13:06 Uhr  //  KW 22  //  Sonntag, 31. Mai 2020  //  18 Kollegen online

Die 1.150-Einwohner-Gemeinde Michaelerberg-Pruggern hat als erste Gemeinde Österreichs den Klimanotstand ausgerufen. (Bildquelle: www.michaelerberg-pruggern.at)

Bürgermeister Hannes Huber hofft, dass andere Kommunen es seiner Gemeinde nachmachen.(Bildquelle: www.michaelerberg-pruggern.at)

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Steiermark

Erste Gemeinde ruft Klimanotstand aus

Klimawandel schön und gut, aber was kann man auf kommunaler Ebene schon Großes bewirken? Michaelerberg-Pruggern macht es vor und ruft als erste Gemeinde Österreichs den Klimanotstand aus.

Wenn die Botschaft der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg bis ins Ennstal der nordwestlichen Obersteiermark vordringt, dann wird es ernst: Die 1.150-Einwohner-Gemeinde Michaelerberg-Pruggern hat am 13. Juni 2019 als erste Gemeinde Österreichs den Klimanotstand ausgerufen.

Einstimmiger Beschluss

Auslöser des Entschlusses war ein Plädoyer des Hoteliers Ernst Schrempf, der sich seit Jahren für Klimaschutz engagiert. Was eigentlich als Bericht im Gemeinderat an der Tagesordnung stand, "ist derart unter die Haut gegangen, dass wir daraufhin einstimmig den Klimanotstand beschlossen haben", so Bürgermeister Hannes Huber.

Symbolischer Akt mit Vorzeigecharakter

Natürlich sei klar, dass man als 1.150-Seelen-Gemeinde nicht die Welt retten könne, fährt Huber fort. "Aber je mehr sich engagieren, desto eher kann man global etwas bewirken." Dem Bürgermeister geht es in erster Linie um den symbolischen Wert. Er hofft auf eine Beispielwirkung: "Ich denke schon, dass es ein paar Gemeinden gibt, die unserem Beispiel folgen könnten."

Michaelerberg-Pruggern setzt auch konkrete Signale in Richtung Klimaschutz. Die kleine Kommune betreibt seit 13 Jahren ein Bioheizwerk. Alle öffentlichen Gebäude sowie mehrere Wohnhäuser werden dadurch mit Strom versorgt. Im Kampf gegen Öl- und Gasheizungen vergibt die Gemeinde zudem Förderungen für den Einbau von Solar- und Photovoltaikanlagen, sowie für Pelletsheizungen. Außerdem engagiere man sich dafür, den Wald "klimafitter" zu machen.

Konkrete Maßnahmen erforderlich

In einer Gemeinde könne man zwar bestimme Maßnahmen umsetzen, so der Bürgermeister. Die wirklichen Probleme liegen aber woanders. "Die Bundespolitik müsste die Thematik des CO2-Ausstoßes ernster nehmen", findet Huber. Der Entschluss, den Klimanotstand auszurufen, soll dahingehend ein Zeichen setzen.

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