09:55 Uhr  //  KW 33  //  Sonntag, 19. August 2018  //  12 Kollegen online

Das Schloss Frauenstein gab der Kärntner Gemeinde ihren Namen. (Bild: ZVG)

Hauptort und Verwaltungssitz der Gemeinde Frauenstein ist der Ort Kraig. (Bild: ZVG)

Der Kraiger See ist sowohl bei Einheimischen als auch bei Touristen ein beliebtes Ausflugs- und Erholungsziel. (Bild: ZVG)

In Frauenstein gibt es eine Vielzahl an Vereinen, hier zu sehen ist die Glantaler Blasmusikkapelle. (Bild: ZVG)

VIDEO

LINKS

DOWNLOADS

Drucken   EMail

Panorama

Frauenstein: Eine feministische Hochburg?

Ob der Name der Kärntner Gemeinde Frauenstein tatsächlich auf die Haltung gegenüber Frauen zurückgeht lässt sich nicht eindeutig nachweisen. Die Geschichte der Gemeinde ist trotzdem nicht weniger interessant.

Das Bundesland Kärnten ist für seine Vielzahl an Burgen und Schlössern bekannt und beliebt. Frauenstein ist gleichzeitig Namensgeber für das Kärntner Wasserschloss, sowie für das Gemeindegebiet im Kärntner Bezirk St. Veit/Glan. Die 3.649 Einwohner zählende Gemeinde umfasst 52 Ortschaften, von denen jede eine interessante Entwicklungsgeschichte zu erzählen hat.

Eine Wasserburg als Namensgeber

Hauptort und Verwaltungssitz bildet der Ort Kraig, der vor 900 Jahren erstmals erwähnt wurde. In einer Urkunde 1091 wurde Kraig als "Kriwig" und 1131 als "Criwich" bezeichnet. In ältester Namensform geht Kraig auf das slowenische Wort "Krivice" zurück, das "Siedler in der Krummau" bedeutet.

Die Gemeinde selbst ist nach dem Schloss Frauenstein benannt. Bei dem spätgotischen Schloss handelt es sich um eine Wasserburg, die im 12. Jahrhundert erbaut wurde. Im Jahr 1197 wird Gundachir de Frowensteine in einer Urkunde als Zeuge genannt. Die Frowensteiner blieben bis zu ihrem Aussterben 1386 im Besitz der ehemaligen Burg. Das Schloss hatte in den folgenden Jahrhunderten viele verschiedene Besitzer, bis es im Jahr 1909 an Ing. Otto Wirth kam, dessen Familie noch heute Eigentümer ist. Das Schloss ist der Öffentlichkeit nicht zugängllich, trotzdem ist es ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderwege, die zu den Ruinen der Burg Freiberg und der Kraiger Schlösser führen.

Das Schloss wurde außerdem als Wahrzeichen für das Gemeindewappen verwendet. Die Abbildung zeigt "in Blau auf goldenem Dreiberg das goldene Schloss Frauenstein heraldisch leicht stilisiert, die Öffnungen schwarz". Der Dreiberg auf dem die Südfront des namensgebenden Schlosses im Wappen steht, ist in Wirklichkeit nicht vorhanden, er soll die drei Altgemeinden symbolisieren, aus der die heutige Gemeinde entstanden ist.

Gemeindezusammenlegung 1973

Die geschichtliche Entwicklung der Ortsgemeinden beginnt im Jahr 1850, da man erst ab diesem Jahr von einer Gemeinde im modernen Sinn sprechen kann. 1850 entstanden also die Gemeinden Pfannhof, Obermühlbach und Schaumboden. Pfannhof wurde später in die Gemeinden Kraig und Meiselding geteilt. Diese drei Altgemeinden wurden 1973 zur Gemeinde Frauenstein mit dem Verwaltungssitz in Kraig vereinigt.

Massensterben der Bauernhöfe

Die Gemeindebewohnerinnen und Bewohner lebten neben der Land- und Forstwirtschaft auch vom Bergbau. Abgebaut wurden seit urgeschichtlicher Zeit Silber, Eisen und Blei. Durch alte Stollen, aber auch durch alte Hofnamen lassen sich die ehemaligen Bergbaugebiete nachweisen. Bergbau wurde demnach im Gebiet der Kraiger Schlösser, in Laggen und in Schaumboden betrieben. Auch die Eisenindustrie wurde durch die Wasserkräfte der Bäche, vor allem der Wimitz und des Mühlbaches, von dem Gemeindegebiet Frauenstein angelockt.

Im 18. Jahrhundert kam es zu einem rapiden Bevölkerungszuwachs. Ursachen dafür waren eine bessere Seuchenbekämpfung und eine bessere Vorsorge gegen Hungersnöte. Dazu galten die alten Heiratsverbote für arme Bevölkerungsschichten nicht mehr. Dies war auch die Ursache für den Bevölkerungszuwachs der ländlichen Unterschicht. Seit dem 18. Jahrhundert kam es allerdings zu einer allmählichen landwirtschaftlichen Besitzkonzentration, einzelne Bauernhöfe wurden von anderen Bauern aufgekauft. Das führte auch zu dem Massensterben der Bauernhöfe in den Berggebieten um 1900. Reiche Talbauern, aber auch kapitalkräftige Unternehmer, kauften Bergbauernhöfe auf und widmeten sie in Halthuben, später in Forsthuben um. So wurden ganze Ortschaften entsiedelt. 

Kärntner Kulturgüter zu Fuß erkunden

Heute ist Frauenstein aufgrund des vielfältigen Freizeitangebots ein beliebtes Ausflugsziel. Vor allem bei Wanderern erfreut es sich großer Beliebtheit. Die zahlreichen Wanderwege führen an vielen Kulturdenkmälern, wie zum Beispiel den Kraiger Schlössern, vorbei. Die Aussichtspunkte Lorenziberg, Eggen am Kraigerberg, Steinbichl und Dreifaltigkeit laden außerdem zum Verweilen ein. Wer also Interesse an wunderschönen Schlösser und Ruinen hat, und diese auf Naturwanderwegen erkunden will, sollte einen Besuch in der Kärntner Gemeinde in Erwägung ziehen.

LOGIN / NEUANMELDUNG >

 

Benutzername:

Passwort:

 

Neuanmeldung als:

Einzelperson

Gemeinde/Verband