen gestartet. Bisher gibt es zwölf digitale Bauakten. Ziel ist es, künftige Bauvorhaben zu erleichtern.

In Vorarlberg hat die Digitalisierung in den Gemeinden Hohenweiler und Eichenberg schon vor drei Jahren Einzug gehalten. Die Marktgemeinde Siegendorf im Bezirk Eisenstadt setzt nun auch neue Maßstäbe in der Verwaltung: Der "digitale Bauakt" soll Ortsbewohnern den Zugriff auf ihre persönlichen Baudaten deutlich erleichtern und ihnen damit Geld, Zeit und Mühe sparen. Viele burgenländische Kommunen ziehen nach.

Kein Ausdrucken mehr und bessere Ordnung

Die Idee kam eigentlich schon vor 15 Jahren, als die Gemeinde eine Software hatte, um Dokumente der Katastralmappe zu visualisieren. "Die Bauverfahren werden immer komplexer. Hier haben wir die Möglichkeit in digitaler Form sämtliche Unterlagen und Pläne aufzubewahren und den Bauwerbern bei Umbauten zur Verfügung zu stellen. Wir haben Einblick über die Grundstücksgrenzen, so dass die Anrainer exakt verständigt werden können. Generell ist unser Ziel, alle Bauakten digital erfassen zu können und so ein großes, digitales Bauarchiv zu haben", erklärt Bürgermeister Rainer Porics gegenüber dem ORF. Ein Grund ist auch, dass es praktischer ist. Laut Michael Csmarits, zuständig für das Bauwesen in Siegendorf, gibt es in der Gemeinde vermehrt Planzeichner, die zur Vorbesprechung den Bauplan digital verfassen. Danach würde die Gemeinde diese Pläne ausdrucken und archivieren. Doch dieser zusätzliche Aufwand gehört jetzt der Vergangenheit an, da jetzt alle Pläne digital bleiben, um ein Überquellen der Archive zu vermeiden.

Nur neue Bauvorhaben und Umbauten werden digitalisiert

Die bereits bestehenden Bauakten von Häusern werden nicht digital erfasst, sondern bleiben vorerst noch auf Papier. Nur im Fall einer Erweiterung oder eines Umbaus werden die notwendigen Unterlagen digitalisiert und gespeichert. "Wir haben jetzt auch nicht vor, uns nur auf die alten Bauakte zu konzentrieren. Unser Ziel ist es, alle neuen Bauverfahren seit 1. Jänner 2017 zu adaptieren und umzustellen. Sollte es bei alten Akten zu einer Ergänzung des Gebäudes kommen, dann werden wir diese Akten dann auch digital erfassen. Wir hoffen, auf lange Sicht dann alles digital zu haben", erwähnt Porics gegenüber dem ORF.

Kosten für Software halten sich in Grenzen

"Das gesamte Projekt beläuft sich auf Kosten in der Höhe von 2.000 Euro. Laut gültigem Gemeinderatsbeschluss wurde für die Kosten in Höhe von etwa 1.500 Euro eine Software angekauft, die es ermöglicht Bauanträge von Bauwerbern digital zu erfassen", erklärt Csmarits. Dazu können auch über eine sogenannte Anrainerabfrage die benötigten Nachbarn fürs Bauverfahren erfasst werden. Diese werden mittels digitaler Abfrage beim Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen (BEV) festgestellt. Digital vorhandene Einreichpläne können dem Akt ebenfalls angeheftet werden und sind eben dann jederzeit abrufbar. Übrige Kosten belaufen sich noch auf Systemanpassungen und natürlich Einschulung der betrauten Bediensteten im Gemeindeamt.

Erfolge für das ganze Bundesland

Die Digitalisierung von Bauplänen bringt viele Vorteile. Nun ist es viel einfacher einen Überblick über die gesamten Bauakten zu haben, gleichzeitig werden Papier und Druckkosten gespart, was ohnehin ein unnötiger Aufwand war.  Bisher gibt es schon zwölf Baupläne, die digital erfasst wurden. Vor allem bei der Archivierung treten in vielen Gemeinden Platzprobleme auf. Das Auffinden von bereits archivierten Akten kann schwierig sein und erfordert meistens viel Zeit. "Viele Gemeinden aus dem nördlichen Burgenland haben bereits Interesse an dem Projekt gezeigt und sich bei uns hinsichtlich der Digitalisierung von Bauplänen erkundigt", sagt Csmarits.

Digitalisierung bei Bauwerken

Am 21. November findet die Veranstaltung "Digitalisierung von Bauwerken" statt. Das Programm behandelt Themen rund um die digitale Optimierung von Prozessen der Planung, Errichtung, Finanzierung sowie Bewirtschaftung von Bauwerken. Der Besuch der besten Beispiele aus den Innovationslaboren bietet einen praktischen Einblick in die digitale Zukunft. Die Anmeldung ist bis 23. Oktober 2017 online möglich. Den Link zur Veranstaltung finden Sie in nebenstehender Box.

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