21:04 Uhr  //  KW 26  //  Montag, 26. Juni 2017  //  11 Kollegen online

Man braucht keine Pestizide, um dem Unkraut den Kampf anzusagen. Das wurde den Erlauftal-Gemeinden bei einem Praxistag klar. ©NÖ.Regional.GmbH

Der Vorführtag, organisiert von NÖ Regional, wurde von der Kleinregion mit Interesse angenommen. ©NÖ.Regional.GmbH

VIDEO

DOWNLOADS

Drucken   EMail

NÖ Regional News

Interkommunale, pestizidfreie Grünraumpflege in NÖ

Eine gesamte Kleinregion in Niederösterreich ist auf dem Weg zur pestizidfreien Unkrautbekämpfung. Mögliche Alternativen im Überblick.

Die Kleinregion Kleines Erlauftal mit ihren sieben Mitgliedsgemeinden, Gresten, Gresten-Land, Randegg, Reinsberg, Steinakirchen am Forst, Wang und Wolfpassing, machte sich im Frühjahr gemeinsam mit der NÖ.Regional und "Natur im Garten" auf den Weg zur pestizidfreien Unkrautbekämpfung.

Anlässlich dieser Initiative stellen wir hier ein paar Möglichkeiten vor, wie Gemeinden dem Unkraut ohne Pestizide zu Leibe rücken können - und wer sie dabei wie unterstützen kann.

Von der Strategie zum Tun – die NÖ.Regional unterstützt Gemeinden

Die Kleinregion Kleines Erlauftal hat in ihrer Kleinregionsstrategie festgeschrieben, dass sie sich in den nächsten Jahren - unter anderem - mit dem Thema "Natur und Umwelt" auseinandersetzen wird und hat dazu Ziele und Indikatoren formuliert. Um nicht beim Papier zu bleiben, haben sie die für sie zuständige Regionalberaterin ersucht, sie dabei zu unterstützen, geeignete Wege einzuschlagen. Miriam Gerhardter von der NÖ.Regional hat nicht gezögert und sich sofort ans Telefon geklemmt, "Natur im Garten" kontaktiert und nach passenden ökologischen Unkrautantworten für "ihre" Kleinregionsgemeinden gefragt.

Ergebnis war ein Vorführtag "Ökologische Unkrautbekämpfung in den Gemeinden" Ende April in Randegg, zu dem "Natur im Garten" fünf verschiedene Anbieter einlud, ihre pestizidfreien Gerätschaften vorzustellen. Mehr als 50 Teilnehmer aus der Kleinregion Kleines Erlauftal und benachbarten Gemeinden - Bauhofmitarbeiter inklusive - konnten die diversen Geräte ausprobieren, die sich für die unterschiedlichste Unkrautbekämpfung eignen.

Umweltschonende Unkrautbekämpfung in der Praxis - Learning by doing

Heißwassser, Heißschaum, Bürstgeräte, Flammgeräte oder doch Infrarot? Diese Frage gilt es in nächster Zeit von den sieben Erlauftal-Gemeinden zu beantworten. Bei der Gerätevorführung am 24. April 2017 von insgesamt fünf Firmen kam die gesamte Bandbreite der am Markt erhältlichen Maschinen zum Einsatz.

Bei der Gerätevorführung am 24. April von insgesamt fünf Firmen kam die Bandbreite der am Markt erhältlichen Maschinen zum Einsatz und die Gemeindevertreter konnten alle Geräte zur umweltfreundlichen Unkrautbekämpfung vor Ort eigenhändig ausprobieren. Will eine Gemeinde ein derartiges Gerät anschaffen, geht es – neben dem Preis - natürlich auch um Gewicht, Größe und die leichte Handhabung. Und nicht jedes Gerät eignet sich für jede Unkrautproblematik.

So eignen sich beispielsweise fahrbare Geräte mit Stahlbürsten vor allem gegen Unkrautbewuchs an Rinnsteinen, Mauerfüßen und Bordsteinkanten. Abflämmgeräte sind im Grunde auf allen Oberflächen einsetzbar, vor allem gegen einjährige Unkräuter, wobei auch Samen und Keimlinge abgetötet werden. Tief wurzelnde Unkräuter treiben jedoch wieder aus, wodurch mehrere Anwendungen pro Jahr nötig sind. Je früher im Jahr die Bekämpfung erfolgt, desto wirksamer ist sie daher.

Heißwassergeräte weisen eine Wurzelwirkung bis 2cm Tiefe auf, sind daher gegen tief wurzelnde Unkräuter besser geeignet als Flämmgeräte.

Bei Heißschaumgeräten wird zu dem heißen Wasser zusätzlich ein auf pflanzlichen Rohstoffen basierender Schaum eingesetzt, der eine wärmeisolierende Schicht bildet. Somit kann die Hitze tiefer in den Boden eindringen und der Bewuchs effektiver bekämpft werden.

Obwohl sich bis dato keine der sieben Gemeinden für eines der vorgestellten Geräte entschieden hat, weil für sie das passende nicht dabei war, ziehen einige Gemeinden einen gemeinsamen Ankauf bzw. eine gemeinsame Verwendung in Erwägung.

Natur im Garten, Alternativen zu Glyphosat und die NÖ Gemeinden

Die Aktion "Natur im Garten" unterstützt Gemeinden, ihre Grünflächen vielfältig und lebensfreundlich zu gestalten, wobei der Verzicht auf Pestizide eines der drei Hauptkriterien ist. "Natur im Garten" appelliert daher an alle Gemeinden, mit gutem Beispiel voranzugehen und auch auf nicht versiegelten Flächen auf Glyphosat zu verzichten. In Österreich ist der Einsatz von Glyphosat laut Anwendungsbestimmung auf versiegelten Flächen bereits verboten.

Apropos Kleinregionen in Niederösterreich

Sie sind Plattformen, die rasche Abstimmung und den Informationsaustausch zwischen Gemeinden und Land Niederösterreich ermöglichen und mit ihren Projekten einen wichtigen Beitrag in der Regionalentwicklung leisten. Die NÖ.Regional.GmbH serviciert Kleinregionen und berät sie bei jeglichen kleinregionalen Aufgabenstellungen- wie auch in der Kleinregion Kleines Erlauftal. Gemeinsam mit der NÖ.Regional wird nach regionalen, passgenauen Lösungen gesucht – und werden diese in der Regel auch gefunden.

LOGIN / NEUANMELDUNG >

 

Benutzername:

Passwort:

 

Neuanmeldung als:

Einzelperson

Gemeinde/Verband