19:35 Uhr  //  KW 42  //  Sonntag, 22. Oktober 2017  //  17 Kollegen online

Fluchtartig wurde der Sitzungsraum während des Erdbebens verlassen. ©Frederic Vallier/Twitter

Nach dem Beben twitterte Frederic Vallier, Generalsekretär des RGRE, direkt von der Sitzung. ©Twitter

Das Beben war so stark, dass sich in dem erdbebensicher gebauten Gebäude die Verdeckung des Luftschachts löste und herabfiel. (Bild: ZVG)

Da war die Welt noch "in Ordnung": Die österreichische Delegation mit Städtebund-Mitarbeiterin Simona Woleser und den Gemeindebun-Vertretern Arnold Marbek und Carmen Kiefer. (v.l., Bild: ZVG)

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Schock

Gemeindebund-Team bei schwerem Beben auf Ägäis

Das Beben der Stärke 6,3 auf der Richterskala in der griechischen Ägäis erlebten zwei Vertreter des Gemeindebundes live mit. Sie waren auf einer wichtigen Sitzung des Hauptausschusses des RGRE auf Chios, bei dem unter anderem auch die Position zur Zukunft Europas verabschiedet wurde.

2. Juni 2017, 15:28 Uhr: Der Boden bebt, von der Decke fallen Teile herab. Kuchls Vizebürgermeister Carmen Kiefer wird von einem Gitter des Lüftungsschachts getroffen. Doch im ersten Moment denkt niemand an ein Erdbeben, die Gedanken eines Terroranschlags kommen auf, bis einer der griechischen Teilnehmer ruft: "Oh, it's an earthquake." Beinahe Erleichterung macht sich breit, während die Erde immer noch bebt und einzelne internationale Vertreter unter den Sesseln Schutz suchen, andere sich nach draußen flüchten und wieder andere im Schock einfach sitzen bleiben.

Schweres Erdbeben zwischen Lesbos und Izmir

Tatsächlich erlebten die Vertreter des Österreichischen Gemeindebundes im Rat der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE), Carmen Kiefer (Vizebgm. in Kuchl) und Arnold Marbek (Bgm. in Poggersdorf), zu diesem Zeitpunkt auf der griechischen Insel Chios ein Erdbeben der Stärke 6,3 auf der Richterskala. Es ereignete sich zwischen Türkei und Griechenland. Das Zentrum des Seebebens lag etwa zehn Kilometer unter dem Meeresboden der Ägäis zwischen der griechischen Insel Lesbos und der türkischen Küstenmetropole Izmir. Die Stöße waren noch in der rund 330 Kilometer entfernten türkischen Millionenmetropole Istanbul und in der etwa 300 Kilometer entfernten griechischen Hauptstadt Athen zu spüren. Es kam zu einem kleinen Tsunami, der aber keine Schäden anrichtete. Auf der griechischen Insel Lesbos kam eine Frau ums Leben, mindestens zwölf Menschen wurden verletzt. Chios liegt direkt in der Nähe des Zentrums des Seebebens.

Marbek: "Man sieht, wie verwundbar die Menschheit ist"

"Von den Sitzungsteilnehmern wurde zum Glück niemand verletzt. Aber es wurde uns vor Augen geführt, wie verwundbar der Mensch ist, ohne dass er etwas dafür kann", sinniert Marbek beim Telefonat mit Kommunalnet. "Mir ist sprichwörtlich die Decke auf den Kopf gefallen", kann Carmen Kiefer heute schon wieder scherzen, "Gottseidank ist das Gebäude in den 80er Jahren schon erdbebensicher gebaut worden, sodass sich nur leichte Teile von der Decke lösten und mir nichts passiert ist."

Nach dem Erdbeben wurde das Gebäude evakuiert. Die RGRE-Sitzung, bei der wichtige Punkte zur Zukunft der Organisation, aber auch zur Zukunft Europas diskutiert wurden, wurde an diesem Nachmittag abgebrochen und am nächsten Tag fortgesetzt. "Die Griechen sind toll mit dieser Ausnahmesituation umgegangen. Ganz seltsam war auch, als wir aus dem Gebäude gebracht wurden, dass die Orangen alle von den Bäumen gefallen waren", so Kiefer. 

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