23:17 Uhr  //  KW 37  //  Sonntag, 15. September 2019  //  2 Kollegen online

Wilfried Berchtold war von 1991 bis 2019 Bürgermeister von Feldkirch, Vorarlberg. (Bild: ZVG)

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Feldkirch: Amtsübergabe nach 28 Jahren

Der Feldkircher Langzeit-Bürgermeister Wilfried Berchtold ist am 12. März 2019 nach beinahe 28 Jahren im Amt zurückgetreten. Der 64-Jährige war von 1995 bis 2011 Präsident des Vorarlberger Gemeindeverbandes und ist Ehrenmitglied des Bundesvorstands des Österreichischen Gemeindebundes.

Ein Gespür für die Wirtschaft

Berchtold ist gebürtiger Feldkircher und besuchte nach seiner Schulausbildung in der Heimat die Hochschule für Welthandel in Wien. Anschließend absolvierte er den Universitätslehrgang zur Ausbildung von Exportkaufleuten. Seine wirtschaftliche Ausrichtung hat ihre Spuren in Feldkirch hinterlassen: Während seiner Amtszeit entstanden gleich mehrere Wasserkraftwerke. Diese sind Teil der Stadtwerke Feldkirch und liefern Strom für die Bevölkerung Feldkirchs.

Fortschrittliche Infrastruktur

Zahlreiche Unternehmen sind in der zweitgrößten Stadt Vorarlbergs ansässig. Das erfordert eine angemessene Infrastruktur: Kurz nach seinem Amtsantritt 1991 veranlasste Berchtold die Einführung eines Stadtbusses sowie einer Fußgängerzone in der Innenstadt. Auch das Montforthaus, das Kulturzentrum Feldkirchs, wurde unter Berchtold neu errichtet. Mit dem Bau des von ihm geplanten Stadttunnels sollte noch 2019 begonnen werden.

Abschied mit Demut

In seiner Abschiedsrede bedankte sich Berchtold bei seinen Mitarbeitern und sprach von der "guten Lebensqualität, dem Zusammenhalt in der Bevölkerung und von den soliden Finanzen", die Feldkirch prägen. Außerdem entschuldigte er sich öffentlich für Fehler: "Ich bitte all jene um Nachsicht, die ich verletzt und oder enttäuscht habe, enttäuschen musste."

Lob und Respekt für Berchtold

Viele bei der Verabschiedung Anwesenden sprachen dem langjährigen Bürgermeister ihren Respekt und ihr Lob aus. Erwähnt wurde hier allem voran sein Engagement in der Flüchtlingskrise, im Zuge derer die Stadt Feldkirch Spendenkonten für Asylsuchende eingerichtet hat. Den Flüchtlingen sollte durch Deutschkurse und gespendete Bücher eine rasche Integration ermöglicht werden. Der Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner bezeichnete Berchtold als "kompetenten, gewieften Verhandlungspartner".

Bewegte Amtszeit

Berchtolds Amtszeit war überschattet von einem Vergewaltigungs-Vorwurf, von dem er aber 2011 freigesprochen wurde. Der vierfache Vater war nach diesen Vorwürfen als Präsident des Vorarlberger Gemeindeverbandes zurückgetreten. Er habe stets die Interessen der Gemeinden mit großem Engagement vertreten und es verstanden, Grenzen zu überwinden und das Gemeinsame in den Vordergrund zu stellen, sagte sein Nachfolger im Gemeindeverband, der damalige Bürgermeister von Schlins, Harald Sonderegger, über Berchtolds Arbeit als Interessenvertreter.

In der Sondersitzung der Stadtvertretung am 12. März 2019 wurde der bisherige Vizebürgermeister und Finanzstadtrat Wolfgang Matt zum neuen Bürgermeister Feldkirchs gewählt.

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