11:02 Uhr  //  KW 21  //  Mittwoch, 23. Mai 2018  //  1918 Kollegen online

Die Plattform Topothek bietet die Möglichkeit, die Ortsgeschichte aufleben zu lassen. (Bildquelle: www.topothek.at)

Die oberösterreichische Gemeinde Aigen-Schlägl nutzt das Portal seit 2017 aktiv. (Bildquelle: www.topothek.at)

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Topothek

Erinnerungen für die Zukunft

Topotheken sind Online-Archive für Lokalgeschichte und eine österreichische Erfindung. Sie bilden eine wichtige Basis für die Beantwortung historischer Fragen und zur Aufarbeitung der Ortsgeschichte.

Historische Fotos und Dokumente, die sich im Privatbesitz befinden können nicht nur für einen selbst, sondern auch für die Allgemeinheit einen Mehrwert haben. Genau dafür steht die Topothek. Historisch relevantes Material, das sich in privaten Händen befindet, wird unter Mitarbeit der Bevölkerung gesichert und online gestellt. So entsteht ein Archiv, das in lokalen Einheiten betrieben wird und regionale Geschichte zeitgemäß sichert.

Regionalhistorisches Nachschlagewerk

Die Topothek, der Name setzt sich aus den beiden altgriechischen Wörtern Topos ("Ort", "Thema") und Theke ("Aufbewahrungsort") zusammen, wurde von dem Niederösterreicher Alexander Schatek eher zufällig ins Leben gerufen. "Ich wollte mein privates Bildmaterial durch Beschlagwortung, Datierung und Verortung sinnvoll verwalten", erklärt Schatek die Eckpunkte, die die Bild- und Dateninhalte der Topothek ordnen. "Die IT-Abteilung meiner Firma hat diesen Gedanken umgesetzt", berichtet er weiter.

Die niederösterreichische Gemeinde Breitenstein begann sich im Jahr 2010 als erste Gemeinde für dieses Online-Archiv zu interessieren und es für die Aufarbeitung der örtlichen Geschichte zu nutzen. In den letzten zwei Jahren hat sich die Zahl, der Gemeinden, die eine Topothek betreiben, mehr als verdoppelt, aktuell sind es österreichweit 142, die meisten davon befinden sich in Niederösterreich. Aber auch nach Finnland, Spanien und Italien konnte das Netzwerk exportiert werden.

Aigen-Schlägl seit 2017 dabei

Die Gemeinde Aigen-Schlägl in Oberösterreich nutzt ihre Topothek sehr aktiv. Momentan sind 1.659 Bilder online und das nur innerhalb eines Jahres, da der Zugang erst seit 2017 besteht. In die Wege geleitet wurde das Projekt aber schon 2016, weil man "die Vergangenheit nicht ruhen lassen darf", wie eine der Verantwortlichen erzählt.

Richtlinien, was auf das Online-Archiv gestellt wird, gibt es von der Gemeinde aus nicht. Hauptsache die Qualität passt. Bisher ist das Feedback der Bürgerinnen und Bürger ausnahmslos positiv gewesen, das motiviert auch die Beteiligten ihre Arbeit weiterhin so gut zu machen.

Digitalisierung bietet neue Möglichkeiten

Verantwortlich für die Digitalisierung der Fotos, Dokumente, Karten, Audio- und Videoaufzeichnungen sind die sogenannten Topothekare, die sich alle ehrenamtlich engagieren. Topothekar kann jeder und jede werden, einzige Voraussetzung ist heimatkundliches Interesse, denn nur dadurch kann örtliche Geschichte umfassend gesichert werden.

Die Aufgabe der Archivare besteht darin, das Material, das sich in Privatbesitz befindet, zu digitalisieren, mit Schlagworten zu versehen und damit die Lücke zur Ortsgeschichte zu schließen. Die Kommentarfunktion der Plattform macht es außerdem möglich, gemeinsame Antworten auf mögliche offene Fragen zu finden.

Wer betreibt eine Topothek?

Da der Umgang mit dem zur Verfügung gestellten Daten vertrauensvoll erfolgen muss, soll eine Topothek nur von Institutionen betrieben werden, die keine finanzielle Verwertung des historischen Materials im Sinn haben. Deshalb sind hauptsächlich im Sinne der Öffentlichkeit tätige Einrichtungen wie Gemeinden oder Vereine die Betreiber.

Die heimischen Topotheken sind im Verein Icarus (International Centre for Archival Research) gebündelt, der weltweit mehr als 130 Online-Archive betreibt. Unter anderem auch Monasterium.net, das größte virtuelle Urkundenarchiv Europas, und Matricula.net, ein Onlineportal für Kirchenbücher.

Überschaubare Kosten

Die Kosten einer Topothek teilen sich zwischen der jeweiligen Betreiberinstitution (zum Beispiel eine Gemeinde) und Icarus auf. Sie variieren je nach Gemeindegröße. Neben einem einmaligen Beitrag für Einrichtung und Einschulung ist auch ein monatliches Entgeld zu bezahlen. Für eine Gemeinde mit bis zu 5.000 Einwohner betragen die Kosten beispielsweise 834 Euro pro Jahr. Eine genaue Auflistung der Kosten finden Sie auf der Webseite der Topothek, die neben diesem Text verlinkt ist.

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