13:56 Uhr  //  KW 51  //  Mittwoch, 19. Dezember 2018  //  764 Kollegen online

Die Namensgebung von Zwischenwasser geht auf die geografische Lage zwischen zwei Flüssen zurück. (Bild: ZVG)

Der Ort Muntlix ist der Hauptort der 3.000-Einwohner-Gemeinde.(Bild: ZVG)

Nachhaltigkeit wird in der Gemeinde groß geschrieben, Photovoltaik-Anlagen finden sich auf zahlreichen öffentlichen und privaten Gebäuden. (Bild: ZVG)

Die idyllische Landschaft hat auch den Künstler Friedensreich Hundertwasser angezogen. (Bild: ZVG)

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Panorama

Eine Gemeinde zwischen den Wassern

Die Vorarlberger Gemeinde Zwischenwasser ist nicht nur tief mit dem nassen Element verbunden, auch der namensähnliche Künstler Friedensreich Hundertwasser ist Teil der Geschichte der Gemeinde. Außerdem zählt Zwischenwasser zu den umweltfreundlichsten Gemeinden Österreichs.

Genau genommen gibt es Zwischenwasser gar nicht, zumindest keinen Ort, der diesen Namen trägt. Der Name der Vorarlberger Gemeinde geht vielmehr auf die geografische Lage zurück. Sie liegt nämlich zwischen den beiden Flüssen Frutz und Frödisch und besteht aus drei Ortsteilen: dem Hauptort Muntlix, Batschuns und Dafins. Jeder dieser Orte hat seine eigene Pfarrkirche, Schule und Kindergarten.

Geografische Namensgebung

Sowohl die Namensgebung der Gemeinde, als auch die der dazugehörigen Ortschaften, lassen sich allesamt auf jeweilige geografische Besonderheiten zurückführen. Muntlix kommt vom lateinischen Wort "monticulus" und bedeutet so viel wie kleiner Berg, Batschuns leitet sich vom romanischen "paschun" ab und bedeutet (Vieh-)Weide und Dafins bedeutet nach "de abitus" aus dem lateinischen hinterliegend.

Kurzzeitig Teil von Bayern

Den ersten schriftlichen Hinweis auf eine Siedlung in Zwischenwasser gibt eine Urkunde aus dem Jahr 1127. Doch der Fund eines Messers in Batschuns deutet auf eine mögliche Besiedlung um 1.600 v.Chr. hin.

Die Habsburger regierten die Orte von Tirol und Freiburg aus, Zwischenwasser gehörte sogar kurzzeitig (von 1805 bis 1814) zu Bayern, dann wieder zu Österreich. Zu Vorarlberg gehört es seit 1861. Da nämlich wurde das westlichste Bundesland Österreichs gegründet.

Das Wappen erzählt

Bei dem Gemeindewappen handelt es sich um ein redendes Wappen, das die Entstehungsgeschichte der Gemeinde "erzählt". In einem blauen Hintergrund zeigt es den Zusammenfluss von Frutz und Frödisch an. Dazwischen ist ein goldener Baum mit drei Ästen, die die Vereinigung der drei Kirchdörfer Muntlix, Batschuns und Dafins versinnbildlichen.

Hundertwasser in Zwischenwasser

Besonders ist auch die Beziehung, die der österreichische Künstler Friedensreich Hundertwasser zu der Gemeinde im Bezirk Feldkirch pflegte. Diese ist auf die ortsansässige Textilfabrik Rueff Muntlix zurückzuführen, die Hundertwasser vor dreißig Jahren mitgestaltete. Doch es blieb nicht nur bei der Textilfabrik, auch die Straßenschilder und Hausnummerntafeln entwarf er nach seinen Vorstellungen.

Auch das Gemeindelogo, ein geschwungenes, blaues "R" geht auf den Schriftzug des visionären Künstlers zurück. Das hat den Hintergrund, dass Zwischenwasser alphabetisch die letzte Gemeinde Österreichs ist und deshalb auch den letzten Buchstaben als Logo ausgewählt hat. Es kann auch als Neuinterpretation des Gemeindewappens gesehen werden.

Wo Nachhaltigkeit gelebt wird

Nachhaltigkeit wird in Zwischenwasser großgeschrieben und der 3.000-Einwohner-Ort zählt zu den klimafreundlichsten Gemeinden im Land. Der Nachhaltigkeitsgedanke hört nicht bei der Mitgliedschaft im e5-Programm für energieeffiziente Gemeinden auf. Zwischenwasser ist auch die Gemeinde mit den meisten Sonnenkollektoren, in nur 100 Tagen wurden im Jahr 2015 100 Photovoltaik-Anlagen montiert. Seither gibt es in der Gemeinde 165 Anlagen. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl ist die Gemeinde österreichweit Spitzenreiter.

Als e5-Gemeinde hat Zwischenwasser fünf von fünf möglichen e's erreicht und hat bereits zweimal den Staatspreis für Architektur und Nachhaltigkeit gewonnen. Im Jahr 2015 wurde der Kindergarten Muntlix, dessen Baumaterialien großteils aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen und der mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet ist, ausgezeichnet. Das generalsanierte Gemeindeamt erhielt diese Auszeichnung 2017 und ist ein weiteres Beispiel für die nachhaltige Baukultur in der Gemeinde.

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