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Toller Erfolg für das Crowdfunding für die Forsteralm: statt der angepeilten 300.000 Euro erzielten die Projektwerber 450.000 Euro. ©Forsteralm

Gesammelt wurde für die Anschaffung einer Beschneiungsanlage, um mehr Schneesicherheit zu haben. ©Forsteralm

In Königsberg konnte man mit der Erreichung der ersten Hürde (20.000 Euro) den Bikepark erweitern. Schon jetzt ist der Bikepark durch die weltweit erste Schlepplift-Anlage für Biker einzigartig. ©Koenigsberg-Hollenstein-Skilifte

Auch die zweite Crowdfunding-Hürde, 50.000 Euro, wurde elegant genommen und so wird die Attraktivierung des Aufgangswegs für Familien zum KE-Kräutergarten mit speziellen Stationen zum Spielen und Austoben Realität werden können. ©Koenigsberg-Hollenstein-Skilifte

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NÖ Regional News

Großer Erfolg für regionale Crowdfundingplattform

Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können sie das Gesicht der Welt verändern, sagt ein afrikanisches Sprichwort. Das Gleiche gilt auch für Crowdfunding-Projekte in der Regionalentwicklung – eine gute Idee und das Beachten einiger Grundregeln vorausgesetzt.

Unter dem Motto "Schifoan dahoam" wurde seit April auf der Crowdfunding-Plattform gemeinsam.noeregional.at der NÖ.Regional.GmbH und des Vereins Service Freiwillige Geld für die Finanzierung einer Beschneiungsanlage im Familienskigebiet Forsteralm gesammelt. Mit einem beeindruckenden Ergebnis: Statt der angepeilten 300.000 Euro erzielten die Projektwerber 450.000 Euro.

Warum Crowdfunding auf der Forsteralm

Schneesicherheit ist das Um und Auf für den Betrieb und das wirtschaftliche Überleben eines kleinen, überschaubaren Skigebietes wie die Forsteralm im Einzugsgebiet von Ybbstal und Ennstal. Ohne moderne Beschneiungsanlage, die innerhalb von 72 Stunden grüne Wiesen in weiße Pisten verwandelt, geht das in Zeiten des Klimawandels nicht mehr. Mit Unterstützung der Gemeinden und der LEADER-Region Eisenstraße entschieden sich die Betreiber, mittels regionalem Crowdfunding die notwendigen Eigenmittel für die Investition in Millionenhöhe aufzutreiben.

Erfolg auf der Crowdfunding-Plattform war und ist harte Arbeit

Abgesehen von der Idee hängt der Erfolg einer Crowdfunding-Kampagne ganz maßgeblich von der Vermarktung des Projekts ab, die aktiv von den Projektwerbern getragen wird. Das Forsteralm-Projekt startete beispielsweise mit einem eigens produzierten Kampagnenvideo und investierte in Drucksorten und einen betreuten Facebook-Auftritt.

Der Kampagnenleiter Thomas Wagner betont: "Ganz wichtig, neben der professionellen Planung und kontinuierlichen Begleitung der Kampagne, sind die Menschen, die mit Herzblut für das Projekt laufen." Wagner hat an die 80 Botschafter ins Rennen geschickt, um in unzähligen persönlichen Kontakten die Werbetrommel zu rühren und auch "offline" Spendenzusagen entgegen zu nehmen. Die Mühe hat sich gelohnt, im Winter wird es auf der Forsteralm schneien.

Königsberg: Mit Crowdfunding Tourismusdestination weiterentwickeln

Einen ähnlichen Weg wie bei der Forsteralm ist man auch "auf dem" Königsberg gegangen. Während bei der Forsteralm der Winterbetrieb im Fokus steht, lautete am Königsberg die Devise von Anfang an, den Königsberg zu einem ganzjährigen Erlebnisraum zu entwickeln.

Um deren Ziele zu verstehen, muss man auch die Geschichte des Königsbergs kennen: 2012 haben Herbert Zebenholzer und Peter Jagersberger das Skigebiet Königsberg in Hollenstein an der Ybbs mit sechs Schleppliften von einem Wiener Unternehmer erworben. Der Königsberg stand damals vor dem Aus. Mit viel Kraft und großer Unterstützung der ganzen Talschaft wurde dem Ausflugsberg Stück für Stück neues Leben eingehaucht. Zu den bereits erfolgten Aktivitäten wie beispielsweise ein Open-Air-Spektakel oder die Eröffnung des Bikerparks sollten noch neue kommen. So setzte man sich zum Ziel, 20.000 Euro via Crowdfunding aufzubringen – geworden sind es schlussendlich fast dreimal so viel, nämlich 56.678 Euro. Dadurch werden mehr als 40 Arbeitsplätze vor Ort abgesichert und der Weg zu einem Top-Ausflugsziel in den Ostalpen geebnet.

Mit der Überwindung der ersten Hürde, der 20.000 Euro, wurde die Möglichkeit eröffnet, breit und auf nationaler Ebene für den Erlebnisraum Königsberg zu werben und spektakuläre Veranstaltungen und Bikerennen zu organisieren. Außerdem wurde die Erweiterung des Bikepark angepeilt, mit Verlängerung der Freeridestrecke um 900 Meter und neue Sprünge bei der Downhillstrecke.

Aber auch die zweite Crowdfunding-Hürde, 50.000 Euro, wurde elegant genommen und so wird die Attraktivierung des Aufgangswegs für Familien zum KE-Kräutergarten mit speziellen Stationen zum Spielen und Austoben Realität werden können.

Erst bei Überwindung der dritten Hürde (75.000 Euro), wollte man in den Winterbetrieb investieren. Derzeit heißt es also noch: bitte warten.

Herbert Zebenholzer, Geschäftsführer der Königsberg-Hollenstein Skilifte GmbH, erläutert die Crowdfunding-Erfolgsgeschichte. Zur Bewerbung des Projekts wurden zahlreiche Veranstaltungen genutzt, bei denen die Visionen des Königsbergs und die Pakete für potenzielle Unterstützer komprimiert auf A4 mit integriertem Zahlschein vorgestellt wurden. Diese "Zettel" lagen auch im Schigebiet auf, man nutze Facebook und natürlich die Homepage. Und dann sind auch die Medien aufgesprungen und haben über das Crowdfundingprojekt Königsberg berichtet. "Wir wollten den Menschen nicht auf die Nerven gehen und eher behutsam auf Werbung für unsere Crowdfundingidee mit dem Königsberg machen. Die Rechnung ist voll aufgegangen."

Regionales Crowdfunding – wie es bei der Forsteralm funktioniert hat

Regionales Crowdfunding ist gekennzeichnet durch eine einmalige Spende mit Gegenleistung. Zu den 1.000 Förderern zählen Gemeinden, Firmen, Vereine und Privatpersonen. Viele von ihnen haben einen emotionalen Bezug zu "ihrem" Skigebiet. Sie alle haben sich für einen Beitrag zwischen 20 und 15.000 Euro entschieden und dafür beispielsweise Tageskarten, Ehrentafeln oder Namenspatronanzen für Pisten oder Lifte erhalten, zusätzlich zur Namensnennung auf der Online-Plattform.

Projektidee, aber nicht genügend Mittel? Crowdfunding macht‘s möglich

Seit einem Jahr bietet die Crowdfunding-Plattform gemeinsam.noeregional.at allen Niederösterreichinnen und Niederösterreichern die Möglichkeit, unbürokratisch die nötige finanzielle Starthilfe für regionale und soziale Impulsprojekte zu lukrieren und so ihren Projekten auf die Sprünge zu verhelfen. Die Geldgeber gehen dabei kein Risiko ein: Wird das Ziel nicht erreicht und das Vorhaben nicht verwirklicht, erhalten sie ihr Geld zurück.

Haben auch Sie ein regionales Projekt, das Sie mittels Crowdfunding finanzieren möchte?

Dann wenden Sie sich bitte an Konrad Tiefenbacher, NÖ.Regional, 0676/88591 204.

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