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© Bernhard Haidler/Natur im Garten

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"Natur im Garten" Tipp

Feuerwanzen Insekten mit Verunsicherungspotenzial

Sobald die ersten Sonnenstrahlen den Boden im Frühling erwärmen, sind die allseits bekannten, rot-schwarz gefärbten und flugunfähigen Feuerwanzen in großer Zahl am Fuß von Baumstämmen oder ganz einfach am Boden zu beobachten.

Diese Ansammlungen zahlreicher Individuen der Gemeinen Feuerwanze sorgt erfahrungsgemäß für Verunsicherung sowohl bei HobbygärtnerInnen als auch bei GrünraumpflegerInnen. Tiere die so zahlreich vorkommen, müssen doch wohl irgendeinen Schaden anrichten? Im Beratungsalltag ist dies eine häufig gestellte Frage.

Wir können hier jedoch gleich Entwarnung geben: Feuerwanzen sind harmlose Tiere und verursachen keinerlei Schäden. Sie versammeln sich häufig am Fuß älterer Laubbäume, wo sie herabfallende Samen, vorzugsweise Lindennüsschen, anstechen und deren Saft aufsaugen. Neben pflanzlichen Säften steht auch tierische Nahrung auf ihrem Speiseplan. So saugen sie an Insekteneiern und toten Insekten. Auch von Kannibalismus wird berichtet. Ältere Larvenstadien saugen jüngere Artgenossen aus.

Widerstehen Sie also dem Reflex Insektizide gegen diese harmlosen Tiere zu spritzen. Es ist nicht nur sinnlos, weil wie oben erwähnt keinerlei Gefahr von den Tieren ausgeht, sondern Sie gefährden dadurch auch viele andere - vielleicht sogar nützliche Insekten. Laufkäfer oder Glühwürmchen halten sich ebenfalls am Boden, der Mulch- oder in der Krautschicht auf und sind eifrige Schneckenjäger.

Auffällig ist das Paarungsverhalten der Tiere, wenn Weibchen und Männchen bei der Vereinigung mit dem Hinterleib aneinanderstoßen und in dieser Position mehrere Stunden verharren. Bei Gefahr können die Tiere diese Vereinigung nicht so einfach lösen, wodurch bei der Flucht das stärkere Tier das schwächere hinter sich her zieht. Aus diesem Verhalten leitet sich der volkstümliche Begriff „Schusterkäfer“ für diese Tiere ab, obwohl Feuerwanzen natürlich nicht zu den Käfern, sondern zu den Wanzen gehören, was durch den deutlich ausgeprägten Stechrüssel leicht zu erkennen ist.

Nach der Paarung legen die Weibchen ihre bis zu 100 Eier in selbst gegrabene Erdhöhlen ab, welche sie eine Zeit lang sogar bewachen. Wie bei allen Wanzen verläuft die Verwandlung der Larven zum erwachsenen Tier schrittweise. Bis zum erwachsenen Insekt durchläuft die Gemeine Feuerwanze fünf Larvenstadien und benötigt dafür in etwa zwei bis drei Monate.

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