11:25 Uhr  //  KW 38  //  Mittwoch, 20. September 2017  //  2163 Kollegen online

Visualisierung eines großen Projektes, der Raiffeisen Zentrale Salzkammergut in Gmunden, das momentan in Realisierung ist und vom Gestaltungsbeirat beurteilt wurde. (Bild: ZVG)

Baupläne des bald realisierten Projekts des Gestaltungsbeirates. (Bild: ZVG)

Die wunderschönen Bauwerke in Gmunden machen die Stadt zu einer besonderen Sehenswürdigkeit. © gmunden.at

Die Gemeinde stimmte dem Vorschlag des Gestaltungsbeirates zu. (Bild: ZVG)

VIDEO

LINKS

DOWNLOADS

Mehr zum Thema

Drucken   EMail

Konflikte

Gestaltungsbeirat für Gmunden

Immer öfter kommt es in Gemeinden zu Konflikten aufgrund von Bauprojekten und in Folge zu steigendem Druck auf die zuständige Baubehörde. Die Gemeinden Altmünster, Gmunden, Traunkirchen und Vöcklabruck bedienen sich deshalb eines gemeinsamen Gestaltungsbeirats als Hilfeleistung.

Bürgermeister haben einen engen Ermessensspielraum in puncto Baupolitik, da ihre gesetzlichen Vorgaben eng gesteckt sind. Sie sind außerdem die erste Instanz, die für die Bewilligung von Projekten verantwortlich ist. Als Politiker stehen sie unter besonderem Entscheidungsdruck, aber können über Projekte nicht nach Gutdünken urteilen. Aus diesem Grund haben viele Gemeinden einen Gestaltungsbeirat, so auch Gmunden.

Gestaltungsbeirat als Hilfe für die Gemeinde

Der Gestaltungsbeirat ist ein beratendes Gremium für die Baubehörde, den Bürgermeister. Er besteht aus drei auswärtigen Architekten, sowie zwei Experten aus den Bereichen Natur- und Denkmalschutz. Der Gestaltungsbeirat kann Änderungen bei Bauprojekten fordern und Projekte auch ablehnen. Sein Ziel ist die Erhaltung des Orts- und Landschaftsbildes mit den zu beurteilenden Projekten abzustimmen. Die getroffenen Urteile sind gesetzlich aber nicht bindend.

In der Stadtgemeinde Gmunden finden im Jahr fünf Sitzungen statt, wobei es in dringenden Fällen auch sechs sein können. Mit dem Gestaltungsbeirat wurden bereits viele Bauwerke in Gmunden erschaffen, die den Ort für die Bürger schöner machen sollen.

Bürger werden miteinbezogen

Auf die Frage, wie denn dieselben zu den Gestaltungsbeiräten stehen, antwortete der Leiter der Bauabwicklung Gmunden Günter Laska: "Die Einschätzung ist schwierig. Es wird versucht zwischen den Interessen der Anrainer und Bauwerber zu vermitteln. Doch das stößt oft auf Unverständnis der Anrainer, wenn es sich um eine Verschlechterung ihrer Interessen handelt." Die Architekten des Gestaltungsbeirates bemühen sich auf Planungsebene fachlich zu handeln und können daher in ihrer Entscheidung nicht auf alle Anrainerinteressen Rücksicht nehmen.

Seit einem Jahr sind die Sitzungen des Gestaltungsbeirates aber öffentlich, um die Bürger in die Ideenfindung miteinzubeziehen und nicht auszuschließen. Laut Günter Laska nehmen jedoch nicht sehr viele Anrainer an den Sitzungen teil. Hauptsächlich seien es die Bauwerber und die, die indirekt davon betroffen sind. Die Bürger finden die Idee eines Gestaltungsbeirates aber grundsätzlich gut, so Laska.

Volle Finanzierung durch die Gemeinde

Die Kosten für den Gestaltungsbeirat von etwa 25.000 Euro im Jahr übernimmt zur Gänze die Gemeinde. Davon werden die drei Architekten und die Sitzungen, die oft einen ganzen Tag dauern, bezahlt. Für 2017 sind fünf Sitzungen geplant, im Vorjahr waren es hingegen nur vier. Wirtschaftlich gesehen, ist es nicht gut zu lange Wartezeiten zu haben.

Nicht alle Vorschläge des Gestaltungsbeirates werden von der Gemeinde uneingeschränkt durchgewunken. Bei manchen Projekten oder Bauwerken bedarf es einer Änderung. Daher kann es sein, dass die überarbeiteten Ideen bei zwei bis drei Sitzungen nochmal vorgelegt werden müssen, was die Baumaßnahme bis zur endgültigen Freigabe erheblich verzögert. "Es hat auch schon Fälle gegeben, wo ein negatives Urteil ausgesprochen wurde, und dann würde das Bauwerk nicht genehmigt. Doch in den meisten Fällen geht es positiv aus", meint der Leiter der Bauabwicklung. Die Kosten für zusätzliche Sitzungen müssen von den Bauwerbern getragen werden.

Auswahl durch die Architektenkammer Österreich

Zu den Kriterien für die Begutachtung von Projekten zählen unter anderem der ökonomische Umgang mit dem Bauland, die Raumbildungen und Außenräume, die Erschließung von Grundstücken, die Einbindung in das natürliche Gelände, die Proportionen, Volumen und Maßstäblichkeit der Baukörper, die Materialwahl, die formale Gestaltung oder die Energieeffizienz von Gebäuden. Die Auswahl der Architekten wird durch die Architektenkammer Österreich vorgenommen. Die Gemeinde erhält darauf einen Vorschlag für einen Architekten und dieser wird in Folge auch angenommen.

LOGIN / NEUANMELDUNG >

 

Benutzername:

Passwort:

 

Neuanmeldung als:

Einzelperson

Gemeinde/Verband