22:24 Uhr  //  KW 39  //  Montag, 24. September 2018  //  11 Kollegen online

Gundi Egger ist in der Salzburger Gemeinde Stuhlfelden als Amtsleiterin tätig. (Bild: ZVG)

Sie kümmert sich beherzt um Fragen, Sorgen und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger. (Bild: ZVG)

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Weltfrauentag

"Ich kann mit meiner Arbeit viel bewegen"

Das Land Salzburg hat mit nur fünf Frauen im Bürgermeisteramt die geringste Quote Österreichs. Ausnahme ist Stuhlfelden, hier gibt es neben einer Bürgermeisterin auch eine Amtsleiterin. Diese erzählt über die "Weiberwirtschaft" im Ort.

Gundi Egger ist als Amtsleiterin nach der Bürgermeisterin Sonja Ottenbacher die zweitwichtigste Frau im 1.600 Einwohner zählenden Ort Stuhlfelden in Salzburg. "Ich kam sozusagen als Quereinsteigerin in den Gemeindedienst", erklärt die 58-Jährige ihren Weg, sie war vorher in der Buchhaltung tätig. Der begann 2004, seit 2009 ist sie Amtsleiterin: "Ich finde, Frauen sollten sich diese Tätigkeit zutrauen. Sie ist zwar herausfordernd, aber auch sehr erfüllend."

Stuhlfelden als "Weiberwirtschaft"

Stuhlfelden gilt als ein Musterbeispiel was Frauen in der Kommunalpolitik angeht und ist eine von insgesamt nur fünf Salzburger Gemeinden, die von einer Frau geführt wird. Diese Kombination von Bürgermeisterin und Amtsleiterin führte schon zu einigen hämischen Bemerkungen erzählt Egger: "Die Kommentare über eine 'Weiberwirtschaft' kommen immer wieder. Aber mit unserer Arbeit haben wir viele überzeugen können, dass auch Frauen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen."

Von fehlender Zeit und Unterstützung

Verantwortung zu übernehmen bedeutet allerdings auch Zeit in das Amt zu investieren. Zeit, die viele Frauen oft nicht haben bzw. sich nicht nehmen können. "Es muss eine gute Kinderbetreuung gewährleistet sein und noch wichtiger, der Partner und die Familie müssen hinter einem stehen. Diese Unterstützung braucht es unbedingt", zählt die zweifache Mutter und Großmutter den wichtigsten Grund auf, warum es nicht mehr Frauen auf ihrer Ebene gibt.

Dass die Kinderbetreuung immer noch zuerst mit den Frauen verbunden wird zeigt, wie tief dieses Klischee in unserer Gesellschaft verankert ist. Sich von solchen Vorurteilen nicht beirren zu lassen und an sich selbst zu glauben, dafür will sich die gebürtige Mittersillerin einsetzen: "Ich möchte gerne ein Vorbild für Frauen in unserer Gemeinde sein und zeigen, dass man es auch als Frau in eine Führungsposition schafft."

Kein Patentrezept

Ein Patentrezept dafür gibt es nicht, aber das umsichtige Handeln der Amtsleiterin kann schon eine Motivation für Frauen in der Gemeinde sein. Diese motiviert wiederum "der wertschätzende Umgang in unserem gesamten Gemeindeteam und vor allem das Gefühl, dass ich mit meiner Arbeit etwas bewegen kann."

Die Kompetenz zählt

Die Geschlechtergerechtigkeit ist laut Egger in Stuhlfelden schon sehr weit, von einer anderen Behandlung als ihre männlichen Kollegen hat sie nichts zu berichten: "Ich werde nicht anders wahrgenommen, denn es zählt die Kompetenz und nicht das Geschlecht."

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