20:18 Uhr  //  KW 47  //  Montag, 20. November 2017  //  57 Kollegen online

Ronnie Leitgeb, Bürgermeister Jürgen Winter, Wolfgang Konrad und Gunnar Prokop bei der Pressekonferenz am Schlusstag des Sportforums 2016. ©GEPApictures

Die prominent besetzte Podiumsdiskussion (v.l.n.r): Herbert Janko, Eva Janko, George Alaba, Alois Stadlober, Margot Schmitz, Markus Rogan, Teresa Stadlober, Guido Hinterseer, Andreas Schwab, Wolfgang Konrad, Roswitha Stadlober, Michaela Melzer, Rudolf Melzer, Moderator Tom Bläumauer. ©GEPApictures

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Sportforum Schladming

Kindersport: Ohne Eltern geht gar nichts

Bewegung für und mit Kindern waren klar die Schwerpunkte des Sportforums 2016. Höhepunkt war die Podiumsdiskussion mit Sportler-Paaren und Eltern von Olympia-, WM- und EM-Medaillengewinnern. So gab es neben politischen Forderungen, auch Einblicke in lustige Familienerlebnisse.

Das Highlight des zweiten Sportforums in Schladming war das große Engagement der Eltern zahlreicher Profi-Sportler, die sich auf der Bühne im "congress Schladming" offen über ihre Erfahrungen austauschten. Doch auch die Vorträge und Präsentationen des am 2. bis 4. Juni 2016 abgehaltenen Forums waren mit Experten diverser Bereiche gut besetzt. Die beim 1. Sportforum im Mai 2015 aufgestellte "Deklaration für den Sport", die die politischen Forderungen des Forums beinhaltet, wurde ebenfalls weiterentwickelt.

Kritik an Österreichs Sportsystem

Bereits die Eröffung am Donnerstag wartete mit spannenden Vorträgen auf, so etwa "eSport - Der Sport der digitalen Generation" von Christopher Flato. Am Freitag folgte ein Trainingsprogramm aus der Aktion "Bewegte Schule" und weitere interessante Präsentationen. Die Kernaussage blieb stets gleich: Bewegung für und mit den Kindern, wobei die Rolle der Eltern wesentlich ist. Aber auch Gemeinden und die Öffentlichkeit sieht der deutsche Sportwissenschaftler Prof. Dr. Andreas Hohmann in der Verantwortung. Die Ärztin Prim. Dr. Claudia Francesconi, erste Sekretärin der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG), klärte über die Ursachen von Diabetes - eine davon ist Bewegungsmangel - und dessen Folgen auf. So kostet jeder Erkrankte der Gesellschaft Geld und einigen Betroffnen kostet die Krankheit das Leben. Sie fordert die Schaffung von "Bewegungsberatern", so wie es auch Ernährungsberater gibt.

Jan Holze, Vorstandsmitglied der deutschen Sportjugend, lieferte einen Vortrag zum Thema "Prävention sexueller Gewalt und Engagement-Förderung durch Sport". Auch der Organisator des Vienna Citiy Marathons und der Initiative "Move Your Kids", Wolfgang Konrad, war vor Ort und weiß als ehemaliger Spitzensportler und Vaters eines Spitzensportlers: "Ohne Eltern geht gar nichts. Sie sind Berater, Sponsoren, Chauffeure und vieles mehr. Hier ist die Politik gefragt. Schafft endlich eine vernünftige Infrastruktur." Der Integration von behinderten Kindern und der musischen Bildung, also tanz-, spiel- und erlebnisorientierte Sportpraxis, widmete sich Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Peter Kapustin aus Deutschland.

Podiumsdiskussion mit hochkarätiger Besetzung

Höhepunkt am Freitag war die Podiumsdiskussion zum Thema "Eltern im Sport" mit prominenter Besetzung: George Alaba (Vater von David, Fussballspieler), Eva und Herbert Janko (Eltern von Marc, Fussballspieler), Guido Hinterseer (Vater von Lukas, Fussballspieler), Michaela und Rudolf Melzer (Eltern von Jürgen und Gerald, Tennisspieler), Margot Schmitz mit Sohn Markus Rogan (Schwimmer), Roswitha und Alois Stadlober(-Steiner) mit Tochter Teresa (Skirennläuferin), Wolfgang Konrad (Vater von Patrick, Radrennfahrer) sowie Andreas Schwab (Vater von Johannes und Matthias, Golfspieler) nahmen teil.

Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig, wie wertvoll die sportliche Förderung der Kinder und die gemeinsam verbrachte Zeit in der Familie ist. Dabei ist es nicht Ziel, den Sport später professionell auszuüben. So meint Alois Stadlober: "Wir waren früher mit den Kindern sehr viel draußen, egal ob im Sommer oder Winter. Das ist alles spielerisch abgelaufen. Dass dann Spitzensport daraus wird, ist Zufall." Auch Wolfgang Konrad blickt positiv auf die investierte Zeit mit seinem Sohn zurück: "Die Reisen mit Patrick zu den ersten Rennen im Ausland habe ich sehr genossen - auch wenn mich eine davon den Führerschein gekostet hat, weil ich ins Gespräch vertieft war und 160 gefahren bin." Im österreichischen Sportsystem fehle es, laut Konrad, an Scouting. Nicht alle Eltern sind "privilegiert" ihre Kinder so gut unterstützen zu können wie die Anwesenden.

Aktive Kinder und ihre Interessen sollten in jedem Fall nicht ignoriert, sondern gefördert werden. Beispielhaft ist die Erinnerung von Guido Hinterseer: "In der Wohnung hat Lukas Gläser, Lampen und Vasen zerschossen. Die Mama hat gesagt: ,Ich halt' das nicht mehr aus'. So kam er zu einem Verein." So etwas ähnliches deutet auch Markus Rogan an: "Ich musste schwimmen, weil die Lehrer gesagt haben: 'Macht bitte etwas mit dem, der ist nicht ruhig zu stellen'." Der weitere Verlauf seiner Karriere ist bekannt.

Neuer Sportminister Doskozil gibt Zuversicht

Am Schlusstag des Sportforums, folgte die Präsentation zu den Special Olympics World Winter Games 2017 (15. bis 24. März) - die größte Wintersport-Veranstaltung für Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung - durch Geschäftsführer Mag. Markus Pichler. Auch der Leitfaden "Deklaration für den Sport", welcher in der nächsten Zeit an politische Akteure und Spitzenfunktionäre ausgehändigt werden soll, wurde vorangebracht. Kritik übten die Teilnehmer an der Rolle von Werbewerten bei Sport-Events, die Berechnungen würden vom Wesentlichen ablenken. Univ.-Doz. Roland Blässler meint hierzu: "Effekte von Sport-Events - mehr Schein als Sein?"

Zum Abschluss des Tages gab es eine Podiumsdiskussion mit Schladmings Bürgermeister Jürgen Winter, Gunnar Prokop, Wolfgang Konrad und dem Initator und Organisator Ronnie Leitgeb. Letzterer sieht das "Sportforum Schladming" als Pattform für Pionierarbeit. Besonders die Bereiche Integration, Bildung, Arbeitsplatzsicherung und Gesundheit können vom Forum und der Förderung des Sports profitieren. Mitbegründer Gunnar Prokop begrüßt hingegen den Umschwung in der Politik: "Wir glauben, dass wir jetzt mit Hans Peter Doskozil einen Sportminister haben, der mit unserer 'Deklaration für den Sport' auch wirklich etwas anfangen kann. Und zwar nach dem Motto: 'Nicht fragen, sondern machen!"

Zuletzt zeigt sich auch Bürgermeister Winter stolz: "Schladming hat sich immer engagiert, mehr zu tun als Spitzensport-Events zu veranstalten. Daher ist es für uns selbstverständlich, mit den Special Olympics oder dem 'Sportforum Schladming' nachhaltig Verantwortung zu übernehmen."

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