22:26 Uhr  //  KW 39  //  Montag, 24. September 2018  //  11 Kollegen online

Die Ergebnisse der Tiroler Landtagswahl im Detail. (Quelle: tirol.gv.at, Grafik: Kommunalnet/Gemeindebund)

Die Mandatare im Landtag 2018 im Vergleich zu 2013. (Quelle: tirol.gv.at, Grafik: Kommunalnet/Gemeindebund)

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Tirol-Wahl

Fast nur Gewinner in Tirol

Die Tiroler Landtagswahl hat der ÖVP einen klaren Sieg beschert, Plätze zwei und drei gingen an SPÖ und ÖVP. Landeshauptmann Platter hat nun bei den Koalitionspartnern freie Wahl.

Bei der Tiroler Landtagswahl, die am vergangenen Sonntag, dem 25. Februar 2018 stattfand, gab es fast keine unzufriedene Partei. Eindeutiger Sieger der Wahl ist die ÖVP, die mit 44,3 Prozent besser als erwartet abschnitt. Die SPÖ erreichte mit 17,3 Prozent den zweiten Platz. Die Partei mit dem größten Plus von 6,2 Prozent war die FPÖ, die mit 15,5 Prozent den dritten Platz belegte. Die Grünen verloren Wählerstimmen, blieben mit 10,7 Prozent aber zweistellig, was ihr selbst erklärtes Ziel war.

Land mit geringster Wahlbeteiligung

Mit einer Wahlbeteiligung von exakt 60 Prozent ist Tirol das Bundesland mit der geringsten Beteiligung. Die Wahlbeteiligung war bei der diesjährigen Landtagswahl aber fast exakt gleich wie vor fünf Jahren und ist lediglich um 0,40 Prozent zurückgegangen.

Tirol ist seit 1945 ein "schwarzes Kernland" und wird es auch bleiben. Die ÖVP wird mit Günther Platter erneut den Landeshauptmann stellen. Nur in zwei Gemeinden - in Lienz und in Sellrain - sind die Schwarzen nicht die stärkste Kraft. Das Ergebnis bezeichnet Platter als "sensationell".

Wahlplus bei der SPÖ

Die Tiroler SPÖ erzielte einen Zuwachs von rund dreieinhalb Prozent, am stärksten schnitt sie in der Heimatgemeinde von Spitzenkandidatin Elisabeth Blanik ab. Mit 37,19 Prozent war sie die stärkste Partei in Lienz.

Offene Stimmen am Markt

Der starke Zugewinn bei fast allen Parteien hängt auch damit zusammen, dass fast ein Fünftel (17,74 Prozent) der Stimmen am Markt war. Bei der Landtagswahl 2013 fielen diese Stimmen gesammelt an die Liste Vorwärts, an Fritz Gurgisers Bürgerklub und an das Team Stronach, die alle heuer nicht mehr angetreten sind. Die meisten freien Wählerstimmen gingen an die FPÖ, aber auch ÖVP und SPÖ legten deutlich zu.

NEOS erstmals im Landtag

Die NEOS erreichten bei ihrem ersten Antritt in Tirol 5,2 Prozent und ziehen damit mit zwei Mandaten erstmals in den Landtag ein, was für reichlich Jubel in der Partei sorgte. Spitzenkandidat Dominik Oberhofer hat das Potenzial zwar auf bis zu acht Prozent eingeschätzt, Parteichef Matthias Strolz zeigte sich aber mit dem Ergebnis zufrieden.

Ebenfalls mit zwei Mandaten endete die Wahl für die Liste Fritz, die sich zwar zufrieden zeigt, aber mehr erwartet hat: "Wir hätten eine Steigerung verdient", sagt Listengründer und Obmann Fritz Dinkhauser.

Aus für die Abspalter-Listen?

Auch wenn sich die Liste Fritz im Landtag hielt, dürfte die Zeit der bürgerlichen Abspalter-Listen in Tirol vorbei sein. Bei den vorigen beiden Wahlen hatte die ÖVP noch stark unter dem Antreten der Liste Fritz, von Vorwärts Tirol und Fritz Gurgisers zu leiden. Vorwärts Tirol und die Liste Gurgiser haben sich mittlerweile - ebenso wie das Team Stronach - aufgelöst, die beiden Listen Impuls und Family blieben weit unter der Fünf-Prozent-Grenze (mit 0,48 bzw. 1,14 Prozent).

Die Qual der Wahl

Landeshauptmann Platter ist nun in der praktischen Situation, aus mehreren Koalitionspartnern wählen zu können. Zu etwaigen Koalitionsmöglichkeiten wollte sich am Wahlsonntag noch keine Partei genauer äußern, aber der blaue Spitzenkandidat Markus Abwerzger zeigte bereits Interesse an einem Gespräch: "Wir sind keine billigen grünen Bettvorleger aber Günther Platter hat meine Handynummer und kann mich gerne morgen ab Mittag anrufen."

Ob Platter weiter wie bisher mit den Grünen regieren wird oder ob er von Parteichef Sebastian Kurz angesteckt wurde und sich für die FPÖ entscheidet, soll bis spätestens Ostern feststehen, dann soll die Landesregierung gebildet sein.

Die besten und schlechtesten Ergebnisse der Parteien in den Gemeinden: 

 

 

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