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In Krumbach ist selbst das Pfarrhaus ein Passivhaus. ©Adolf Bereuter

Deutschland und Österreich sind bei der Passivhaus-Datenbank Spitzenreiter. Manche Länder wie Slowakei, Slowenien oder Belgien haben aufgrund anderer Berechnungsmethoden nationale Datenbanken. ©Passivhaus Austria

Kroneuburg zeigt, dass auch ein Gefängnis und Justizzentrum keine Energieschleuder sein muss. ©LANG-Consulting

Das Gründerzeit-Mehrfamilienhaus in 1150 Wien zeigt, dass Passivhausstandard auch bei historischer Architektur umsetzbar ist. ©Isabella Wall

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Umwelt

Krumbach: Weltmeister bei Passivhausfläche

In Krumbach gibt es die meiste Passivhausfläche pro Einwohner weltweit. Bei der Gesamtfläche führt übrigens Wien vor Frankfurt. Das zeigt eine aktuelle Aushebung aus der Passivhausdatenbank.

Wie viele Passivhäuser es in Österreich gibt, könnte nicht einmal die Umweltministerin sagen, denn eine verpflichtende Datenbank gibt es nicht. Viele der Architekten, Bauherren und manchmal auch die Gemeinden pflegen ihre sanierten oder neu gebauten Passivhäuser seit 2002 freiwillig in eine weltweite Datenbank ein.

Österreich ist hier trotz Freiwilligkeit Spitzenreiter. "In Österreich werden anteilsmäßig die meisten Daten eingegeben, dennoch entspricht das nur fünf bis zehn Prozent der tatsächlich existierenden Passivhäusern weltweit. Aufgrund der guten, nach einheitlichen Standards bewerteten Datengrundlagen, lässt sich jedoch hochrechnen, dass es weltweit bereits über 73.000 Passivhäuser und Sanierungen auf diesen Standard gibt. Für Österreich sind das rund 16.000 Passivhäuser", erklärt Ing. Günther Lang, Leiter des Passivhaus-Experten-Netzwerks.

Österreich bei Passivhausfläche führend

Der Gebäudesektor ist weltweit für 40 Prozent der Emissionen verantwortlich. Gerade auch hinsichlich der Warnung des Weltklimarates ist eine rasche Umstellung auf emissionsärmere Häuser mehr als nur dringend notwendig. Die Datenbank hilft, dabei den Überblick zu behalten. Erfasst sind weltweit 4.444 Objekte, Österreich steuert alleine 1.000 bei.

Während Deutschland bei der Zahl der erfassten Objekte mit 52 Prozent immer noch im Spitzenfeld liegt (Österreichs Anteil macht 22,5 Prozent aller dokumentierten Objekte aus), führt Österreich erstmals bei der Energiebezugsfläche. Das ist jene Fläche, die beheizt bzw. klimatisiert wird. Das liegt nicht daran, dass in Österreich so viel gebaut wird, wie Lang erklärt: "In Österreich werden von der Passivhaus-Würstelbude, die in Seewalchen steht, über Mehrgeschoßbauten bis zum Justizzentrum und Gefängnis in Korneuburg verhältnismäßg viele größere Projekte in Passivhausbauweise umgesetzt." In Zahlen ausgedrückt, hat Deutschland 1.287.300 Quadratmeter dokumentierte Energiebzugsfläche und Österreich 1.292.300 Quadratmeter.

Weltmeister: Krumbach

Auf Gemeindeebene heruntergebrochen, sind die Krumbacher am erfolgreichsten. In der Vorarlberger Gemeinde stehen jedem Einwohner theoretisch 5,63 Quadratmeter dokumentierte Passivhaus-Energiebezugsfläche zur Verfügung. 

Innsbruck ist Spitzenreiter im Vergleich der Städte über 100.000 Einwohner. Pro Einwohner gibt es hier 1,22 Quadratmeter dokumentierte Energiebezugsfläche Passivhaus. Zum Vergleich: In Frankfurt sind es nur 0,26 Quadratmeter. Damit gibt sich Innsbruck aber nicht zufrieden, denn bis 2020 soll sich die Fläche an Passivhäusern verdoppeln.

Obwohl Wien hier mit 0,24 Quadratmetern dokumentierter Passivhaus-Energiebezugsfläche pro Einwohner weit hinter Innsbruck rangiert, führt die Bundeshauptstadt bei der Gesamtfläche, die mit knapp 455.000 Quadratmetern doch beachtlich ist. Auch hier ist Österreich führend, denn das zweitplatzierte Frankfurt weist nur 191.000 dokumentierte Energiebezugsfläche Passivhaus auf. Innsbruck hat insgesamt übrigens 162.000 Quadratmeter an dokumentierter Passivhaus-Energiebezugsfläche.

Passivhausdatenbank: Kostenlose Erfassung möglich

Die Passivhaus-Datenbank ist ein Gemeinschaftsprojekt des Passivhaus Instituts, der Passivhaus Dienstleistung GmbH, der IG Passivhaus Deutschland, der International Passive House Association (iPHA) und der Passivhaus Austria. Die Datenbank ist die größte Übersicht über die weltweit gebauten Passivhaus-Projekte. Jeder kann grundsätzlich dort noch nicht erfasste Projekte eintragen. In der Regel wird dies aber von Architekten oder Bauherren gemacht, die die entsprechenden Energieberechnungen haben. Die Passivhaus-Datenbank ist übrigens kostenlos. Den Link zur Datenbank finden Sie in der Box in der linken Spalte.

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