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Walter Koch, Geschäftsführer der KSV1870 Forderungsmanagement GmbH © Elke Mayr

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Forderungsmanagement

KSV1870: Wir bleiben 30 Jahre dran

Gemeinden stehen offenen Forderungen oft machtlos gegenüber. Ein professionelles Forderungsmanagement unterstützt dabei, am Ende nicht vollständig durch die Finger zu schauen.

Offene Forderungen sind ein heikles Thema. Nicht umsonst vertrauen Gläubiger dem KSV1870 die Forderungsbetreibung von rund 200 Millionen Euro pro Jahr an. Auch, weil dann bei jedem dritten Inkassofall die professionelle Betreibung höchstens 14 Tage dauert. Dabei erreicht der führende Gläubigerschutzverband des Landes in 85 Prozent der Fälle eine außergerichtliche Lösung und schafft es, im Schnitt 85 Prozent des offenen Betrages wieder einzubringen. Was Gemeinden bei offenen Forderungen beachten sollten und wann es sinnvoll ist, den KSV1870 zu kontaktieren, erklärt Walter Koch, Geschäftsführer der KSV1870 Forderungsmanagement GmbH.

Wann ist es für eine Gemeinde sinnvoll, ein Inkassobüro wie den KSV1870 zu kontaktieren?

Grundsätzlich muss man zwischen hoheitlichen und privatrechtlichen Forderungen unterscheiden. Während hoheitliche Forderungen nicht an Dritte übergeben werden dürfen, können wir als KSV1870 bei nicht-hoheitlichen Forderungen sofort aktiv werden. Bei hoheitlichen Forderungen haben die Gemeinden das Instrument des Rückstandsausweise in der Hand und können ohne Klage die Exekution unverzüglich einleiten. Ein Inkassobüro wie der KSV1870 kann erst nach dem Rückstandsausweis helfen. Ein professionelles internes Forderungsmanagement ist mit hohem Aufwand verbunden. Und zwar deshalb, weil man säumigen Bürgern bzw. Kunden oft sehr lange hinterher läuft. Und da kommen wir ins Spiel. Das ist sozusagen unsere Spezialität: Denn wir bleiben in solchen Fällen 30 Jahre lang dran. Sei es schriftlich, telefonisch oder durch persönliche Besuche vor Ort versuchen wir, den säumigen Zahler an seine Pflichten zu erinnern. Wenn aber selbst bei einer Exekution nicht gezahlt wird, dann wird es auch für uns schwierig. Häufig reicht jedoch eine Information, dass der KSV1870 beauftragt wurde.

Was passiert, wenn offene Forderungen an den KSV1870 übergeben werden?

Sobald uns Forderungen übergeben werden, startet ein mehrstufiger Mahnprozess. Sind diese zu Jahresbeginn fällig, dauert es etwa bis ins Frühjahr, bevor der Rückstandsausweis kommt. Es handelt sich dabei um einen längeren Prozess, der für Gemeinden sicher nicht optimal ist.

Das Kostenthema ist auch für Gemeinden ein großes. Ab wann wird es kostspielig?

Sobald sich eine Gemeinde an ein Inkassobüro wendet, entstehen Kosten, die vom Schadensverursacher zu tragen sind. Bei hoheitlichen Aufgaben ist die Gemeinde privilegiert, weil sie durch den Rückstandsausweis sofort exekutieren kann. Wenn jedoch trotz Exekution nicht bezahlt wird, entstehen der Gemeinde Kosten. In der Regel sind das 20 Prozent des Rückflusses.

Wovon hängt es häufig ab, ob eine Gemeinde ein Inkassobüro beauftragt?

In erster Linie beauftragen mittelgroße bis große Gemeinden ein Inkassobüro. Denn speziell in kleineren Gemeinden, wo sozusagen jeder jeden kennt, gelingt es erfahrungsgemäß häufiger, dass sich beide Parteien in persönlichen Gesprächen einigen. Unabhängig von der Größe macht es aber auf jeden Fall dann Sinn, ein Inkassobüro zu beauftragen, wenn Bürger nicht mehr auffindbar sind. Und zwar deshalb, weil wir nicht nur beim Inkassieren helfen, sondern auch bei der Suche nach verzogenen Bürgern unterstützen und Empfehlungen hinsichtlich weiterführender Schritte geben.

Gemeinden haben häufig eine zu dünne Personaldecke, um den Kunden selbst nachzulaufen. Was kann dagegen getan werden?

Wenn es nach uns ginge, würden wir auch die hoheitlichen Forderungen betreiben. Denn dabei könnten wir die Gemeinden wirklich unterstützen, auch weil ihnen häufig das Budget fehlt, Mitarbeiter dafür abzustellen. Das ist allerdings gesetzlich nicht möglich. Eines ist jedoch klar: Je strenger das Forderungsmanagement organisiert ist, desto liquider ist die Gemeinde.

Welchen Tipp können Sie Gemeinden geben?

Das Lebensnotwendige wird immer zuerst gezahlt: Wohnung, Strom. Dann wird zunächst derjenige bedient, der am lautesten schreit. Wenn beispielsweise die Gemeinden streng sind, dann kommen sie oft auch schneller zu ihrem Geld.

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