23:27 Uhr  //  KW 50  //  Sonntag, 15. Dezember 2019  //  1 Kollegen online

Kommunalnet war für einen "tierischen" Dreh im "Entenhausen" des Weinviertels und sprach mit dem Ziersdorfer Bürgermeister und Initiator des Enten-Dorferneuerungsprojekts Hermann Fischer. ©Kommunalnet

Die Enten-Sheriffs in Großmeiseldorf watscheln fröhlich die Straße entlang - und bremsen damit die Raser aus. ©Gemeindebund

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Reportage im Weinviertel

Enten-Sheriffs bremsen Verkehr

Großmeiseldorf im Bezirk Hollabrunn sorgt mit einer "tierischen" Idee für reges Medieninteresse: Statt technischer Geräte sorgen in der 435 Einwohner kleinen Katastralgemeinde von Ziersdorf bis zu 80 Enten für ein angemessenes Tempolimit im Ort. Ursprünglich wurden die tierischen Dorfbewohner im Zuge eines Dorferneuerungsprojektes angesiedelt, um den Bach sauber zu halten.

Gefieder in Farben, die inmitten des goldenen Herbstlaubes fast untergehen, darunter auch schwarze und weiße Daunen, manch prächtig grüner Kopf ist zu sehen und wildes Geschnatter hallt entlang des Bachufers: Bei dem Besuch der Ortschaft Großmeiseldorf in der Gemeinde Ziersdorf geht jedem Entenliebhaber und Tierfreund das Herzerl auf. Ein Grüppchen Enten watschelt fröhlich entlang der Hauptstraße, die schnurstracks durch die Katastralgemeinde führt und somit zum Rasen verleitet - und entschleunigt damit die herannahenden Fahrzeuge. Damit fungieren die Wasservögel als die tierischen Geschwindigkeitskontrolleure des 435-Seelen-Ortes im niederösterreichischen Bezirk Hollabrunn.

Gemeinde spart 10.000 Euro dank Gewatschel

Seit 2006 verrichten die Enten bereits ihre treue und verdienstvolle Arbeit als Tempo-Bremser in Großmeiseldorf. Auch wenn die Idee anfangs mit Skepsis aufgenommen wurde, sind die tierischen Bewohner heute nicht mehr aus der Gemeinde wegzudenken. Angesiedelt wurden die Wasservögel aber aus einem ganz anderen Grund: der heutige Ziersdorfer Bürgermeister und Bauleiter Hermann Fischer erkannte vor über zehn Jahren, dass Enten mit ihrem Gewatschel und dem Wühlen bei der Futtersuche den Bach sauber halten. Dadurch ersparte sich die Gemeinde bereits rund 10.000 Euro an Baggerkosten, erzählte der "Entenpapa" Fischer stolz.

Enteneltern verwöhnen ihre Schützlinge

Auch Fischers Ehefrau, Hermine Fischer, nennt die Enten liebevoll ihre Kinder. Für die beiden Enteneltern sehen sich die indischen Laufenten nicht, wie für Außenstehende, zum Verwechseln ähnlich. Sie kennen ihre Schützlinge sogar beim Namen. Bei Unwetter, nachts und zum Brüten finden die Enten Unterschlupf in den Stallungen auf Fischers Hof. Diese teilen sie sich mit einigen adoptierten Schafen, und einer rot getigerten Schmusekatze, die gerne mit den Küken kuschelt. Dort sammelt der Ziersdorfer Bürgermeister auch die zahlreichen Brot- und Gebäckspenden der Anrainer, um sie an die Tiere zu verfüttern. Den Enten fehlt es also an nichts.

Enten und Polizei sind Kollegen

Die Tausensassa-Enten sind heute eine wichtige Institution im Ort: sie halten nicht nur den Bachverlauf in Schuss und reduzierten die Geschwindigkeit des Durchzugsverkehrs um rund fünf bis sieben Kilometer pro Stunde, sondern fungieren auch als natürliche Schneckenentferner. Heuer gibt es jedoch Anlass zur Sorge: Die hohen Temperaturen verursachten noch das ungewöhnlich späte Schlüpfen mehrerer Küken. Die Enteneltern Hermann und Hermine Fischer sorgen sich um ihre entzückenden Babies - denn diese bekommen erst nach mehreren Wochen ihre warmen Daunen, und sind daher noch nicht gut vor den eisigen Temperaturen geschützt, die bereits in unseren Breiten Einzug finden.

Mehr dazu bald auf Kommunalnet TV

Wer nun neugierig auf die hilfsbereiten Enten wurde, ist im Glück: Auf Kommunalnet wird es in der kommenden Woche ein Video zur watschelnden Verkehrspolizei, ihren Ursprung und auch Herausforderungen, vor denen das Projekt Ente den Bürgermeister stellte, geben.

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