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Beim Passieren der Ortstafel denkt man automatisch an Schatztruhen voller Gold. (Bild: ZVG)

Die Auenlandschaft am Donauufer wurde früher von vielen Flussarmen zerschnitten. (Bild: ZVG)

Das Gemeindewappen verbildlicht die wichtigsten Merkmale von Goldwörth: den Fischreichtum, die Goldwäscherei, die Landwirtschaft und den Kirchenpatron hl. Alban. (Bild: ZVG)

Am gemeindeeigenen Badesee erfreuen sich Bewohner und Besucher gleichermaßen. (Bild: ZVG)

Bereits im Jahr 1786 wurde eine “Goldwasch“ am Pesenbach vermerkt. Heute symbolisiert ein großes Sieb als Brunnen am Ortsplatz die damalige Goldwäscherei. (Bild: ZVG)

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Panorama

Goldwörth im Goldrausch?

Goldwörth - ein Name, bei dem man sofort an abenteuerlustige Goldsucher und Schatzkammern denken muss. Aber schwingt sich über die Brücken des Pesenbachs tatsächlich Harrison Ford auf der Jagd nach unendlichen Reichtümern?

Goldwörth ist eine kleine Gemeinde in Oberösterreich, im Bezirk Urfahr-Umgebung. Sie liegt kurz vor der Mündung des Pesenbachs in die Donau, wenige Kilometer von Linz entfernt, und weist eine "glänzende" Vergangenheit auf.

Gold, Fischerei und Landwirtschaft

Die "glanzvolle" Geschichte der knapp 900 Einwohner zählenden Gemeinde lässt sich zum Teil durch die Lage erklären. Nur 15 Kilometer westlich von der Landeshauptstadt gelegen, erstreckt sich das Gemeindegebiet auf einer Fläche von 10,83 Quadratkilometern über das linke Donauufer im nördlichen Eferdinger Becken - ein Gebiet, das zu vergangenen Zeiten von vielen Armen der Donau zerschnitten wurde. Der Ortsname verrät es: Die Gemeinde war einst, wie die alte Bezeichnung "Wörth" schon sagt, eine Flussinsel.

Auch wenn über die früheste Besiedelung des Raumes Goldwörth kaum Aufzeichnungen existieren, werden die ersten Ansiedelungen um 700 nach Christus durch Bayern vermutet. Lange Zeit lebte man hier von Landwirtschaft, Fischerei, Jagd und, in der Tat, Goldgewinnung!

Dass auf der Flussinsel tatsächlich einmal Goldwäscherei betrieben wurde, spiegelt sich auch im Gemeindewappen wider: Durch einen goldenen Wellenbalken geteilt, sieht man oben auf grünem Hintergrund ein silbernes, quer linkshin gestelltes Schwert, unten befindet sich ein silberner Fisch auf blauem Hintergrund.

Das Schwert ist das Symbol des heiligen Alban, des Kirchenpatrons, die grüne Fläche bezieht sich auf den landwirtschaftlichen Charakter der Gemeinde. Der goldene Wellenbalken weist auf die frühere Goldwäscherei auf einer Insel (Wörth) hin und der Fisch im blauen Feld ist Ausdruck für die Lage an der Donau und deren Fischreichtum.

Die Goldinsel

Daher ist eigentlich ganz logisch, wie die Gemeinde zu ihrem Namen kam. Jedoch hieß Goldwörth nicht immer so. Als unter Herzog Tassilo III. auf dem Gebiet zwischen Landshaag und Ottensheim ein Meierhof und eine Kirche erbaut wurden, gehörte die zu der Zeit noch namenlose Insellandschaft zu Alkoven. Der Name "Goldawerd" wurde erstmals im Zusammenhang mit der Gründung des Chorherrenstifts St. Nikola bei Passau im Jahre 1067 erwähnt. Obwohl die Verwaltungsgemeinde erst viel später gegründet wurde, blickt Goldwörth somit auf eine über 950 Jahre alte Geschichte zurück.

Was aber viele Goldwörther selbst nicht wissen: Zwischendurch war die Unabhängigkeit der Gemeinde bedroht. Als 1875 ein Gesetz für das Erzherzogtum Österreich ob der Enns zur Vereinigung mehrerer Ortsgemeinden im Bereich des Gerichtsbezirkes Ottensheim erlassen wurde, sollte auch Goldwörth mit Walding zu einer Gemeinde zusammengeschlossen werden. Die Zusammenlegung mit Namen "Walding-Goldwörth", die am 24. August 1875 erfolgte, bewährte sich aber nicht und die Trennung in zwei selbstständige Gemeinden erfolgte bereits fünf Jahre später, mit dem Landesgesetz vom 13. September 1880. Damit war die Autonomie der Gemeinde wieder hergestellt.

Obwohl Goldsucher und Co. schon lange der Vergangenheit angehören, hat sich Goldwörth zu einer beliebten Wohngemeinde entwickelt. In dem verhältnismäßig kleinen Ort gibt es ein umfassendes Angebot von über 20 Vereinen und Organisationen und die Gemeinde verfügt mit einem Kindergarten, einer Volksschule, einem gemeindeeigenen Badesee sowie einem Gasthaus und einem Verkaufsladen über eine Infrastruktur, die sich durchaus sehen lassen kann.

Wasser - Segen und Fluch in gleichem Ausmaß

Besondere Erholung für Bewohner wie auch Besucher bietet die ruhige Lage und die weitreichende Auenlandschaft entlang der Donau, die zu ausgedehnten Spaziergängen einlädt. Man kann darüber rätseln, ob man dabei auf unverhoffte Schätze stößt, gute Schuhe sind in dem wasserreichen Boden in jedem Fall anzuraten. Das reichhaltige Grundwasservorkommen, das der gesamten Bevölkerung uneingeschränkt als Trinkwasser zur Verfügung steht, ist heute das, was in der Vergangenheit das Gold war.

Nicht umsonst wird ein Großteil der oberösterreichischen Landeshauptstadt ständig mit bestem Trinkwasser aus Goldwörth versorgt. Der Wasserreichtum hat jedoch seine Schattenseite: Die Gemeinde wurde bereits mehrmals von Hochwässern heimgesucht, zuletzt im Jahr 2013. Um zukünftigen Überflutungen vorzubeugen, wird, so wie auch in mehreren anderen Gemeinden im Eferdinger Becken, in näherer Zukunft ein Hochwasserschutz realisiert werden.

Wasser ist und bleibt in Goldwörth omnipräsent. Dass einst in den Gewässern rund um Goldwörth Goldwäscher ihr Glück versucht haben, daran erinnert der Brunnen in Form eines großen Siebs am Ortsplatz.

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