14:55 Uhr  //  KW 03  //  Donnerstag, 18. Januar 2018  //  1250 Kollegen online

Landschaftsarchitektin Sanja Turkovic ist davon überzeugt, dass integrative Freiräume das Konfliktpotenzial zwischen sozialen Gruppen mindern können. (©Sanja Turkovic)

Auf die Einbindung aller sozialen Gruppen muss bei der Konzipierung von öffentlichen Räumen besonders geachtet werden. (©Sanja Turkovic)

Die goldenen Bänke der Inklusion schlängeln sich durch Parks und öffentliche Plätze. (©Sanja Turkovic)

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Soziales

Integration über Freiraumgestaltung

Soziale und integrative Freiräume helfen dabei, das gesellschaftliche Miteinander zu erleichtern. Experten haben nun Maßnahmen festgelegt, wie Freiraum-Projekte umgesetzt werden können.

Egal ob Kultur, Herkunft, Interessen oder Alter: Unsere Gesellschaft zeichnet sich in vielerlei Hinsicht durch Vielfalt aus. Doch umso bunter die Gesellschaft, umso schwerer ist es oft, ein friedliches und respektvolles Zusammenleben zu forcieren. Daher ist besonders in der Konzipierung von öffentlichen Räumen soziales Know-How gefragt, damit sich alle Gesellschaftsgruppen dort wohlfühlen und die Flächen in einem repektvollem Miteinander gemeinschaftlich nutzen.

Betroffene wollen Respekt und Ausweichmöglichkeiten

Die wichtigsten zwei Faktoren für ein friedliches Zusammenleben im öffentlichen Raum stellen für die Betroffenen das gegenseitige Entgegenbringen von Respekt sowie die Möglichkeit eines friedlichen "Einander-Aus-dem-Weg-Gehens" dar. Das ergab eine Studie der Initiative für Soziale Freiraumgestaltung (ISOF). Auf Grundlage dieses Studienergebnisses haben Experten aus verschiedenen Themenfeldern wie etwa Architektur, Raumplanung, sozialen Einrichtungen oder Politik eine gemeinsame Basis für die Umsetzung sozialer Freiräume erarbeitet.

Aufklärung, Einbindung und "Brückenbauer" als wichtige Eckpfeiler

Als ersten Punkt sehen die Experten die Aufklärung und Einbindung aller betroffenen Menschen und Institutionen vor. Dadurch sollen Angst und Missverständnisse gemindert und gegenseitiges Verständnis sowie Respekt gefördert werden. Erst durch diese Maßnahme entsteht eine gemeinsame Begeisterung für das Projekt. Durch Aktivitäten im öffentlichen Raum können auch Menschen mit Migrationshintergrund leicht eingebunden werden.

In einem weiteren Schritt soll einer möglichen Abkapselung und Ghettobildung entgegengewirkt werden, was vor allem für Senioren und zugewanderte Menschen von großer Bedeutsamkeit ist. Dagegen sollen Konzepte wirken, die eine Zusammenführung unterschiedlicher sozialer Gruppen im Freiraum ermöglichen. Der Freiraum soll als Treffpunkt für die gesamte Gesellschaft dienen und dabei Rückzugsorte für jeden bieten.

Wichtig ist zudem gleichzeitig der Einsatz von integrativen Brückenbauern zwischen den sozialen Gruppierungen. Diese Rolle sollen Bürgermeister und Medien übernehmen, die als Sprachrohr für und Vermittler zwischen den sozialen Gruppen dabei helfen, Vorurteile abzubauen und die Interessen aller vertreten. Die mediale Berichterstattung fokussiert dabei idealerweise das Positive und Verbindende, um eine Integration zu fördern.

Individuelle Lösungen

Ein Patentrezept für Konzepte zu sozialen Freiräumen im öffentlichen Raum gibt es jedoch trotz den Ausarbeitungen der Experten nicht. Am Ende bleibt der öffentliche Raum ein Prozess der konstanten Weiterentwicklung. Daher fordert ein gutes Konzept für den öffentlichen Raum eine individuelle Anpassung an die örtlichen Bedürfnisse und Möglichkeiten.

Gelungenes Projekt: Goldene Bänke der Inklusion

Die gesellschaftliche Relevanz von integrativen und sozialen Freiraum-Konzepten sieht Landschaftsarchitektin Sanja Turkovic vom Verein ISOF unbestritten: "Öffentliche Plätze und Parks sind ein Spiegel der Gesellschaft. Unsere europäische Kultur kann sich nur mit einer neuen, im Freien erlebbaren Gestaltung, die alle sozialen Gruppen einbezieht, weiterentwickeln."

Turkovic hat in der Vergangenheit bereits erfolgreich Generationen- und Integrations-Park-Konzepte entwickelt und umgesetzt. Kernstück davon stellen ihre "Goldenen Bänken der Inklusion" dar, die öffentlichen Räumen Struktur verleihen. Die Bänke schlängeln sich durch die gesamte Anlage und verbinden so die verschiedenen, voneinander getrennten Interessenszonen miteinander. Damit sind die Bänke ein Symbol für Integration, Offenheit und Toleranz. "Wer darauf sitzt, zeigt Bereitschaft zur Begegnung", so Turkovic. Gemeinsam mit ISOF arbeitet sie nun daran, in Österreich ein generelles Bewusstsein für die Notwendigkeit sozialer Freiräume zu schaffen.

 

Dipl. Ing. Sanja Turkovic ist Landschaftsarchitektin. Sie beschäftigt sich seit über zehn Jahren intensiv mit der richtigen Gestaltung öffentlicher Plätze und ist Gründerin der Initiative für soziale Freiraumgestaltung (ISOF).

Kontakt:

office(at)sanja.co.at

Tel.: +43 664/2536782

 

 

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