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Beim Start des Freiwilligenportals am 2. August 2015 waren DM-Pressesprecher Stefan Ornig, Integrationsbotschafter Serge Falck und Eser Ari-Akbaba und ÖIF-Geschäftsführer Franz Wolf mit dabei. © Christian Georgescu

Das Logo des Freiwilligenportals ist schlicht und einfach gehalten. (Bild: ZVG)

Hier sehen Sie einen Screenshot der Homepage "www.wirsinddabei.at". (Bild: ZVG)

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Integration: Online-Portal für Hilfsbereite gestartet

Das Freiwilligenportal "www.wirsinddabei.at" ist eine neue Internetplattform, die hierzulande die Hilfsbereitschaft gegenüber Zuwanderern unter Beweis stellt. Sowohl Gemeinden, als auch Unternehmen, Vereine und Privatpersonen können sich sozial engagieren und dabei helfen, Flüchtlinge und Zuwanderer zu integrieren.

Immer mehr Flüchtlinge und Zuwanderer möchten sich in Österreich ein neues Leben aufbauen. Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) hat nun das Freiwiiligenportal "www.wirsinddabei.at" auf die Beine gestellt, um den Migranten die Integration in die österreichische Gesellschaft zu erleichtern. Die Website ist am 2. August 2015 mit rund 100 Angeboten online gegangen. Nicht nur Unternehmen, sondern auch Gemeinden, Organisationen, Vereine und Privatpersonen können auf der Internetplattform Angebote oder ehrenamtliche Tätigkeiten für Flüchtlinge und Zuwanderer online stellen. Profiteure von diesem Engagement gibt es auf beiden Seiten: Den Migranten wird der soziale Anschluss und somit die Integration erleichtert, sie können die deutsche Sprache erlernen oder vertiefen. Die Einheimischen profitieren im Gegenzug von ihren sprachlichen und kulturellen Kompetenzen.

Initiiert wurde das Freiwilligenportal vom Unabhängigen Expertenrat für Integration, gegründet im Jahr 2011 von Integrationsminister Sebastian Kurz. Unterstützt wird "www.wirsinddabei.at" bereits von dem Österreichischen Gemeindebund, der Drogeriemarktkette dm, dem Feuerwehrverband, der Sportunion und Microsoft. Letztere vermittelt den Flüchtlingen und Zuwanderern Grundkenntnisse im Word-Office-Programm.

Zusammenführung von Angebot und Nachfrage

Auf der Website kann jeder, der sich freiwillig für Flüchtlinge und Zuwanderer engagieren will, sein Angebot online stellen und seine Ideen präsentieren. So haben Migranten die Möglichkeit, passende Initiativen in ihrer Umgebung zu finden und gegebenenfalls sich gleich online dafür anzumelden. "Man registriert sich kostenlos über die Online-Maske, was nur wenige Klicks erfordert, und kann dann direkt sein Angebot online stellen", schildert ÖIF-Presesprecherin Franziska Troger, "Bevor das Angebot online geht, wird es einer Qualitätskontrolle unterzogen. Wenn jemand etwas suchen möchte, meldet er sich einfach an und schickt bei einem Treffer dann eine Anfrage aus. Der Anbieter erhält eine Mail und kann die Anfrage annehmen."

Das Angebotsspektrum reicht von Deutschkursen, Lernhilfen, Schnuppertagen in Vereinen oder Unternehmen bis hin zu freizeitlichen Aktivitäten zum Kennenlernen. "Das kann auch der gemeinsame Besuch eines Kaffehauses, eines Fußballspiels, ein Picknick sein. Viele haben Sorgen und Ängste - durch Kontakt können beide Seiten profitieren und voneinander lernen", so ÖIF-Geschäftsführer Franz Wolf gegenüber dem KURIER. Der ÖIF will so einen Beitrag dazu leisten, dass Flüchtlinge und Zuwanderer in der österreichischen Gesellschaft leichter Fuß fassen können. Ziel des Freiwilligenportals ist es, Angebot und Nachfrage zusammenzuführen. "Unsere Plattform soll das viele Engagement, dass es in Österreich gibt, gut kanalisieren", erläutert Franz Wolf am 3. August 2015 im Ö1-Abendjournal, "Die Plattform richtet sich an Zuwanderer, Flüchtlinge und Migranten, ist aber für alle frei zugänglich."

"Es geht um den gesellschaftlichen Zusammenhalt"

Das neue Onlineportal stärke "den gesellschaftlichen Zusammenhalt" in Österreich zwischen Migranten und Einheimischen, wie Wolf im Ö1-Abendjournal betont. Freiwillige können auf der Website einsteigen und nachschauen, ob und wie sie helfen können. "Die Bewältigung der Flüchtlingsströme in unser Land ist eine gemeinsame Aufgabe, zu der wir alle etwas beitragen können. Jeder von uns hat Fähigkeiten, die er in den Dienst der guten Sache stellen kann", äußert sich Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer zur neuen Internetplattform. Seine Begeisterung für die Initiative drückt Mödlhammer folgendermaßen aus: "Jemandem Deutsch beizubringen, mit ihm Sport zu machen oder einfach auch nur Treffen zu organisieren. All das sind wichtige Elemente, die zu einem besseren Zusammenleben führen."

Eine Frage ist uns allerdings noch offen geblieben: Wie können sich Zuwanderer und Flüchtlinge auf der deutschen Website zurechtfinden? "Das Portal richtet sich nicht an Flüchtlinge, die erst seit ein paar Tagen hier sind, zumal diese andere Sorgen als ehrenamtliche Arbeit haben. Wir richten uns an jene, die schon etwas länger hier sind und sich in unsere Gesellschaft integrieren möchten", schildert ÖIF-Pressesprecherin Troger. In Österreich gibt es ÖIF-Zentren in sechs verschiedenen Bundesländern, wobei alle über sogenannte "Welcome Desks" verfügen. Die Berater an den Welcome Desks sprechen mehrere Sprachen und stehen den Migranten zur Verfügung, falls diese bei der Registierung oder bei der Angebotssuche Schwierigkeiten haben. "Bei den Angeboten im Portal ist immer vermerkt, welche Sprachen der Anbieter spricht, dadurch wird die Kontaktaufnahme erleichtert", fügt Troger hinzu.

Österreichweit erstes und bislang einziges Freiwilligenportal

Eine vergleichbare Internetplattform gibt es trotz des hohen Bedarfs nicht. Ursprünglich hätte "www.wirsinddabei.at" erst im Herbst online gehen sollen, allerdings hat der Österreichische Integrationsfonds den Start wegen der aktuellen Asyldebatte vorgezogen. Aus einem aktuellen Fact Sheet des ÖIF zur Freiwilligenarbeit in Österreich geht hervor, dass sich hierzulande im Jahr 2012 3,3 Millionen Menschan ab 15 Jahren sozial engagieren, was 46 Prozent der österreichischen Gesamtbevölkerung entspricht. Davon haben 17 Prozent einen Migrationshintergrund, wobei diese überwiegend informellen Tätigkeiten, wie unbezahlte Nachhilfe oder Reparaturdiensten, nachkommen.

Wegen der steigenden Nachfrage an freiwilligem Engagement fühlte sich der ÖIF zum Handeln aufgerufen. "Es war notwendig, etwas zu unternehmen", schildert Franziska Troger, "Es musste dringend Hilfe geleistet werden, deshalb haben wir uns beeilt und das Portal mit 100 Programmen gestartet. Das war sehr viel Arbeit." Die Idee einer Onlineplattform sei durchaus schon länger im Raum gestanden, wodurch eine Vorverlegung des Erscheinungstermins ermöglicht wurde. "Wir haben einen Monat bis acht Wochen lang aktiv das Portal programmiert", so Troger gegenüber Kommunalnet.

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