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Die Kärntner Gemeinde Irschen liegt im Bezirk Spittal an der Drau und zählt 2.000 Einwohner/innen. (Bild: ZVG)

Sie liegt an den südlichen Ausläufen der Hohen Tauern und ist etwa zehn Kilometer von der Tiroler Grenze entfernt. (Bild: ZVG)

Der Name Irschen dürfte vermutlich auf den römischen Namen "Ursus" zurückgehen. (Bild: ZVG)

Das sogenannte "Kräuterdorf" blüht im Sommer so richtig auf und lockt zahlreiche Touristen an. ©Gemeinde/Gerd

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Panorama

In oder im Irschen sein?

Der ein oder andere kennt den mundartlichen Ausdruck "im Irschn sein" vielleicht, er bedeutet soviel wie "im Weg herumstehen" oder ganz einfach nur "stören". Ist man allerdings im Kärntner Ort Irschen, steht man nicht im Weg herum, sondern lernt vielmehr etwas über dessen interessante Geschichte.

Etwa zehn Kilometer liegt die Kärntner Gemeinde Irschen von der Tiroler Grenze entfernt, was eine erste Erklärung für den doch eher ungewöhnlichen Namen sein könnte. Dieser würde für Unwissende locker als Tiroler Dialektwort durchgehen. Dabei kommt Irschen von "Ursus" und geht auf den Patriarchen Ursus I. von Aquileia zurück, der die erste Kirche im Ort gegründet haben soll.

Funde belegen romanischen Ursprung

Das Gemeindegebiet befindet sich überwiegend auf dem sonnigen Hang der Kreuzeckgruppe, die zu den südlichen Ausläufen der Hohen Tauern zählt, und wurde zwischen 805 und 810 das erste Mal urkundlich erwähnt. Irschen hat einen romanischen Ursprung, hallstattzeitliche Bronzefunde und Steinbeile belegen eine vorrömische Siedlung. Sogar der erste Kontakt Roms mit den Alpenkelten soll auf einem Fürstenhof in Irschen stattgefunden haben.

Auch der Name des 2.000-Einwohner-Ortes geht auf einen römischen Oberbefehlshaber zurück, nämlich auf Dux Ursus. Dieser hat den bekannten Mosaikboden in der Friedhofskirche von Teurnia gestiftet. Teurnia war eine Römerstadt in Oberkärnten und liegt knapp 40 Kilometer von Irschen entfernt.

Strategische Bedeutung

Unter Ursus dürfte es auch zum strategischen Ausbau von Irschen gekommen sein. 1081 wurde die Festung "Castrum Ursen" errichtet. Die bedeutende Römerstraße Via Julia Augusta führte bis ins Drautal und teilte sich bei Irschen. In diesem Zusammenhang gewann auch das Schloss Stein als Mautstation an Bedeutung.

Der Ort verlor als Mautstation mit dem Aufkommen der Grafen von Görz und deren Errichtung der Mautstation Oberdrauburg immer mehr an Bedeutung und damit auch die Festung, die zunehmend vefiel.

Geheimnisvoller Knappenstein

Zwischenzeitlich zählte der Bergbau zu den größten Einnahmequellen in Irschen. Der Abbau von Gold steht in engem Zusammenhang mit dem Knappenstein, dessen Herkunft und Bedeutung bis heute nicht komplett geklärt sind. Der mächtige, flache Stein weist zahlreiche geheimnisvolle Einritzungen auf, so konnte zum Beispiel der Schriftzug "Volt" am Stein nachgewiesen werden.

Das könnte auch einen Zusammenhang mit der beschrifteten Steinplatte vom Alkuser See in Ainet in Osttirol erklären. Auf dieser Steinplatte finden sich ebenfalls "Volt"-Inschriften und sogar ein "Ursinus" wird erwähnt. Ein möglicher Zusammenhang dieser beiden Steinplatten konnte wissenschaftlich bisher nicht nachgewiesen werden.

Drei neue Ortschaften dank Metallabbau

Der Bergbau war aber nicht nur als Einnahmequelle wichtig, sondern auch für die Entwicklung des Ortes im oberen Drautal. Im Zuge des Metallabbaus entstanden die heute zur Gemeinde zählenden Ortschaften Weneberg, Leppen und Hintergassen.

Selbst ernanntes "Kräuterdorf"

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts eröffneten die ersten Fremdenverkehrsbetriebe in Irschen, der Sommertourismus ist heute einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren im selbst ernannten "Kräuterdorf". Zahlreiche Führungen, Vorträge und Seminare vermitteln Besuchern und Gästen das jahrhundertelange Wissen über die ansässigen Kräuter und über die Wild- und Heilpflanzen.

Aber auch Sportbegeisterten hat Irschen aufgrund seiner günstigen Lage am Sonnenhang einiges zu bieten. Dieser ist nämlich perfekter Ausgangspunkt für abwechslungsreiche Wanderungen und Bergtouren aller Art.

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