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Ein Arbeitsmarkt, der sich der Integration verschließt, riskiert Stagnation © alexkich - Fotolia.com

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Asyl

Europäische Leitlinien für Integration

Im Zuge der starken Zuwanderung ist die erfolgreiche Eingliederung der Asylsuchenden in den Arbeitsmarkt zentraler Faktor. Es gilt, Problemen wie Diskriminierung bei der Bewerbung und anderen Hürden zu begegnen. Ein Leitfaden vom RGRE für die kommunale und regionale Ebene soll hierbei als Hilfestellung dienen.

Die Gemeinden sind durch den großen Zuwachs an Asylwerbern vor neue Aufgaben gestellt. Es gilt, Sprachbarrieren zu überwinden, kulturelle Verschiedenheiten aufzufangen und Rassismus zu unterbinden. Der Ausschuss für den sektorialen Sozialdialog hat sich dieser Problematik angenommen und zu diesem Zweck Leitlinien für die Eingliederung von Migrant/innen herausgegeben. Die Leitlinien dienen hauptsächlich einer fairen Integration von Migranten in die Arbeitswelt des jeweiligen Landes.

Unter Koordination des Rates der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE) entstanden Leitlinien, welche im Wesentlichen einer fairen Integration von Migranten in die Arbeitswelt des jeweiligen Landes dienen. Der RGRE ist ein Zusammenschluss aus lokalen und regionalen Körperschaften aus 41 Ländern und vertritt damit sogar mehr Länder als die Europäische Union oder der Ausschuss der Regionen, der Teil der EU-Institutionen ist. Den Österreichischen Gemeindebund vertreten in diesem Gremium Vizebürgermeisterin Carmen Kiefer (Kuchl) und Bürgermeister Arnold Marbek (Poggersdorf). Auch sie waren bei dieser Hauptversammlung anwesend.

Beschleunigung der Asylverfahren hat positiven Effekt 

Um eine erfolgreiche Inklusion in die Arbeitswelt zu gewährleisten, gilt es das Anerkennungsverfahren der Asylsuchenden zu beschleunigen sowie die Zeit zwischen Ankunft und Aufnahme der Arbeit zu verkürzen. Die Eingliederung in den Arbeitsmarkt öffnet Migrant/innen die Türen, einen Beitrag für Gesellschaft und Wirtschaft des jeweiligen Aufnahmelandes leisten zu können. Gleichzeitig soll hierbei natürlich sichergestellt werden, dass die Inklusion keine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen oder gar der Löhne für bisherige Berufstätige nach sich zieht. Neben der wirtschaftlichen und demographischen Vorteile begünstigt die Integration von Migranten in die Arbeitswelt eine kulturelle Vielfalt und eine größere Weltoffenheit. Die strukturierte Einbindung kann als Investition verstanden werden, die in Form von Wachstum, Innovation und besser funktionierenden öffentlichen Diensten schnell Früchte trägt.

Integration ist lokal

In einigen Bereichen sind bereits nennenswerte Fortschritte bei Einstellung und Förderung von Migranten erzielt worden. Besonders zu nennen sind hier die Lehrlingsausbildungsstätten. Dabei arbeiten Kommunal- und Regionalverwaltungen arbeiten als Behörde und Arbeitgeber bei der Integration in den Arbeitsmarkt eng mit den Gewerkschaften zusammen. Ein Schlüssel ist hierbei insbesondere auch die Aufklärung über Arbeits- und Sozialrechte (Leistungansprüche, Rechtsschutz etc.) der Einwanderer.

Der Schlüssel ist Kommunikation

Die Beteiligung und Anhörung von Migranten in diesem Prozess ist zentrales Mittel zur erfolgreichen Durchführung. Bei der Kommunikation mit der Bevölkerung ist die Transparenz von großer Bedeutung. Skeptischen und ablehnenden Haltungen von Bürgern kann vorgebeugt werden, wenn über Gründe für bestimmte Maßnahmen seitens der Behörden regelmäßig aufgeklärt und informiert wird.

Die gemeinsamen Leitlinien für Migration und Bekämpfung von Diskriminierung in Kommunal- und Regionalverwaltungen wurden am 17. September 2014 durch den Ausschuss für die sektoralen Sozialdialog in der Kommunal- und Regionalverwaltung genehmigt und sind am 5. Dezember 2016 aktualisiert worden. Sie dienen der Förderung von Arbeitsplatzstrategien und Beschäftigung für Migranten und versuchen Rassismus, Diskriminierung und Fremdenhass zu begegnen und effektiv zu bekämpfen.

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