18:12 Uhr  //  KW 15  //  Mittwoch, 08. April 2020  //  137 Kollegen online

Im Urlaubsort Ischgl ist die Atmosphäre angespannt. Die Gemeinde wurde als eine der ersten in Österreich unter Quarantäne gestellt. ©Liane M - Fotolia.com

Werner Kurz findet die Kritik am Tiroler Krisenmanagement unverhältnismäßig. Für seine Bürger ist er rund um die Uhr erreichbar. ©Ischgl

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Quarantäne-Gemeinde

Ischgl: "Die Stimmung ist getrübt"

Die Gemeinde Ischgl im Tiroler Paznauntal steht seit Freitag, dem 13. März, unter Quarantäne. Menschen aus aller Welt hätten sich in dem Wintersportort angesteckt, so der Vorwurf. Von dem Ischgler Bürgermeister wurden alle behördlichen Anweisungen sofort umgesetzt, seine oberste Priorität ist die Gesundheit seiner Bürger.

Die Tiroler Behörden müssen sich zur Zeit viel Kritik gefallen lassen, vor allem betreffend ihrem Krisenmanagement in Ischgl. Für viele Experten ist die Kritik teilweise unverhältnismäßig, auch der Ischgler Bürgermeister Werner Kurz kann den harschen Ton nicht nachvollziehen. "Ich glaube, dass wir und die Behörden alles best- und schnellstmögliche gemacht haben. Diesen Virus kannte ja keiner, das ist für alle eine neue Situation", sagt Werner Kurz im Gespräch. "Jetzt geht es vor allem darum, das Virus einzudämmen. Wir haben alle Verordnungen sofort umgesetzt, wir waren ja auch die ersten, die die Lokale und Schipisten geschlossen haben."

"Die Menschen brauchen einen Sündenbock"

Kurz betont auch, dass der Ursprung des Coronavirus nicht Tirol ist, wie viele das nun darstellen würden. "Das Virus ist auf der ganzen Welt präsent, und derzeit ist dem niemand gewachsen. Ich möchte da gar keine Schuldzuweisungen machen, aber viele brauchen nun Mal einen Sündenbock, und das ist gerade leider Ischgl. Auch wir werden das durchstehen, und die oberste Priorität ist natürlich die Sicherheit und die Gesundheit der Menschen", so der Ischgler Bürgermeister.

Über 1.500 Gäste und Tourismus-Mitarbeiter sitzen fest

Mehrmals betont der Bürgermeister das herrliche Wetter im Paznauntal, dennoch - "die Stimmung ist getrübt", beschreibt Werner Kurz die Lage im Ort. "Spazieren gehen darf man ja, aber ich sehe wenige Menschen auf den Straßen." In Verbindung ist er mit seinen Bürgern trotzdem - über das Telefon. 24 Stunden am Tag sei er durchgehend für alle erreichbar, versichert der Bürgermeister. Besonders die Situation mit den 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der dort ansässigen Tourismusbetriebe und den rund 50 inländischen Gästen, die derweil noch im Paznauntal verweilen müssen, behält er im Auge.

Die Versorgung ist gesichert

Um die Versorgungskette muss sich Werner Kurz keine großen Sorgen machen: "Wir sind bestens versorgt, die Regale sind voll gefüllt", berichtet er. Dank den eigenen Quellen stellt auch die Wasserversorgung keine Problematik dar. Gemeinsam mit den Gemeindemitarbeitern organisiert der Bürgermeister auch Bring- und Holdienste für die ältere Bevölkerung - Freiwillige gibt es genug. Auch medizinisch ist das Paznauntal gut aufgestellt, in jeder Gemeinde gibt es einen Arzt, sie alle sind gut vernetzt. Zum Abschied betont Bürgermeister Kurz noch: "Dem medizinischen Personal möchte ich ein großes Danke sagen!"

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