20:14 Uhr  //  KW 47  //  Montag, 20. November 2017  //  57 Kollegen online

"Je länger man im Geschäft ist, desto mehr Erfahrung bringt man mit und tut sich beim 'enkeltauglichen' Entscheiden oftmals leichter", so der Bürgermeister. (Bild: ZVG)

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Klaus Gasteiger: "Jetzt erst recht"

Klaus Gasteiger (SPÖ) holte sich im tirolerischen Kaltenbach die Mehrheit der Mandatare zurück und wurde mit 61,13 Prozent zum fünften Mal zum Bürgermeister der 1.290-Einwohner-Gemeinde im Bezirk Schwaz gewählt. Sein Herausforderer, der 35-jährige Alexander Maier (ÖVP), erhielt 38,86 Prozent der Stimmen. Da die Bevölkerung Gasteiger zuletzt erst 2016 per Direktwahl zum Ortschef bestimmte, waren die Neuwahlen am 12. November 2017 so nicht vorgesehen.

Aufgrund der Rücktritte der beiden VP-Gemeinderatsfraktionen Kaltenbachs wurde der Gemeinderat im August 2017 aufgelöst und Gasteiger mitsamt allen Mandataren von seinem Amt und seinen Funktionen enthoben. Grund für den Eklat waren Streitigkeiten mit der Bürgermeisterliste. Deshalb mussten die Bürger erneut zu den Wahlurnen schreiten. Ganz unter dem Motto "Jetzt erst recht" kandidierte er nach 17 aktiven Jahren wieder für das Bürgermeisteramt.

Erleichterung und Freude

Doch nicht nur der wiedergewählte Bürgermeister scheint motiviert gewesen zu sein, sondern auch die Wahlberechtigten, deren Beteiligung bei knapp 80 Prozent lag. Gasteigers Bürgermeisterliste erhielt schlussendlich die deutliche Mehrheit und ist nun sogar mit sieben anstatt sechs Mandataren im Gemeinderat vertreten. Die VP wird künftig fünf Mandate und die FPÖ ein Mandat stellen. Über die Neuwahl freut sich der Bürgermeister sehr. "Mir fällt ein großer Stein vom Herzen. Die letzten Wochen und Monate waren eine schwierige Zeit. Ich denke, dass nun aber alle im Gemeinderat aus dieser Wahl gelernt haben", so der Vater zweier Söhne gegenüber der Tiroler Tageszeitung. 

"Ich war schon immer ein Gschaftlhuber"

Im Jahr 1992 gelang ihm der Einstieg in die Politik, als er für den Gemeinderat kandidierte. "Ich war schon immer ein 'Gschaftlhuber' und im Vereinsleben aktiv. Dadurch kam ich in die Politik", erzählt der Ortschef. Für das Bürgermeisteramt kandidierte er erstmals 1998, musste sich jedoch gegen Hans Scheffauer geschlagen geben. Am 24. September 2000 gelang ihm mit 55,80 Prozent der Stimmen dann aber doch der Wahlerfolg als Bürgermeister.

Der Familienvater engagierte sich politisch nicht nur in der Gemeinde Kaltenbach, sondern vertrat 1999 auch erstmals als Spitzenkandidat der SPÖ den Bezirk Schwaz bei der Tiroler Landtagswahl. Noch im selben Jahr gelobte man ihn als Abgeordneten zum Österreichischen Bundesrat an, woraufhin er als Mitglied des EU-Ausschusses agierte. 

Erfahrungen aus vielen Bereichen

Doch nicht nur die politische Laufbahn des Bürgermeisters ist vielfältig, sondern auch sein beruflicher Werdegang. Nachdem er die Berufsschule für Holzgewerbe in Absam besuchte, absolvierte er eine Tischlerlehre bei der Firma Rissbacher in Aschau. Mit einem erfolgreichen Lehrabschluss in der Tasche, war Gasteiger im Zuge des Präsenzdienstes beim Bundesheer aktiv. Ab März 1986 arbeitete er beim größten örtlichen Arbeitgeber, der Firma Empl Fahrzeugwerk, als Metallverarbeiter.

"In dieser Zeit interessierte ich mich bereits für das Vereinsleben in unserer Gemeinde. Früh wurde ich in die Kreise unserer Vereine aufgenommen und lernte die dörflichen Strukturen sowie die handelnden Personen kennen", erinnert sich der Bürgermeister. Eine neue berufliche Chance ergab sich 1988, als ihm sein damaliger Arbeitgeber einen Job als Mitarbeiter im Außendienst, mit der besonderen Verwendung für den Vertrieb von Feuerwehrfahrzeugen, anbot.

Durch die vielen Aufgaben konnte Gasteiger schon allerhand an Erfahrung für sein Amt mitnehmen. "Je länger man im Geschäft ist, desto mehr Erfahrung bringt man mit und tut sich beim 'enkeltauglichen' Entscheiden oftmals leichter", so der Bürgermeister gegenüber Tirol TV. Von 2006 bis 2016 war er außerdem als Präsident der Arbeitsgemeinschaft für Sport und Körperkultur (ASKÖ), tätig. Selbst genießt Gasteiger es, beim Schifahren im Winter oder beim Radfahren im Sommer mit seiner Frau, die eigene Sportlichkeit unter Beweis zu stellen.

Ruhe soll im Ort einkehren

In der nächsten Zeit möchte der Familienvater vor allem, dass wieder Ruhe im Ort einkehrt und sich die Aufregungen der letzten Monate legen. Deshalb ist es auch ein Ziel, sich mit den Wünschen der Bürger weiterhin auseinanderzusetzen. "Ich möchte wissen, wo bei den Einheimischen der Schuh drückt", so der Bürgermeister. Außerdem ist es ihm ein Anliegen, den Rückstand der turbulenten Vergangenheit aufzuarbeiten. "Es gilt das Vakuum, das entstanden ist, wieder zu schließen und gemeinsam mit der Bevölkerung die Zukunft zu gestalten."

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