20:09 Uhr  //  KW 47  //  Mittwoch, 21. November 2018  //  40 Kollegen online

Vorsitzender der Bundesaltlastenkommission LHStv. Stephan Pernkopf (r.) und KPC Geschäftsführer Christopher Giay (l.) beim Lokalaugenschein (© Philipp Monihart)

Räumung Hot Spot bei Gate 1 (© Voestalpine Stahl GmbH)

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Umwelt

Österreichs größte Altlastensanierung

Altlasten-Kommission besucht umfangreiches Altlastenprojekt Kokerei Linz

Ende September besuchten Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger (BMNT) sowie die Mitglieder der Bundesaltlastenkommission unter dem Vorsitzenden LHStv. Stephan Pernkopf an mehreren Terminen die laufende Altlastensanierung am Gelände des Stahlwerks der voestalpine Linz. Mit technischer Raffinesse und unter enormen Aufwand wird dort die Kriegsaltlast Kokerei Linz, ein 35 Hektar großes Areal am Werksgelände, mit Mitteln des Bundes saniert und ist damit die bisher größte über die Umweltförderung finanzierte Altlastensanierung in Österreich.

Bei der Kokerei Linz handelt es sich um eine Altlast der Prioritätenklasse 1. In der seit 1942 betriebenen Kokerei wird der zur Roheisenproduktion benötigte Koks erzeugt. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde sie durch Luftangriffe in weiten Bereichen zerstört. Dabei kam es zu großflächigen Schadstoffaustritten. Aufgrund des äußerst hohen Schadstoffpotenzials und der weitreichenden Schadstoffausbreitung besteht eine erhebliche Gefahr für die Umwelt, insbesondere für das Grundwasser.

Laufende Räumung der „Hot-Spots“ bis 2020, laufende Sicherungsmaßnahmen bis 2035

Die Sanierung dieser Altlast ist, entsprechend dem komplexen Schadensbild, als Kombination von mehreren Teilmaßnahmen konzipiert. Ziel ist es, sowohl die Schadstoffausbreitung im Grundwasser zu unterbinden als auch die „Hot-Spots“ mit hohen Schadstoffkonzentrationen im Untergrund zu entfernen. Seit 2012 konnten bereits wesentliche Teilmaßnahmen umgesetzt werden. Bis 2020 werden laufend weitere „Hot-Spots“ geräumt. Ein Betrieb der bereits fertiggestellten Sicherungsanlagen (Filterwand, Bodenluftabsaugung, Phasenschöpfung) ist bis 2035 budgetiert.

Die durch die Teilmaßnahmen erzielten Umweltauswirkungen sind bereits nachweisbar: Eine weitgehende Reduktion der Belastung im Grundwasserabstrom sowie die Entfernung der Schadstoffquelle aus den „Hot-Spots“. Der Bund fördert die Reinigung der aktuellen Teilfläche mit rund 20 Millionen Euro aus Mitteln der Umweltförderung. Insgesamt belaufen sich die Kosten der Sanierung inklusive eines laufenden Betriebes der Sicherungsanlagen bis 2035 auf rund 163 Millionen Euro.

Umweltförderung des Bundes saniert mit hohem finanziellen Mitteleinsatz Österreichs Altlasten

In der Vergangenheit führten mangelnde Umweltschutzmaßnahmen bei der Ablagerung von Abfällen, der damalige Umgang mit umweltgefährdenden Stoffen in Produktions- und Lagerstätten und die gezielte Zerstörung derartiger Anlagen im Zweiten Weltkrieg zu einer Reihe von kontaminierten Standorten in Österreich.

Erhebliche Umweltschäden durch Ereignisse des Zweiten Weltkrieges beschäftigen uns bis heute. Durch das Bombardement damals wichtiger Industrie- und Energieversorgungsanlagen traten große Mengen umweltschädlicher Substanzen wie Teeröl in den Untergrund aus und verunreinigen das Grundwasser bis heute erheblich und weiträumig. Bei diesen Altlasten besteht eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit des Menschen oder die Umwelt. Nur dank des hohen finanziellen Einsatzes der Umweltförderung des Bundes können diese Altlasten saniert werden. Das Altlastensanierungsgesetz in Verbindung mit dem Umweltförderungsgesetz bildet die im internationalen Vergleich erfolgreiche Grundlage zur strukturierten Erhebung, Bewertung und geförderten Sanierung kontaminierter Standorte in Österreich.

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