14:57 Uhr  //  KW 03  //  Donnerstag, 18. Januar 2018  //  1250 Kollegen online

Die Gemeinden Bregenz, Lustenau, Hard, Lauterach, Wolfurt, Schwarzach sowie Kennelbach erarbeiteten gemeinsam ein regional abgestimmtes Parkraummanagement. (Bild: ZVG)

Ortschefs der "Plan B Gemeinden" sowie Vertreter von Nachbargemeinden der Region kamen im Zuge des Parkraummangaments zusammen. (v.r. Bgm. Lauterachs Elmar Rhomberg, Bgm. Kennelbachs Hans Bertsch, Bgm. Wolfurts Christian Natter, Vbgm. Bregenz' Sandra Schoch, Bgm. Hards Harald Köhlmeier und Bgm. Schwarzachs Manfred Flatz) (Bild: ZVG)

Das Projekt soll das Umdenken zur Nutzung von anderen Verkehrsmitteln wie dem Fahrrad stärken. ©Kzenon - Fotolia.com

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Parkraumbewirtschaftung

Ein System für sieben Gemeinden

Eine lange Parkplatzsuche, zugeparkte Gehsteige sowie Verwirrung um das richtige System bei den Bürgern, sollen in sieben Vorarlberger Gemeinden künftig der Geschichte angehören. Sie erarbeiteten nämlich ein Parkraummanagement mit der "90 Minuten-Gratis-Kurzparkzone".

Sie kennen bestimmt das Problem, wenn sich Parkplätze schwer finden lassen oder von Dauerparkern besetzt sind. Um solche Unannehmlichkeiten künftig zu vermeiden, gestalteten sieben Vorarlberger Gemeinden ein regional abgestimmtes Parkraummanagement im Raum Bregenz-Hofsteig-Lustenau. Diese sind Bregenz, Lustenau, Hard, Lauterach, Wolfurt, Schwarzach sowie Kennelbach. Ein positiver Nebeneffekt: Für Bürger fallen künftig die Fragen nach Parkdauer und Bezahlsystem in der jeweiligen Gemeinde weg, da in jeder der beteiligten Gemeinden dasselbe System angewandt wird.

Laut ihrem Konzept werden die öffentlichen Parkplätze in den Ortszentren werktags zu "90 Minuten-Gratis-Kurzparkzonen". Entsprechende Parküberwachungsorgane sorgen dafür, dass ab der 91. Minute bezahlt wird. So setzt man Parkgebühren gezielt dort ein, wo Parkplätze knapp sind oder eine Lenkungswirkung sinnvoll ist. Mit dieser Initiative soll es künftig mehr Klarheit beim Parken für die Bürger geben und ein wichtiger Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz geleistet werden.

Gute Beschilderung und klare Markierung

Das Bundesland Vorarlberg hat nach Wien das attraktivste öffentliche Verkehrsnetz Österreichs und nimmt somit eine Vorbildfunktion ein. Die Idee für das Parkraummanagement der sieben Kommunen entstand innerhalb der "Plan B Gemeinden" ("Andere Wege von A nach B"). 2004 schlossen sich Bregenz, Hard, Kennelbach, Lauterach, Schwarzach sowie Wolfurt zusammen, um gemeinsam Bürger für die bewusste Mobilität zu begeistern. Da die Gemeinde Lustenau ebenso Probleme mit den Parkflächen feststellte, beteiligte sie sich nun am Konzept des Parkraummanagements.

Der bereits ausgearbeitete regionale Rahmen zeigt die umzusetzenden Maßnahmen vor Ort auf. Parkplätze sollen vor allem durch gute Beschilderungen und klare Markierungen einfach zu erkennen und zu finden sein. Anhand der Parkzeitbeschränkungen werden Dauerparker an geeignete Plätze verlagert. In den Zonen, in denen gezahlt werden muss, sind in allen sieben Gemeinden 70 Cent pro Stunde fällig. Außerdem können Nutzergruppen wie Anwohner, Unternehmer oder Pendler Dauerparkkarten erwerben und dürfen damit auf bestimmten Flächen unbegrenzt parken.

Schritt zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel

"Durch das Organisieren der Parkflächen sollen neue Akzente gesetzt und das Umdenken zur Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel gestärkt werden", so Christian Natter, Bürgermeister der teilnehmenden Marktgemeinde Wolfurt. Die Arbeitsgruppe sowie die Ortschefs der teilnehmenden Kommunen haben zuletzt die endgültige Entscheidung für das Parkraummanagement getroffen.

Externe Experten, die beim Projekt mitwirkten, waren Martin Reis vom Energieinstitut Vorarlberg, die Agentur für Entwicklung und Kommunikation "mprove" sowie Martin Scheuermaier vom Land Vorarlberg. Wichtige Beiträge zum Projekt hat ebenso das EU-geförderte, vom Energieinstitut koordinierte Projekt, "PeMo-Nachhaltige Pendlermobilität" geleistet. "Das Ziel des Konzepts ist es, knappe Parkplätze besser verfügbar zu machen, die Verkehrssicherheit zu verbessern sowie mit einer Vorbildwirkung vorauszugehen", erzählt Alois Mätzler, Unternehmensgründer von "mprove".

Leitlinien zur Umsetzung

Die politischen Gremien der teilnehmenden Kommunen beschlossen die Leitlinien und Grundlagen zur Umsetzung des Projekts, welche sich momentan in einer Überarbeitungsphase befinden. Einzig die Gemeinde Kennelbach, die momentan "keine zielführenden Umsetzungsmöglichkeiten" sieht, schert diesbezüglich aus, hat aber bei der Entwicklung des Konzepts mitgearbeitet. Der neue Umgang mit den Parkflächen im öffentlichen Raum wurde ebenso mit lokalen und regionalen Wirtschaftsorganisationen abgesprochen.

Um das Projekt finanzieren zu können, stützt man sich bei den Kosten für Bau, Erhaltung, Betreuung sowie der Kontrolle von Parkplätzen auf öffentliche Budgets. Das Parkraummanagement ist zwar nicht auf Einnahmen für das allgemeine Gemeindebudget ausgelegt, aber kann einen Beitrag zur Mitfinanzierung leisten und somit mehr Kostenwahrheit schaffen.

Künftige Kooperationsmöglichkeiten

Die Gemeinden wollen ihre Angebote an umweltfreundlicher Mobilität in Zukunft ausbauen. Aktuelle Beispiele sind der neue Fahrplan des "Landbus Unterland", diverse Radinfrastrukturprojekte oder der neue Anrufbus, der ab Ostern 2018 Fahrgäste abends und nachts bis zur Haustür bringt. Mätzler sieht zudem als weitere Felder für die Erweiterung der Kooperation die regionale Radroutenverbindung, die Attraktivierung von Ortszentren sowie die Kooperation im Pflegebereich. 

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