10:15 Uhr  //  KW 34  //  Donnerstag, 22. August 2019  //  2122 Kollegen online

Politikwissenschafter Peter Filzmaier, ADEG Vorstand Jürgen Öllinger und Gemeindebund-Präsident Bgm. Alfred Riedl präsentieren die zweite Ausgabe des ADEG Dorfleben-Reports. ©ADEG Österreichs Handels AG/Robert Harson

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Dorfleben-Report

Große Wertschätzung für Selbstständige am Land

80 Prozent der Einwohner ländlicher Regionen finden Unternehmer als wichtig für das Dorfleben. 85 Prozent wünschen sich mehr Selbstständige im Dorf. Der Dorflebenreport, der im Auftrag von ADEG erstellt wurde, zeigt zum bereits zweiten Mal die Stellung der selbstständigen Unternehmer für die ländlichen Regionen.

Die Schaffung von Arbeitsplätzen, der Erhalt der Lebendigkeit in den Gemeinden sowie die Nahversorgung sind die wichtigsten Leistungen von selbstständigen Unternehmern am Land, wie die repräsentative Befragung der zweiten Auflage des ADEG Dorfleben-Reports zeigt. Die in Kooperation mit dem Österreichischen Gemeindebund erstellte Publikation gibt Antworten auf aktuelle Fragen rund um Unternehmertum und Selbstständigkeit im Rahmen des Dorflebens in Österreich. "Obwohl die Dorfbewohner mit ihrem Wohnort und dessen Lebendigkeit fast stets zufrieden sind, ist das bunte Leben in den Dörfern kein Automatismus. Für die Zukunft bedarf es sowohl wirtschaftlicher als auch sozialer Voraussetzungen", interpretiert Politikwissenschafter Peter Filzmaier die Ergebnisse des ADEG Dorfleben-Reports.

Unternehmergeist am Land

Für über 30 Prozent der österreichischen Dorfbewohner ist die Selbstständigkeit durchaus eine reelle Option in ihrer Lebensplanung – davon geben 38 Prozent den Handel und das Handwerk als die attraktivsten Branchen an. 23 Prozent der Befragten sagen sogar, dass sie ungenützte Geschäftschancen in ihrer eigenen Gemeinde sehen: vor allem im Handel und in der Gastronomie. Als große Vorteile der Selbstständigkeit sehen die österreichischen Dorfbewohner dabei die Verwirklichung von eigenen Zielen (61%), das selbstbestimmte Gestalten des Arbeitsumfelds und der Arbeitszeit (50%) sowie die Unabhängigkeit (47%).

Als Nachteile werden hingegen genannt: das finanzielle Risiko (73%), die höhere Arbeitsbelastung gegenüber Angestellten (47%) und das schwankende Einkommen (44%). Die Hälfte der Befragten nennt mangelndes Kapital als die größte Hürde, die der Selbstständigkeit im Weg steht. Zu geringes Know-how (28%) und fehlende geeignete Geschäftspartner (22%) werden ebenfalls als Herausforderungen gesehen. "Hier haben die Ergebnisse der Befragung unser Leistungsangebot bei ADEG für selbstständige Kaufleute bestätigt", so ADEG Vorstand Jürgen Öllinger zu den Bemühungen der Handelsmarke, vor allem in ländlichen Gegenden Österreichs die Nahversorgung zu sichern und zu stärken. "Wir können diese drei Herausforderungen gemeinsam mit den Interessenten überwinden: Das Know-how vermitteln wir beispielsweise in individuell zugeschnittenen Schulungen. Und natürlich beweist unser Erfolg, dass wir ein guter Geschäftspartner auf dem Weg in die Selbstständigkeit im Lebensmittelhandel sind", so Öllinger.

Riedl: "Flächendeckende digitale Infrastruktur ist der Schlüssel"

"In allen österreichischen Gemeinden ist die lokale Wirtschaft, der Betrieb ums Eck, eine wesentliche Standortfrage für ein blühendes Dorfleben. Um die Wirtschaft in den ländlichen Regionen zu stärken, neue kreative Lösungen zu ermöglichen und den Bürgerinnen und Bürgern mehr Zukunftsperspektiven zu bieten, brauchen wir eine flächendeckende digitale Infrastruktur, die Land und Stadt eng miteinander verbindet", betont Gemeindebund-Präsident Bürgermeister Alfred Riedl.

Großes Potenzial für gute wirtschaftliche Zukunft der ländlichen Räume

79 Prozent der befragten Dorfbewohner empfinden ihre Gemeinde als lebendig. Als Faktoren, die ein Dorf lebendig machen, werden am häufigsten gastronomische Angebote (45%), Sport- und Freizeiteinrichtungen (43%), Vereine (42%) sowie Kultur-, Sport- oder Gemeindeveranstaltungen (39%) genannt. Lebensmittelgeschäfte und Einkaufsmöglichkeiten sind für knapp ein Viertel der Befragten ebenso wichtig. Danach gefragt, wer im Dorf am ehesten dafür sorgt, dass die Gemeinde lebendig ist, werden Unternehmer bereits an zweiter Stelle (34%) genannt. Nur die so wichtigen Vereine sind laut den Befragten (47%) noch wichtiger für die Lebendigkeit am Land. Für die 21 Prozent, die ihre Gemeinde als nicht lebendig empfinden, fehlen vor allem Geschäfte (22%), gastronomische Betriebe (19%) und Angebote für junge Menschen und Familien (17%).

Dies reiht sich ein in die Antworten aller Befragten, welche Voraussetzungen für eine lebendige Zukunft der ländlichen Gemeinden Österreichs am wichtigsten sind: Mit 59 Prozent ist eine funktionierende Infrastruktur der wichtigste Faktor. Arbeitsplätze im Dorf (46%), Freizeitangebote (44%), Kinderbetreuungsstätten (43%) sowie Lebensmittelgeschäfte (43%) sind die nächstgereihten Faktoren. Für ein Drittel der Befragten sind Ausbildungsmöglichkeiten ebenfalls wichtig für die Lebendigkeit ihrer Gemeinde. Für den Gemeindebund bestätigen die Studienergebnisse die engagierte Arbeit der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister und zeigen, "dass der Fokus auf diese wichtigen Fragestellungen große Chancen für eine prosperierende wirtschaftliche Zukunft aller Regionen im Land bringen wird", betont Riedl. 

"Übersetzt heißt das für uns, dass wir in vielen Gemeinden nicht nur ein gegenwärtiges Potential für Selbstständige sehen, sondern sich die Funktionen und Leistungen unserer selbstständigen ADEG Kaufleute auch mit den Bedürfnissen der Zukunft decken. Unsere Kaufleute schaffen Arbeitsplätze, verbessern die örtliche Infrastruktur und kombinieren das zusätzlich mit örtlicher Wertschöpfung, indem sie regionale Zulieferer unterstützen und deren Produkte vertreiben. In Summe: ADEG Kaufleute machen das Dorf lebendiger", interpretiert ADEG Vorstand Jürgen Öllinger die Ergebnisse der Studie.

Nahversorger als zentrale Treffpunkte

"Für mehr als zwei Drittel der Dorfbewohner sind selbstständige Kaufleute weit mehr als Läden, wo Brot, Milch und Butter oder überhaupt alle Dinge des täglichen Bedarfs bequem erhältlich sind. Der Nahversorger im eigenen Dorf wird viel mehr als gewichtiger Teil dessen gesehen, was einen Ort lebendig macht. Als Platz des Gesprächs und Austauschs aller Art. Ein ‚zweiter Dorfplatz‘ sozusagen", so Dr. Peter Filzmaier zur Rolle der selbstständigen Kaufleute. Diese - oft auch selbstständigen ADEG Kaufleute - werden von den Befragten durchwegs als besonders positiv für die Lebensqualität in ihrer Gemeinde wahrgenommen: Knapp 90 Prozent empfinden selbstständige Lebensmittelhändler als wichtig für die örtliche Wirtschaft. Sie machen das Dorf lebendiger (86%), sind wesentlich für die Dorfgemeinschaft (85%) und tragen zur Verbesserung der Infrastruktur im Ort bei (82%) – damit erfüllen sie auch eine wichtige soziale Funktion für die Gemeinden (81%). Außerdem schaffen sie für mehr als drei Viertel der Befragten einen Treffpunkt im Dorf.

Selbstständige Kaufleute können in der Wahrnehmung der Dorfbewohner vor allem mit ihrer Persönlichkeit und der Verwurzelung mit dem Dorf punkten: 70 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass selbstständige Kaufleute für mehr Lebendigkeit in der Gemeinde sorgen.

Für mehr als die Hälfte dieser Gruppe ist der persönlichere und familiärere Kontakt mit den selbstständigen Kaufleuten der ausschlaggebende Aspekt dazu. Weitere Vorteile selbstständiger Nahversorger sind unter anderem auch die Verwurzelung in der Gemeinde sowie die gemessen am Gesamtsortiment größere und bewusste Ausstattung mit Produkten aus der Region. "Es macht uns sehr stolz, dass die Ergebnisse aus dem Report die gelebten Kernwerte unserer ADEG Kaufleute belegen können", so ADEG Vorstand Jürgen Öllinger.

Über den ADEG Dorfleben-Report

Die in Kooperation mit dem Österreichischen Gemeindebund erstellte Publikation behandelt die Lebenswelt in Österreichs Dörfern. Den inhaltlichen Kern der bereits zweiten Ausgabe bildet eine österreichweite Umfrage, die im Jahr 2018 vom Meinungsforschungsinstitut MindTake repräsentativ unter 1.038 Dorfbewohnern durchgeführt wurde. Die Stichprobe umfasst Frauen und Männer ab 16 Jahren mit Hauptwohnsitz in einer Gemeinde mit maximal 5.000 Einwohnern. Als Erhebungsmethode wurden Computer Assisted Web Interviews (CAWI) sowie telefonische Interviews eingesetzt.

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